Was bedeuten Long und Short? Positionen für Anfänger erklärt
Kurzfassung (TLDR)
Bei Long- und Short-Positionen heißt Long, du kaufst einen Wert und setzt auf steigende Kurse, Short heißt, du verkaufst einen geliehenen Wert und setzt auf fallende Kurse, klassisch per Leerverkauf. Ohne Hebel verlierst du bei Long höchstens deinen Einsatz, beim Leerverkauf ist der Verlust theoretisch unbegrenzt. Zum Beispiel 5 Aktien, die von 100 EUR auf 1.000 EUR steigen, kosten 4.500 EUR. Ich rate dir, vor jedem Short Stop-Loss-Kurs, maximalen Verlust in Euro und Kosten pro Tag festzulegen.
Long heißt, dass du kaufst und auf steigende Kurse setzt. Short heißt, du verkaufst geliehen, setzt auf fallende Kurse und kaufst später günstiger zurück. Ohne Hebel verlierst du bei Long höchstens den Einsatz, beim Leerverkauf ist der Verlust theoretisch unbegrenzt.
Ein Leerverkauf ist die klassische Form der Short-Position. Im Trading und Investment hörst du Sätze wie „Person/Unternehmen X ist Long in YZ“ oder „Short in YZ“.
Ich erkläre dir, was beide Positionen bedeuten und wann sie sinnvoll sind. Beide Richtungen übst du ohne echtes Geld, wie wir es dir in unserem kostenlosen Trading-Starterkurs zeigen.
Long vs. Short auf einen Blick
Die Asymmetrie in einer Rechnung: 5 Aktien zu 100 EUR short sind 5 × 100 EUR = 500 EUR Positionswert, ein Anstieg auf 1.000 EUR bringt dir 5 × 900 EUR = 4.500 EUR Buchverlust. Ein Long-Kauf ohne Kredit endet dagegen beim Einsatz. Darum brauchst du vor dem ersten Short drei Zahlen und zwar Stop-Loss-Kurs, Verlust in Euro und Kosten pro Tag.
Tabelle: Long und Short im Vergleich
Worauf es als Einsteiger bei Risiko und Disziplin ankommt, erkläre ich in Trading für Anfänger. Ich lese die Tabelle wie einen Trade-Plan. Den Einstieg setzt du oft per Market-Order, die zum nächstmöglichen verfügbaren Kurs ausgeführt wird.
Merkmal | Long | Short |
|---|---|---|
Erwartung | Kurs steigt | Kurs fällt |
Einstieg | Kaufen | Geliehen verkaufen |
Ausstieg (Position schließen) | Verkaufen | Zurückkaufen und zurückgeben |
Maximaler Gewinn | Theoretisch unbegrenzt | Verkaufserlös (Kurs fällt auf 0 EUR) |
Maximaler Verlust ohne Hebel | Einsatz (Kurs fällt auf 0 EUR) | Theoretisch unbegrenzt |
Lage des Stop-Loss | Unter dem aktuellen Kurs | Über dem aktuellen Kurs |
Lage des Take-Profit | Über dem aktuellen Kurs | Unter dem aktuellen Kurs |
Typische Kosten (je nach Broker) | Ordergebühren, Spread | Leihgebühr, Dividendenausgleich, Ordergebühren |
Beispiel | 25 EUR auf 30 EUR, 5 EUR Gewinn | 10 EUR auf 7 EUR, 3 EUR Gewinn vor Kosten |
Quelle: eigene Zusammenstellung aus den Rechenbeispielen, Stand 21. Oktober 2026.
Was ist eine Long-Position?
Eine Long-Position ist für viele leichter zu verstehen als Short zu gehen, deshalb fange ich damit an. Long bedeutet, einen Vermögenswert am Finanzmarkt zu kaufen und darauf zu setzen, dass er künftig im Wert steigt.
Long gehen: kaufen und auf steigende Kurse setzen
Ob der Basiswert, also der Wert, auf den sich dein Trade bezieht, eine Aktie, ein Rohstoff, ein Währungspaar oder etwas Ähnliches ist, spielt keine Rolle. Es geht allein darum, dass du eine Wertsteigerung erwartest und darum zum Beispiel eine Aktie kaufst.

Sätze wie „Long in YZ“ fallen beim Trading genauso wie beim Investieren, obwohl sich beide Ansätze in Haltedauer und Ziel unterscheiden. Wo die Unterschiede liegen, erkläre ich in Traden und Investieren.
Beispiel: Aktie X steigt von 25 EUR auf 30 EUR
Angenommen, du gehst in Aktie X bei 25 EUR long, du kaufst also eine Aktie X. In den nächsten Stunden, Wochen oder Monaten steigt sie auf 30 EUR. Schließt du die Position jetzt, hast du 30 EUR − 25 EUR = 5 EUR Gewinn realisiert.
Die Position schließen heißt bei Long, die zuvor gekauften Aktien wieder zu verkaufen. Über so einen Kursverlauf freust du dich bei einer Long-Position.
Long ohne Aktienkauf: Derivate
Eine Long-Position kannst du auch ohne Kauf des Basiswerts eingehen und zwar über Derivate. Derivate sind Finanzprodukte, deren Wert sich von einem Basiswert ableitet, etwa von einer Aktie, einem Index oder einer Währung. Typische Beispiele sind der Long-CFD, das Knock-out-Zertifikat Long und das Faktor-Zertifikat Long.
Für CFDs auf einzelne Aktien hat die ESMA 2018 für Privatkunden eine Hebelgrenze von 5:1 beschlossen.
Was ist eine Short-Position?
Eine Short-Position ist das Gegenteil einer Long-Position. Du verkaufst einen Vermögenswert und setzt darauf, dass er danach im Wert fällt. Genau hier fragen sich viele, wie sie etwas verkaufen können, das sie gar nicht besitzen. Ich erkläre es dir mit einem Leihbeispiel.

Das Franz-Beispiel: verkaufen, was du dir geliehen hast
Im vereinfachten Beispiel leiht dir Franz eine Aktie Y, die gerade 10 EUR wert ist, und du verkaufst sie sofort. Damit besitzt du Aktie Y nicht mehr, hast dafür 10 EUR vom Markt erhalten und schuldest Franz eine Aktie Y.
Fällt der Preis auf 7 EUR, kaufst du die Aktie für 7 EUR am Markt zurück und gibst sie Franz zurück. Auch nach Art. 12 der EU-Leerverkaufsverordnung darfst du eine Aktie nur leer verkaufen, falls du sie geliehen, ihre Lieferung vertraglich gesichert oder von einem Dritten ihre Lokalisierung bestätigt bekommen hast.
Gewinn vor Kosten: 10 EUR minus 7 EUR
Dein Gewinn ist die Differenz: 10 EUR − 7 EUR = 3 EUR. Ich kennzeichne das bewusst als Gewinn vor Kosten, denn bei einem echten Leerverkauf können je nach Broker eine Leihgebühr, ein Dividendenausgleich an den Verleiher und Ordergebühren anfallen.
Gewinn oder Verlust realisierst du bei Short wie bei Long erst, wenn du die Position schließt. Eine Short-Position schließt du, indem du die geshortete Anzahl Aktien zurückkaufst. Damit ist die ursprüngliche Position ausgeglichen und der Trade beendet.
Short ohne Leerverkauf: Derivate
Auf fallende Kurse setzt du auch ohne Aktienleihe, nämlich über Derivate. Typisch sind der Short-CFD, das Knock-out-Zertifikat Short (Turbo Short), das Faktor-Zertifikat Short und der Put-Optionsschein. Jedes dieser Produkte hat eine eigene Verlustgrenze und eigene Kosten.
Wie funktioniert Shorten heute?
Heute übernimmt dein Broker die Rolle von Franz. Ein klassischer Leerverkauf läuft über ein Marginkonto mit Wertpapierleihe und das führt nicht jeder Broker. In der Handelsplattform gibst du an, welche Aktie du in welchem Umfang shorten möchtest.
Welche Wege es konkret gibt, beschreibe ich in meinem Beitrag Aktien short handeln.
Marginkonto, Margin und Margin Call
Die Margin ist eine Sicherheitsleistung, welche du beim Broker hinterlegst, damit er dir Aktien leiht. Das Konto, auf dem diese Sicherheit liegt, heißt Marginkonto. Steigt der Kurs deiner Short-Position, wächst dein Verlust und die Sicherheit reicht irgendwann nicht mehr aus.
Dann kann ein Margin Call kommen, also die Aufforderung, Geld nachzuschießen, und zahlst du nicht nach, kann der Broker deine Position zwangsweise schließen. Niemand möchte sein Marginkonto durch eine Short-Position aufbrauchen. Musst du einen negativen Kontostand aus deinem sonstigen Vermögen ausgleichen, nennt die BaFin das Nachschusspflicht.
Was dein Broker leihen kann
Nicht jeder Vermögenswert lässt sich unbegrenzt shorten, das hängt vom Broker ab. Es zählen sein Leihbestand, die Marginanforderungen und die Regulierung und Aktien mit knappem Leihbestand gelten als hard to borrow.
Ich rate dir, in den Bedingungen deines Brokers zu prüfen, ob er echte Leerverkäufe über ein Marginkonto oder nur Derivate anbietet. Ich nenne hier bewusst keinen Broker als Empfehlung.
Was die EU-Leerverkaufsverordnung regelt
Die Verordnung (EU) Nr. 236/2012 verbietet ungedeckte Leerverkäufe von Aktien. Netto-Leerverkaufspositionen ab 0,1 % des ausgegebenen Aktienkapitals musst du der BaFin melden, ab 0,5 % werden sie veröffentlicht. Die Meldung schickst du über das MVP-Portal der BaFin.
Die Schwelle von 0,1 % gilt seit der Delegierten Verordnung 2022/27 dauerhaft.
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.
So shortest du als Privatanleger: 5 Wege im Vergleich
Keiner der fünf Wege ist sicher. In Foren liest du oft, Put-Optionen seien am sichersten, doch auch ein Put-Optionsschein kann deinen kompletten Einsatz kosten. Ich vergleiche jeden Weg darum nach denselben vier Punkten und zwar nach Funktionsweise, maximaler Verlust, laufende Kosten und Laufzeit oder Knock-out-Risiko.
„Nach ein paar halbherzigen Trade Versuchen mithilfe einer Trading Gruppe und genügend Verlusten, erlaubt mir das gewonnen Wissen eigene kleine Schritte zu gehen und meine Trades bewusst und fundiert zu planen und durchzuführen.“ - C. Kramer auf Trustpilot, Bewertung zu TradingFreaks
1. Klassischer Leerverkauf
Du leihst die Aktie über dein Marginkonto beim Broker und verkaufst sie sofort. Später kaufst du sie zurück und gibst sie zurück, der Gewinn entsteht nur bei fallendem Kurs.
Dein maximaler Verlust ist theoretisch unbegrenzt, da der Kurs keine Obergrenze hat. Je nach Broker fallen Leihgebühr, Ordergebühren und bei einer Ausschüttung ein Dividendenausgleich an. Eine feste Laufzeit gibt es nicht, die Position endet mit deinem Rückkauf oder mit einer Zwangsschließung nach einem Margin Call.
2. CFD short
Ein CFD ist ein Vertrag mit deinem Broker, wlecher nur die Kursdifferenz des Basiswerts abbildet. Beim Short-CFD gewinnst du bei fallenden und verlierst bei steigenden Kursen.
Als Privatkunde verlierst du dank Negativsaldoschutz höchstens dein CFD-Guthaben, laut ESMA schließt der Broker bei 50 % der Mindestmargin. Dazu kommen der Spread und je nach Broker Finanzierungskosten für Positionen, die über Nacht offen bleiben.
CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Die große Mehrheit der Konten von Kleinanlegern verliert beim Handel mit CFDs Geld.
3. Knock-out-Zertifikat short (Turbo Short)
Ein Knock-out-Zertifikat ist ein Hebelprodukt mit einer Schwelle, der Knock-out-Barriere, die bei Open-End-Varianten meist täglich angepasst wird. Die Short-Variante, auch Turbo Short genannt, gewinnt bei fallenden Kursen.
Erreicht der Basiswert die Schwelle, verfällt das Zertifikat sofort wertlos, dein maximaler Verlust ist also der Einsatz. Beim Kauf und Verkauf zahlst du den Spread, bei Open-End-Varianten kommen Finanzierungskosten hinzu und das Knock-out-Risiko besteht während der ganzen Laufzeit. In einer BaFin-Studie über fünf Jahre machten 74,2 Prozent der Privatanleger mit Turbo-Zertifikaten Verluste.
4. Faktor-Zertifikat short
Ein Faktor-Zertifikat hält den Hebel während der gesamten Laufzeit konstant. In der Short-Variante gewinnst du, wenn der Basiswert fällt.
Du riskierst hohe Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals, mehr als den Einsatz verlierst du aber nicht. Beim Kauf und Verkauf zahlst du den Spread und in Seitwärtsphasen verliert das Zertifikat an Wert, sogar wenn der Kurs am Ende kaum verändert ist.
5. Put-Optionsschein
Ein Put-Optionsschein gibt dir das Recht, einen Basiswert zu einem festen Preis zu verkaufen. Kaufst du einen Put, hältst du also eine Long-Position im Optionsschein, obwohl du auf fallende Kurse setzt.
Beim gekauften Put verlierst du höchstens den Kaufpreis, laufend kostet dich der Zeitwertverlust Geld. Der Schein hat eine feste Laufzeit und fällt der Kurs bis zum Laufzeitende nicht, kann er wertlos verfallen.
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.
Was kostet eine Short-Position?
Eine Short-Position kann dich laufend Geld kosten, solange sie offen ist und dann wird sie mit jeder Woche teurer, auch wenn sich der Kurs kaum bewegt. Ich rate dir, diese Kosten vor jedem Trade in Euro pro Tag auszurechnen.
Kosten beim Leerverkauf und beim CFD
Beim klassischen Leerverkauf können eine Leihgebühr für die geliehenen Aktien und Ordergebühren für Verkauf und Rückkauf anfallen. Ob du eine Dividende, die während deiner Leihe ausgeschüttet wird, an den Verleiher ausgleichen musst, regeln die Bedingungen deines Brokers.
Beim Short-CFD können Finanzierungskosten für jede Nacht hinzukommen, in der die Position offen bleibt. Ob und in welcher Höhe, legt dein Broker fest, aus diesem Grund nenne ich keine Zahlen und rate dir, sie vor dem Eröffnen der Position in seinem Preisverzeichnis nachzulesen.
Kosten bei Zertifikaten und Optionsscheinen
Bei Knock-out- und Faktor-Zertifikaten zahlst du beim Kauf und Verkauf den Spread, also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, und je nach Emittent ein Aufgeld. Bei Open-End-Knock-outs verrechnet der Emittent Wikipedia zufolge seine Finanzierungskosten, indem er das Finanzierungslevel meist täglich über Nacht anpasst. Beim Optionsschein steckt im Preis ein Zeitwert, der bis zum Laufzeitende schmilzt.
Je länger du eine Short-Position über ein Derivat hältst, desto mehr frisst dieser laufende Kostenblock von deinem möglichen Gewinn.
Wie stark schon kleine Unterschiede beim Spread wirken, rechne ich in Broker-Spread vor.
Welche Risiken haben Long- und Short-Positionen?
Long- und Short-Positionen klingen ähnlich, ihre Risiken haben aber ein unterschiedliches Ausmaß. Ich zeige dir den Unterschied an zwei Rechnungen mit demselben Einstiegskurs von 100 EUR.
Long: Verlust maximal der Einsatz
Bei Long verlierst du, wenn sich der Kurs gegen deine Erwartung entwickelt, also wenn der Preis fällt. Kaufst du ohne Kredit, kannst du theoretisch nur so viel verlieren, wie du investiert hast.
Angenommen, du kaufst 10 Aktien zu je 100 EUR, das sind 10 × 100 EUR = 1.000 EUR Gesamtwert. Fallen sie im schlimmsten Fall auf 0 EUR, hast du einen Buchverlust von 1.000 EUR. Buchverlust heißt es, da die Position noch nicht geschlossen und der Verlust noch nicht realisiert ist.
Long mit Hebel oder auf Kredit
Mit Hebel gewinnst oder verlierst du ein Vielfaches der Kursbewegung, beim Knock-out-Zertifikat bis zum Totalverlust des Einsatzes beim Erreichen der Schwelle. Kaufst du auf Kredit über ein Marginkonto, verlierst du im schlimmsten Fall mehr als dein eigenes Geld, denn den Kredit zahlst du trotzdem zurück.
Short: Verlust theoretisch unbegrenzt
Bei Short verlierst du, sobald der Preis steigt. Der Verlust einer Long-Position ist begrenzt, weil eine Aktie nicht unter 0 EUR fallen kann. Für einen Aktienkurs gibt es dagegen theoretisch keinen Maximalwert und das ist der elementare Unterschied zwischen Long und Short.
Rechenbeispiel: 5 Aktien von 100 EUR auf 1.000 EUR
Angenommen, du shortest 5 Aktien zu 100 EUR. Steigt die Aktie auf 110 EUR, hast du 5 × 10 EUR = 50 EUR Buchverlust, und bei einem Anstieg auf 1.000 EUR sind es schon 5 × 900 EUR = 4.500 EUR.
Einen solchen Sprung macht eine Aktie nicht von heute auf morgen, eine Verzehnfachung ist selten. Kurslücken über Nacht und Short Squeezes können aber sehr schnelle Anstiege auslösen. Darum kann das Risiko einer Short-Position ein ganz anderes Ausmaß annehmen als das einer Long-Position, bei der der Kurs höchstens auf 0 EUR fällt.
Short Squeeze: wenn Rückkäufe den Kurs treiben
Ein Short Squeeze ist ein rapider Kursanstieg, der für Short-Trader oft zu hohen Verlusten führt. Steigt der Kurs, müssen Short-Trader zurückkaufen, um ihre Verluste zu begrenzen und diese Käufe treiben den Kurs weiter nach oben. Margin Calls zwingen weitere Short-Trader zum Rückkauf und beschleunigen die Bewegung.
Was in so einer Phase in der Aktie passiert, beschreibe ich ausführlich in Short Squeeze in der Aktie.
Beispiel GameStop im Januar 2021
Die GameStop-Aktie stieg laut Wikipedia von knapp 20 USD zu Jahresbeginn 2021 auf rund 350 USD am 27. Januar 2021. Die US-Börsenaufsicht SEC nannte in ihrem Bericht vom Oktober 2021 laut Das Investment eine Leerverkaufsquote von über 100 Prozent.
Die SEC kam allerdings zu dem Ergebnis, dass die Rückkäufe der Leerverkäufer den Kurs zeitweise mittrieben, aber nicht der Haupttreiber waren. Getragen wurde der Anstieg vor allem von der positiven Stimmung der Anleger.
Long, Short und Hebel: Kannst du mehr verlieren, als du einsetzt?
Long und Short beschreiben die Richtung deines Trades, der Hebel ist ein Multiplikator und davon unabhängig. In Foren liest du, Long und Short hätten nichts mit Hebel zu tun und für die Richtung stimmt das. Der Hebel wirkt aber in beide Richtungen und vervielfacht Gewinn wie Verlust.
Wie der Hebel bei CFDs genau rechnet, zeige ich dir in Hebel im CFD-Trading.
Rechenbeispiel mit Hebel 10
Bei Hebel 10 bewegt sich dein Einsatz zehnmal so stark wie der Basiswert. Steigt oder fällt der Kurs um 1 %, gewinnst oder verlierst du 1 % × 10 = 10 % auf deinen Einsatz. Läuft der Kurs 10 % gegen dich, sind das 10 % × 10 = 100 % deines Einsatzes.
Bei einem Knock-out-Zertifikat mit Hebel 10 ist dein Einsatz darum schon nach rund 10 % Gegenbewegung weg, wenn die Barriere nahe am Basispreis liegt. Die Finanzierungskosten habe ich in dieser Rechnung vereinfacht weggelassen.
Maximaler Verlust je Produkt
Wie viel du maximal verlieren kannst, hängt vom Produkt ab und nicht von der Richtung. In Deutschland dürfen CFDs BaFin-Allgemeinverfügung zufolge seit dem 1. August 2019 nur mit unabdingbarem Negativsaldoschutz an Privatkunden vertrieben werden, du musst also nichts nachschießen. Die Allgemeinverfügung gilt nur für CFDs, für Leerverkäufe und Käufe auf Kredit sieht sie diesen Schutz nicht vor.
Produkt | Maximaler Verlust | Nachschuss möglich? | Mögliche Kosten |
|---|---|---|---|
Aktienkauf ohne Kredit | Einsatz (Kurs fällt auf 0 EUR) | Nein | Ordergebühren |
Leerverkauf | Theoretisch unbegrenzt | Ja (Margin Call) | Leihgebühr, Dividendenausgleich, Ordergebühren |
CFD (Privatkunde) | Guthaben auf dem CFD-Konto | Nein (Negativsaldoschutz) | Spread, Finanzierung über Nacht |
Knock-out-Zertifikat | Einsatz (wertlos bei Erreichen der Schwelle) | Nein | Spread, bei Open-End-Varianten Finanzierungskosten |
Faktor-Zertifikat | Einsatz (Totalverlust möglich) | Nein | Spread, Wertverlust in Seitwärtsphasen |
Put-Optionsschein | Kaufpreis (Totalverlust möglich) | Nein | Zeitwertverlust |
Quellen: BaFin und ESMA (Verlustgrenzen, Nachschuss) sowie dasFinanzen (Optionsscheine), abgerufen am 21. Oktober 2026. Die Gebührensätze legt dein Broker fest.
Seitwärtsverlust bei Faktor-Zertifikaten
Da der Hebel bei Faktor-Zertifikaten beständig bleibt, verlieren sie in Seitwärtsphasen an Wert. Die BaFin zeigt ein Beispiel mit Faktor 8, bei dem ein Zertifikat in einer Seitwärtsphase von 15 Handelstagen rund 99 Prozent seines Wertes verliert.
CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Die große Mehrheit der Konten von Kleinanlegern verliert beim Handel mit CFDs Geld.
Wie begrenzt du das Risiko bei Long und Short?
Risikomanagement könnte mehrere Blogbeiträge füllen. Ich gebe dir hier mit drei Werkzeugen einen ersten Eindruck: Positionsgröße, Demokonto und die Zusammensetzung deines Portfolios.
„Außerdem wird hier sehr auf ein sauberes Risiko Management geachtet, um nicht sein Konto in sekundenschnelle zu ‚zerstören‘ und eventuelle Verluste zu minimieren.“ - Marcel W. auf Trustpilot, Bewertung zu TradingFreaks
Positionsgröße: so viel Risiko trägst du pro Trade
Die Positionsgröße ist ein Werkzeug des Risikomanagements. Sie beschreibt die Anzahl der Vermögenswerte oder die eingesetzte Geldsumme, beides hängt zusammen und meint dasselbe. Größere Positionen bedeuten höheres Risiko.
Angenommen, du shortest eine Aktie bei 10 EUR, sie steigt auf 14 EUR und du kaufst sie zurück: Dann verlierst du 14 EUR − 10 EUR = 4 EUR je Aktie. Mit 50 statt einer Aktie sind es beim selben Trade 50 × 4 EUR = 200 EUR.
Positionsgröße aus Risiko und Stop-Abstand berechnen
Ich rate dir aus diesem Grund, in deinen ersten Wochen mit kleineren Positionen zu handeln, um dich mit dem Markt vertraut zu machen. Mit größerer Positionsgröße steigt allerdings auch der mögliche Gewinn.
Die Stückzahl leitest du aus einem festen Euro-Risiko und dem Abstand zum Stop-Loss ab: Stückzahl = Risiko in EUR / Abstand Einstieg bis Stop-Loss in EUR. Ein frei gewähltes Beispiel: 50 EUR Risiko, Short bei 10 EUR, Stop-Loss bei 11 EUR ergibt 50 EUR / (11 EUR − 10 EUR) = 50 Aktien. Die 50 EUR sind nur eine Rechengröße.
Weitere Rechenbeispiele findest du unter Positionsgröße berechnen.
Demokonto: Long und Short ohne echtes Geld üben
Erste Erfahrungen kannst du auf einem Demokonto sammeln. Dort lernst du Broker und Handelsplattform kennen und kannst nichts „kaputt“ machen, ähnlich wie in einem Flugsimulator, in dem du die Instrumente kennenlernst, ohne bei einem Fehler abzustürzen.
Halte bei deinem Broker Ausschau nach einem Demokonto (Papertrading). Warum ich dir dafür nicht zu Börsenspielen rate, erkläre ich in Börsenspiele.
Übung: je zehn Long- und Short-Trades
Meine Übung für dich: je zehn Long- und Short-Trades im Demokonto, jeder mit vorher festgelegtem Stop-Loss und Take-Profit. Notiere Ergebnis und Abweichung vom geplanten Kurs (Slippage) in deinem Trading-Journal. Demo-Ergebnisse lassen sich nicht eins zu eins aufs Live-Konto übertragen, weil Psychologie und Ausführung dort anders wirken.
Wann der Wechsel sinnvoll ist, besprechen wir im Podcast vom Demo- aufs Live-Konto.
Portfolio: warum nur Long oder nur Short riskant ist
Viele machen sich keine Gedanken über die Zusammensetzung ihres Portfolios. Es gibt Tage, an denen der Markt wegen Nachrichten oder Erwartungen großteils fällt oder steigt. Hältst du dann nur Long- oder nur Short-Positionen, trifft es dein ganzes Portfolio im gleichen Ausmaß.
Gleichgerichtete Positionen sind angenehm, wenn alle im Gewinn laufen, und belastend, wenn alle gleichzeitig gegen dich laufen. Je nach Haltedauer kann es helfen, Long- und Short-Positionen zu kombinieren, um das Risiko zu streuen.
Korrelation: wann Long und Short das Risiko streuen
Das wirkt nur, wenn die Positionen nicht dasselbe Marktrisiko abbilden. Der Fachbegriff dafür ist Korrelation, also wie stark sich zwei Kurse gemeinsam bewegen.
Long und Short im selben Markt heben sich teilweise auf (Hedge) und kosten doppelt Spread und Gebühren. Ein Beispiel ohne Empfehlung: Long in einer Einzelaktie und Short im zugehörigen Index als Teilabsicherung.
Wo setzt du Stop-Loss und Take-Profit bei Long und Short?
Bei Long setzt du den Stop-Loss unter und den Take-Profit über den aktuellen Kurs, bei Short ist es umgekehrt. Beide sind schwebende Orders, die erst bei einem festgelegten Kurs aktiv werden. So planst du dein Risiko vorab, ohne die ganze Zeit am Bildschirm zu sitzen.
Wie du die Stop-Loss-Marke im Daytrading wählst, erkläre ich in Stop-Loss im Daytrading.
Stop-Loss: Beispiel 100 EUR und 90 EUR
Angenommen, du bist bei 100 EUR in Aktie X long gegangen und platzierst deinen Stop-Loss bei 90 EUR. Erreicht der Kurs dieses Level, wird deine Aktie verkauft. Die 90 EUR pro Aktie sind dir dabei nicht garantiert, denn Wikipedia zufolge kann der Ausführungskurs auch unter dem Stop-Kurs liegen.
Ein Stop-Loss ist ein Werkzeug des Risikomanagements, mit dem du deinen Verlust vorab planst. Er garantiert weder einen Ausführungskurs noch einen maximalen Verlust.

Stop-Market, Slippage und Stop-Limit
Eine Stop-Market-Order wird beim Erreichen des Stop-Kurses ausgeführt, der Ausführungskurs kann dabei bei einem Verkaufs-Stop (Long) auch unter, bei einem Kauf-Stop (Short) auch über dem Stop-Kurs liegen. Bewegt sich der Kurs schnell oder springt er, kann der Ausführungskurs deutlich vom Stop-Kurs abweichen und die Differenz zwischen erwartetem und tatsächlichem Preis heißt Slippage.
Alle gängigen Ordertypen erkläre ich in Orderarten im Überblick.
Stop-Limit: Ausführung nur bis zum Limit
Eine Stop-Limit-Order wird beim Stop-Kurs zur Limit-Order und nur bis zu einem festgelegten Preis ausgeführt.
Was das Orderbuch über mögliche Ausführungskurse verrät, zeige ich bei den Level-1- und Level-2-Daten.
Take-Profit: Gewinne automatisch sichern
Du kannst auch auf der Gewinnseite eine Marke setzen und diese Order heißt Take-Profit. Erreicht der Kurs das Level, wird automatisch ge- oder verkauft und dein Gewinn ist realisiert.

Setzt du den Take-Profit als Limit-Order, wird er anders als eine Stop-Market-Order nicht schlechter als dein Limit ausgeführt. Läuft dein Trade in den Take-Profit, wird die Position geschlossen und dreht der Kurs danach, ist dein Gewinn bereits gesichert.
OCO: wenn eine Order die andere aufhebt
Stop-Loss und Take-Profit kannst du gleichzeitig verwenden, der eine begrenzt Verluste und der andere sichert Gewinne automatisch. Gegenseitig aufheben sie sich aber nur, wenn sie verknüpft sind. Bei einer solchen OCO-Order (One Cancels the Other) wird laut Wikipedia der jeweils andere Auftrag gelöscht, sobald einer ausgeführt ist.
Ob deine Plattform Stop-Loss und Take-Profit direkt an die Position bindet, prüfst du in den Bedingungen deines Brokers nach. Separat platzierte Aktienorders heben sich nicht automatisch auf.
Wie sicherst du eine Long-Position ab: Put oder Gegenposition?
Eine bestehende Long-Position kannst du auf drei Wegen gegen fallende Kurse absichern und zwar mit einem Stop-Loss, der deine Position bei einem vorher festgelegten Kurs schließen soll, mit einem gekauften Put oder mit einer Gegenposition. Auch ein Stop-Loss schützt nicht vollständig, weil der Ausführungskurs vom Stop-Kurs abweichen kann.
Wann welcher Weg zu dir passt, vergleiche ich in Hedging oder Stop-Loss.
Gekaufter Put oder Put-Optionsschein
Mit einem gekauften Put oder Put-Optionsschein sicherst du deine Aktie gegen fallende Kurse ab, denn mit dem Put darfst du die Aktie zum festgelegten Preis verkaufen. Deine Kosten sind der Kaufpreis, den du beim Erwerb zahlst. Die Grenze liegt im Zeitwertverlust, denn fällt der Kurs bis zum Laufzeitende nicht, kann der Schein wertlos verfallen.
Gegenposition: Short-CFD oder Short-Zertifikat
Mit einem Short-CFD oder einem Short-Zertifikat auf dieselbe Aktie eröffnest du eine Gegenposition, die Verluste der Long-Position teilweise ausgleicht. Dafür zahlst du doppelte Spreads und beim CFD je nach Broker Finanzierungskosten über Nacht. Erreicht ein Short-Zertifikat seine Knock-out-Schwelle, ist dein Schutz weg.
Absichern oder spekulieren?
Ein Hedge reduziert ein Risiko, das du schon hast, zum Beispiel aus einer bestehenden Long-Position. Eine Short-Position ohne Gegenstück ist dagegen Spekulation auf fallende Kurse. Ich halte diese Unterscheidung für wichtig, weil sie bestimmt, wie groß deine Position sein darf.
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.
5 typische Fehler beim Shorten
In Foren schreiben Nutzer, dass sie mit Short-Trades bisher nur Geld verloren haben, und ich nehme das ernst. Hinter solchen Verlusten sehe ich oft dieselben fünf Muster. Laut BaFin verloren Privatanleger, die mit Turbo-Zertifikaten Verluste machten, im Schnitt 6.358 EUR.
„Bei den Tradingfreaks wird einem nicht mit falschen Versprechen suggeriert, man könne schnell reich werden. Hier wird man ein fundiertes Trading herangeführt, was allerdings einigen zeitlichen Einsatz erfordert.“ - HaPe auf Trustpilot, Bewertung zu TradingFreaks
1. Gegen einen starken Aufwärtstrend shorten
Wer in einen starken Aufwärtstrend hinein shortet, stellt sich gegen die Mehrheit der Käufer und gerät schnell in steigende Verluste. Warte lieber, bis der Trend nach deinen eigenen Regeln gebrochen ist, und plane erst dann den Einstieg.
2. Ohne Stop-Loss handeln
Ohne Stop-Loss hat ein Leerverkauf keine Verlustgrenze, weil der Kurs theoretisch unbegrenzt steigen kann. Lege den Stop-Loss über dem aktuellen Kurs fest, bevor du die Short-Position eröffnest, und verschiebe ihn danach nicht nach oben.
3. Eine zu große Position wählen
Eine große Position vervielfacht jeden Euro Kursanstieg, aus 4 EUR Verlust je Aktie werden bei 50 Aktien schon 200 EUR. Rechne die Stückzahl deswegen aus deinem Euro-Risiko und dem Abstand zum Stop-Loss aus.
4. Über Quartalszahlen oder Hauptversammlungen short bleiben
Rund um Quartalszahlen und Hauptversammlungen rechne ich mit größeren Kursbewegungen und springt der Kurs über Nacht, kann er deinen Stop-Loss überspringen. Prüfe vor dem Einstieg den Terminkalender des Unternehmens und schließe die Position vorher, wenn du das Ereignis nicht bewusst handeln willst.
5. Faktor-Zertifikate in Seitwärtsphasen lange halten
Bewegt sich der Basiswert seitwärts, verliert ein Faktor-Zertifikat trotzdem an Wert, weil der Hebel konstant bleibt. Halte es darum nur, solange sich der Kurs in deine Richtung bewegt und lege vorher ein Zeitlimit für die Position fest.
Bevor du deine erste Short-Position eröffnest: 5 Fragen
Vor dem ersten echten Trade ist Unsicherheit normal, vor allem mit wenig Zeit neben dem Job. Ich rate dir, diese fünf Fragen schriftlich zu beantworten, eher du die Order abschickst.
1. Weißt du, wo du aussteigst, wenn der Kurs steigt?
Lege deinen Stop-Loss über dem Einstiegskurs fest, bevor du shortest. Ohne diese Marke entscheidest du unter Stress, und dein Verlust hat keine Grenze.
2. Kennst du deinen geplanten Verlust in Euro?
Rechne Stückzahl mal Abstand zum Stop-Loss aus, zum Beispiel 50 Aktien × 1 EUR = 50 EUR. Plane dabei ein, dass Slippage den tatsächlichen Verlust größer machen kann.
3. Kennst du alle Kosten?
Je nach Produkt und Broker können Leihgebühr, Dividendenausgleich, Finanzierung über Nacht, Spread oder Zeitwertverlust anfallen. Schreib dir die Sätze deines Brokers auf, bevor du die Position eröffnest.
4. Bietet dein Broker echte Leerverkäufe oder nur Derivate an?
Ein echter Leerverkauf setzt eine Aktienleihe voraus, denn ungedeckte Leerverkäufe sind verboten, und Verstöße dagegen kannst du der BaFin melden. Prüfe in den Bedingungen deines Brokers, welche Wege er dir anbietet.
5. Hast du Long und Short im Demokonto geübt?
Je zehn Trades in beide Richtungen mit Stop-Loss und Take-Profit zeigen dir, wie sich beide Seiten anfühlen. Erst danach rate ich dir zu einem kleinen echten Einsatz.
Mein Fazit: Long, Short und was du zuerst üben solltest
Du kennst jetzt Long- und Short-Positionen, ihre ersten Risiken und die Werkzeuge, mit denen du sie kontrollierst. Sagt dir jemand, er sei „Long in GME“, weißt du, dass die Person GameStop-Aktien gekauft hat und auf steigende Kurse setzt. Gerade GameStop zeigte 2021, wie schnell eine Aktie steigen kann, auch wenn die SEC laut Das Investment die Rückkäufe der Leerverkäufer nicht als Haupttreiber sah.
Ich rate dir, Long und Short zuerst im Demokonto mit festen Stop-Loss-Marken zu üben. Den Lernpfad von den Grundlagen bis zur ersten Strategie findest du unter Trading lernen.
Wie ich Long und Short einsetze
Ich plane jeden Trade in drei Teilen: Einstieg, Ausstieg und Risikobegrenzung. Das gilt für Long genauso wie für Short, nur die Lage von Stop-Loss und Take-Profit dreht sich um.
In meinem Team stecken 15 Jahre Trading-Erfahrung, und wir handeln täglich selbst an den Märkten (Stand Juni 2026). Seit 2018 haben wir über 4.367 private Trader ausgebildet (Stand Juni 2026). TradingFreaks ist TÜV-ISO-9001-zertifiziert (TÜV Rheinland).
Risikohinweis
Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Trading ist mit Risiken verbunden, Verluste sind möglich. Beachte auch unseren Risikohinweis: tradingfreaks.com/risikohinweis
CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Die große Mehrheit der Konten von Kleinanlegern verliert beim Handel mit CFDs Geld.
Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.
Häufige Fragen zu Long und Short
Was bedeuten Long und Short beim Trading?
Long bedeutet beim Trading, einen Vermögenswert zu kaufen und auf steigende Kurse zu setzen, Short bedeutet, einen geliehenen Wert zu verkaufen und auf fallende Kurse zu setzen. Die Long-Position schließt du durch Verkauf, die Short-Position durch Rückkauf, und ob der Basiswert eine Aktie, ein Rohstoff oder ein Währungspaar ist, spielt keine Rolle. Ohne Hebel ist der Verlust bei Long auf den Einsatz begrenzt, beim Leerverkauf theoretisch unbegrenzt.
Wie kann ich eine Aktie verkaufen, die ich gar nicht besitze?
Du leihst dir die Aktie, verkaufst sie sofort und kaufst sie später am Markt zurück, um sie dem Verleiher zurückzugeben. Im Franz-Beispiel leihst du eine Aktie im Wert von 10 EUR, verkaufst sie und kaufst sie bei 7 EUR zurück, das sind 3 EUR Gewinn vor Kosten. Heute übernimmt dein Broker die Leihe über ein Marginkonto, denn in der EU sind ungedeckte Leerverkäufe von Aktien verboten.
Kann ich bei einer Short-Position mehr verlieren, als ich eingesetzt habe?
Ja, bei einem klassischen Leerverkauf kannst du mehr verlieren als eingesetzt, weil ein Aktienkurs theoretisch keine Obergrenze hat. Shortest du 5 Aktien bei 100 EUR und die Aktie steigt auf 1.000 EUR, beträgt dein Buchverlust 4.500 EUR. Bei Knock-out-Zertifikaten, Faktor-Zertifikaten und gekauften Put-Optionsscheinen ist der Verlust auf den Einsatz begrenzt, bei CFDs für Privatkunden auf das Guthaben im CFD-Konto.
Wie shorte ich als Anfänger: Leerverkauf, Knock-out, Put-Optionsschein oder CFD?
Als Anfänger kannst du über fünf Wege shorten und zwar über den klassischen Leerverkauf, Short-CFD, Knock-out-Zertifikat Short, Faktor-Zertifikat Short oder Put-Optionsschein. Keiner davon ist sicher und jeder hat eine eigene Verlustgrenze und eigene Kosten, je nach Produkt und Broker etwa Leihgebühr, Finanzierung über Nacht, Spread oder Zeitwertverlust. Ich rate dir, jeden Weg zuerst im Demokonto zu üben und vor dem ersten echten Trade Stop-Loss, maximalen Verlust in Euro und Kosten pro Tag festzulegen.
Was ist ein Short Squeeze und warum ist er für Short-Trader gefährlich?
Ein Short Squeeze ist ein rapider Kursanstieg, bei dem Short-Trader zurückkaufen müssen und diese Käufe den Kurs weiter treiben. Margin Calls zwingen weitere Short-Trader zum Rückkauf, darum entstehen in kurzer Zeit hohe Verluste. Bei GameStop stieg der Kurs Anfang 2021 von knapp 20 USD auf rund 350 USD, wobei die SEC die Rückkäufe der Leerverkäufer nicht als Haupttreiber sah.
Wo setze ich Stop-Loss und Take-Profit bei Long und Short?
Bei Long setzt du den Stop-Loss unter und den Take-Profit über den aktuellen Kurs, bei Short liegt der Stop-Loss darüber und der Take-Profit darunter. Ein Stop-Loss garantiert keinen Preis, denn der Ausführungskurs kann bei Long auch unter, bei Short auch über dem Stop-Kurs liegen, ein Long-Stop bei 90 EUR also auch tiefer ausgeführt werden. Damit sich beide Orders gegenseitig aufheben, müssen sie verknüpft sein, etwa als OCO-Order.
Was hat der Hebel mit Long und Short zu tun?
Long und Short beschreiben die Richtung deines Trades, der Hebel ist ein davon unabhängiger Multiplikator, der in beide Richtungen wirkt. Bei Hebel 10 bringt dir 1 % Kursbewegung 10 % Gewinn oder Verlust auf den Einsatz und nach rund 10 % Gegenbewegung ist der Einsatz bei einem Knock-out-Zertifikat weg. Den Hebel kannst du long wie short einsetzen, er vergrößert immer Gewinn und Verlust zugleich.
Die wichtigsten Begriffe
Hier fasse ich die sieben Begriffe zusammen, die du vor deinem ersten Short sicher kennen solltest.
Position eröffnen und schließen
Eine Position eröffnest du mit dem ersten Kauf (Long) oder dem ersten Verkauf (Short). Du schließt sie mit der Gegenorder, also mit Verkauf bei Long und Rückkauf bei Short und erst dann realisierst du Gewinn oder Verlust.
Realisiert und unrealisiert (Buchgewinn, Buchverlust)
Realisiert ist ein Gewinn oder Verlust, sobald die Position geschlossen ist. Solange sie offen ist, sprichst du von Buchgewinn oder Buchverlust, zum Beispiel 1.000 EUR Buchverlust, wenn 10 Aktien zu 100 EUR auf 0 EUR fallen.
Margin
Mit Margin meine ich die Sicherheitsleistung, die du für Leerverkäufe oder Hebelprodukte beim Broker hinterlegst. Reicht sie bei steigenden Kursen einer Short-Position nicht mehr aus, droht ein Margin Call mit Nachschuss oder Zwangsschließung.
Leerverkauf
Ein Leerverkauf ist der Verkauf einer geliehenen Aktie mit dem Ziel, sie später günstiger zurückzukaufen. In der EU sind ungedeckte Leerverkäufe von Aktien nach der Verordnung (EU) Nr. 236/2012 verboten.
Short Squeeze
Ein Short Squeeze ist ein rapider Kursanstieg, bei dem Rückkäufe von Short-Tradern den Kurs weiter nach oben treiben. Für Short-Trader führt er oft zu hohen Verlusten in kurzer Zeit.
Slippage
Slippage ist die Differenz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ausführungskurs einer Order.
OCO-Order
Eine OCO-Order (One Cancels the Other) verknüpft zwei Orders, etwa Stop-Loss und Take-Profit. Sobald eine davon ausgeführt ist, wird die andere automatisch gelöscht.
Wenn du Stop-Loss, Positionsgröße und Verlustbegrenzung Schritt für Schritt lernen willst, starte unseren kostenlosen 7-Tage-Starterkurs. An Tag 2 geht es um die Auswahl eines CFD-Brokers, an Tag 5 um Risikomanagement mit genau diesen Werkzeugen. Parallel übst du je zehn Long- und Short-Trades im Demokonto, jeweils mit Stop-Loss und Take-Profit, bevor du echtes Geld einsetzt.






