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Mit 30 % Trefferquote profitabel traden? So funktioniert es wirklich

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Mit 30 % Trefferquote profitabel traden? So funktioniert es wirklich

Mit 30 % Trefferquote profitabel traden? So funktioniert es wirklich

Warum Trefferquote und Chance-Risiko-Verhältnis beim Trading immer zusammen betrachtet werden müssen

Kann ein Trader profitabel sein, obwohl er bei 7 von 10 Trades falsch liegt?

Ja.

Genau das klingt für viele Anfänger zunächst widersprüchlich. Schließlich entsteht schnell der Eindruck, dass ein Trader möglichst viele seiner Trades gewinnen muss, um am Ende Geld zu verdienen.

In der Praxis ist das aber nicht ganz so einfach.

Die Trefferquote allein sagt nur sehr wenig über die Qualität einer Trading-Strategie aus. Entscheidend ist, wie hoch die durchschnittlichen Gewinne im Verhältnis zu den durchschnittlichen Verlusten sind.

Oder anders gesagt: Du musst nicht ständig recht haben. Du musst deine Gewinner und Verlierer so miteinander kombinieren, dass über eine ausreichend große Anzahl von Trades ein positiver Erwartungswert entsteht.

In diesem Artikel schauen wir uns genau an, wie Trefferquote und Chance-Risiko-Verhältnis zusammenhängen und warum eine niedrige Trefferquote nicht automatisch schlecht sein muss. 📊

🎥 Die vollständige Erklärung mit allen Beispielen und konkreten Zahlen findest du hier im YouTube-Video:

Trefferquote: Wie oft liegst du mit deinen Trades richtig?

Die Trefferquote beschreibt zunächst einmal ganz einfach, wie viele deiner Trades im Gewinn enden.

Nehmen wir an, du machst 10 Trades:

  • 6 Trades sind Gewinner
  • 4 Trades sind Verlierer

Deine Trefferquote liegt damit bei 60 %.

Auf den ersten Blick klingt das ordentlich. Aber daraus lässt sich noch nicht ableiten, ob du mit dieser Strategie tatsächlich profitabel bist.

Denn eine wichtige Frage fehlt:

Wie groß sind deine durchschnittlichen Gewinne und wie groß sind deine durchschnittlichen Verluste?

Genau hier kommt das Chance-Risiko-Verhältnis, kurz CRV, ins Spiel. ⚖️

Warum eine Trefferquote von 60 % trotzdem nicht profitabel sein muss

Stell dir vor, du gewinnst bei jedem erfolgreichen Trade 100 Euro.

Bei jedem Verlust verlierst du dagegen 200 Euro.

Bei 10 Trades sieht das dann so aus:

  • 6 Gewinner × 100 Euro = +600 Euro
  • 4 Verlierer × 200 Euro = -800 Euro
  • Ergebnis = -200 Euro

Du hattest also bei 60 % deiner Trades recht und hast trotzdem Geld verloren.

Das zeigt ziemlich deutlich, warum die Trefferquote isoliert betrachtet wenig aussagt.

Ein Trader kann häufiger richtig als falsch liegen und am Ende trotzdem eine negative Performance erzielen.

Das Chance-Risiko-Verhältnis verändert die Rechnung

Das CRV setzt den möglichen Gewinn eines Trades ins Verhältnis zum eingegangenen Risiko.

Ein CRV von 2:1 bedeutet beispielsweise:

Du riskierst 100 Euro, um potenziell 200 Euro zu gewinnen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass du die 200 Euro auch tatsächlich erreichen wirst. Das CRV beschreibt zunächst nur das Verhältnis zwischen Risiko und geplantem Gewinn.

Und genau deshalb muss das CRV immer gemeinsam mit der Trefferquote betrachtet werden. 🎯

Nehmen wir ein anderes Beispiel:

Du machst wieder 10 Trades.

  • 7 Gewinner × 100 Euro = +700 Euro
  • 3 Verlierer × 200 Euro = -600 Euro
  • Ergebnis = +100 Euro

Hier liegt die Trefferquote bei 70 % und die Strategie ist in diesem Beispiel profitabel.

Jetzt verändern wir die Zahlen:

  • 4 Gewinner × 300 Euro = +1.200 Euro
  • 6 Verlierer × 100 Euro = -600 Euro
  • Ergebnis = +600 Euro

Die Trefferquote beträgt jetzt nur 40 %.

Trotzdem ist das Ergebnis deutlich höher.

Das ist der entscheidende Punkt:

Eine niedrigere Trefferquote bedeutet nicht automatisch eine schlechtere Strategie.

Kann man also mit 30 % Trefferquote profitabel traden?

Grundsätzlich ja.

Wenn deine Gewinne beispielsweise im Durchschnitt deutlich größer sind als deine Verluste, kann auch eine Trefferquote unter 50 % ausreichen.

Nehmen wir vereinfacht eine Trefferquote von 30 % und ein durchschnittliches CRV von 4:1.

Das bedeutet: Wenn du 100 Euro riskierst, liegt dein geplanter Gewinn bei 400 Euro.

Natürlich wird nicht jeder Trade das Kursziel erreichen. Aber über eine ausreichend große Anzahl von Trades kann eine solche Kombination grundsätzlich einen positiven Erwartungswert ermöglichen.

Und genau deshalb kann es vorkommen, dass 7 von 10 Trades im Verlust enden und die Gesamtstrategie trotzdem profitabel ist.

Für viele Trader ist das psychologisch allerdings deutlich schwieriger, als es auf dem Papier klingt.

Das größte Problem: mehrere Verluste hintereinander

Wenn du mit einer Strategie arbeitest, die nur in 3 von 10 Fällen gewinnt, musst du dich darauf einstellen, dass mehrere Verluste hintereinander vorkommen können.

Vier, fünf oder sogar sechs Verlierer in Folge sind dann nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass deine Strategie nicht funktioniert.

Das Problem entsteht häufig an einer anderen Stelle:

Der Trader beginnt nach einigen Verlusten an seiner Strategie zu zweifeln.

Plötzlich wird der Stop-Loss verändert, das nächste Setup wird nicht mehr genommen oder die komplette Strategie wird gewechselt.

Genau hier kann fehlendes Vertrauen in das eigene System problematisch werden.

Deshalb ist es so wichtig, eine Strategie vorher ausreichend zu testen und die Ergebnisse im Trading-Journal festzuhalten. 📝

Wenn du weißt, welche Trefferquote und welches durchschnittliche CRV deine Strategie historisch erreicht hat, kannst du eine Verlustserie besser einordnen.

Warum Backtesting so wichtig ist

Bevor du eine Strategie im Live-Trading einsetzt, solltest du möglichst genau wissen, wie sie sich unter verschiedenen Marktbedingungen verhält.

Dazu gehört unter anderem:

  • Wie hoch ist die historische Trefferquote?
  • Wie hoch sind durchschnittliche Gewinne und Verluste?
  • Wie häufig kommen mehrere Verluste hintereinander vor?
  • Wie groß können Gewinn- und Verlustserien werden?
  • Wie sieht das Ergebnis über eine ausreichend große Anzahl von Trades aus?

Ein einzelner Trade sagt dabei fast nichts über die Qualität einer Strategie aus.

Auch fünf oder zehn Trades sind häufig zu wenig, um daraus weitreichende Schlüsse zu ziehen.

Entscheidend ist das Gesamtbild.

Das Trading-Journal hilft dir dabei, genau dieses Gesamtbild zu erkennen, anstatt einzelne Trades überzubewerten.

Warum du bei „90 % Trefferquote“ genauer hinschauen solltest 👀

Vielleicht hast du schon einmal Werbung für eine Trading-Strategie gesehen, die mit einer Trefferquote von 90 oder sogar 95 % wirbt.

Eine hohe Trefferquote klingt natürlich zunächst beeindruckend.

Aber bevor du daraus Rückschlüsse auf die Profitabilität ziehst, solltest du dir weitere Zahlen anschauen.

Zum Beispiel:

Wie hoch ist das durchschnittliche CRV?

Denn eine Strategie kann sehr viele kleine Gewinne produzieren und gleichzeitig wenige, aber sehr große Verluste haben.

Deshalb sollte bei einer solchen Aussage immer das gesamte Zahlenbild betrachtet werden.

Nicht nur:

„Wie oft gewinnt die Strategie?“

Sondern auch:

„Wie viel wird durchschnittlich gewonnen und wie viel wird durchschnittlich verloren?“

Erst das Zusammenspiel dieser Werte ermöglicht eine vernünftige Einschätzung.

Kann ich das CRV einfach erhöhen?

Jetzt könnte man natürlich auf die Idee kommen:

Wenn ein höheres CRV hilfreich sein kann, warum setze ich nicht einfach bei jedem Trade ein möglichst weit entferntes Kursziel?

Ganz so einfach funktioniert Trading nicht.

Denn wenn du dein Kursziel immer weiter vom Einstieg entfernst, wird es unter Umständen auch schwieriger, dieses Ziel tatsächlich zu erreichen.

Ähnliches gilt für den Stop-Loss.

Ein sehr enger Stop kann dazu führen, dass du häufiger ausgestoppt wirst, bevor sich der Trade wie erwartet entwickelt.

Ein weiterer Stop erhöht dagegen das Risiko pro Trade, wenn du deine Positionsgröße nicht entsprechend anpasst.

Es gibt deshalb nicht das eine perfekte CRV, das für jede Strategie und jeden Markt funktioniert.

Die Kombination aus Einstieg, Stop-Loss, Kursziel, Positionsgröße und Marktbedingungen muss zusammenpassen.

Das Ziel sollte nicht sein, irgendeine möglichst hohe Kennzahl zu erreichen.

Das Ziel ist eine nachvollziehbare Strategie mit einem positiven Erwartungswert.

Trefferquote und CRV sind keine Gegenspieler mit einer festen Formel

Häufig entsteht der Eindruck, dass eine hohe Trefferquote automatisch mit einem niedrigen CRV einhergeht und umgekehrt.

So pauschal lässt sich das nicht sagen.

Natürlich kann eine Veränderung von Stop-Loss oder Kursziel die Trefferquote beeinflussen. Wie stark sich diese Veränderung auswirkt, hängt aber von der jeweiligen Strategie, dem Markt und den konkreten Setups ab.

Ein CRV von 4:1 bedeutet deshalb nicht automatisch, dass du nur eine bestimmte Trefferquote erreichen kannst.

Und eine Trefferquote von 60 % sagt ebenfalls nichts darüber aus, wie hoch dein durchschnittlicher Gewinn oder Verlust ist.

Beide Kennzahlen müssen gemeinsam betrachtet werden. ⚖️

Am Ende zählt der Erwartungswert

Genau hier liegt die Verbindung zwischen Trefferquote und CRV.

Vereinfacht gesagt geht es beim Trading darum, herauszufinden, ob eine Strategie über viele Trades hinweg einen positiven Erwartungswert besitzt.

Dafür spielen insbesondere zwei Dinge eine Rolle:

1. Wie häufig gewinnst du?

Das ist deine Trefferquote.

2. Wie groß sind deine durchschnittlichen Gewinner im Verhältnis zu deinen durchschnittlichen Verlierern?

Hier kommt das Chance-Risiko-Verhältnis beziehungsweise das tatsächliche Verhältnis von durchschnittlichen Gewinnen und Verlusten ins Spiel.

Erst zusammen ergeben diese Werte ein aussagekräftigeres Bild.

Ein Trader mit 40 % Trefferquote kann damit eine andere Erwartung haben als ein Trader mit 70 % Trefferquote. Entscheidend ist aber nicht allein die Prozentzahl, sondern wie groß die jeweiligen Gewinne und Verluste ausfallen.

Trading bedeutet nicht, möglichst oft recht zu haben

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis aus dem Thema.

Viele Anfänger konzentrieren sich zu stark darauf, möglichst viele Gewinner zu produzieren.

Das führt schnell zu einem falschen Verständnis von Trading.

Du kannst bei vielen Trades falsch liegen und trotzdem eine profitable Strategie haben.

Genauso kannst du bei sehr vielen Trades richtig liegen und trotzdem Geld verlieren.

Entscheidend ist nicht, wie oft du recht hast. Entscheidend ist, was am Ende über viele Trades unter dem Strich übrig bleibt. 📈

Deshalb solltest du deine Trading-Strategie niemals nur anhand der Trefferquote beurteilen.

Schau dir immer das gesamte Zahlenbild an: Trefferquote, durchschnittlicher Gewinn, durchschnittlicher Verlust, CRV, Verlustserien und die Ergebnisse über eine ausreichend große Anzahl von Trades.

Wenn du diese Kennzahlen über einen ausreichend großen Zeitraum analysierst und zusätzlich dein Trading-Journal führst, bekommst du ein deutlich realistischeres Bild von deiner Strategie.

Und genau darum geht es beim Trading: nicht darum, bei jedem Trade recht zu haben, sondern darum, eine Strategie konsequent und mit einem nachvollziehbaren Risiko- und Moneymanagement umzusetzen.

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Happy Trading und Investment!

Andreas und dein TradingFreaks Team

Quelle: TradingFreaks

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