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Fibonacci Retracement im Trading: Anleitung in 5 Schritten

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Fibonacci Retracement im Trading: Anleitung in 5 Schritten

Fibonacci Retracement im Trading: Anleitung in 5 Schritten

Du wendest Fibonacci Retracement an, indem du das Tool vom Tiefpunkt zum Hochpunkt einer Bewegung ziehst und auf die drei Kernmarken 38,2 %, 50,0 % und 61,8 % achtest, an denen eine Korrektur häufig endet. Diese Marken beachten viele Marktteilnehmer, auch institutionelle, und platzieren ihre Orders entsprechend. Wer sie trotzdem isoliert jagt statt systematisch mit Trend und Support-/Resistance-Zonen zu kombinieren, tradet nach Bauchgefühl statt nach System. In 5 Schritten lernst du hier die komplette Systematik, inklusive Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit.

Was ist ein Fibonacci Retracement?

Ein Fibonacci Retracement ist ein technischer Indikator, der auf der Fibonacci-Zahlenfolge basiert und die wahrscheinlichen Umkehrpunkte einer Kurskorrektur markiert. Trader legen das Tool über eine Kursbewegung, um einzuschätzen, wo eine Gegenbewegung enden und der ursprüngliche Trend sich fortsetzen könnte. Als klassisches Instrument der Charttechnik lässt sich die Methode im Trading verblüffend präzise zur Einschätzung von Kursbewegungen nutzen.

Die Fibonacci-Folge und der Goldene Schnitt

Die Fibonacci-Folge zählt zu den bekanntesten Formeln der Mathematik. Jede Zahl in der Sequenz ist die Summe der beiden vorausgehenden Zahlen: 0, 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34 und so weiter. Die Formel dahinter lautet Xn+2 \= Xn+1 + Xn.

Leonardo Fibonacci veröffentlichte diese Zahlenfolge 1202 in seinem Werk „Liber Abaci“ im dreizehnten Jahrhundert. Die Folge begegnet uns täglich, besonders in Kunst und Natur und lässt sich im Trading überraschend präzise zur Einschätzung von Kursbewegungen nutzen.

Ralph Nelson Elliott und die Wellen-Theorie

Ralph Nelson Elliott war einer der Pioniere der Charttechnik. Für ihn bewegen sich Aktienmärkte in Wellen, ähnlich den natürlichen Gezeiten im Meer. Eine Aktienhausse entspricht der Flut, die irgendwann von der Ebbe, also der Baisse, abgelöst wird.

Elliott nutzte die Fibonacci-Zahlenfolge, um das Ausmaß einer Kurskorrektur zu prognostizieren. Er zerteilte die Strecke zwischen Hoch- und Tiefpunkt einer Bewegung nach den Regeln des Goldenen Schnitts.

Die drei Kernmarken: 38,2 %, 50 % und 61,8 %

Als Ergebnis dieser Teilung ergeben sich drei wichtige Marken: 38,2 %, 50 % und 61,8 % der vorherigen Bewegung. Diese Marken gelten als bedeutende Widerstands- und Unterstützungszonen in der Charttechnik.

Teilweise ist es erschreckend genau, wie präzise der Kurs an diesen Marken dreht. Deshalb setzen viele Trader gezielt auf diese drei Level, wenn sie einen Einstieg nach einer Korrektur planen.

„Auch für Anfänger ist alles super verständlich aufbereitet und wenn man Hilfe braucht, bekommt man diese innerhalb kürzester Zeit.“ - Leo on Trustpilot

Wie erkennst du eine Korrektur und wo liegt das Tool?

Eine Korrektur ist die Gegenbewegung zu einer langen Bewegung im Rahmen eines Trends. Das Fibonacci-Tool hilft dir, das wahrscheinliche Ende genau dieser Gegenbewegung festzustellen, ehe du einen neuen Einstieg in Trendrichtung suchst.

Ohne ein Werkzeug wie Fibonacci Retracement bleibt die Frage, wie weit eine Korrektur noch laufen könnte, reine Vermutung. Mit den drei Kernmarken aus dem vorherigen Abschnitt bekommst du stattdessen konkrete Referenzpunkte im Chart.

Beispiel: Korrektur im Abwärtstrend

Ein typisches Beispiel dafür ist, dass ein Abwärtstrend aus Abwärtsbewegungen und kurzen Zwischenkorrekturen besteht. Da es sich um einen Abwärtstrend handelt, sind die Abwärtsbewegungen deutlich länger als die Korrekturen dazwischen.

Trading Trend und Fibonacci Retracement im Chart

Irgendwann endet jeder Trend mit einem Trendwechsel. Danach folgen lange Aufwärtsbewegungen mit kurzen Zwischenkorrekturen, in denen sich neue Einstiegschancen in Trendrichtung ergeben.

Typische Trader-Fragen vor dem Einstieg

Wer eine Aufwärtsbewegung verpasst hat, stellt sich häufig dieselben Fragen.

„Warte ich ab und riskiere, dass der Trend ohne mich weiterläuft?“

„Ist diese Bewegung nun zu Ende und folgt eine Korrektur?“

„Ja, es ist eine Korrektur, aber wo könnte diese zu Ende sein, sodass ich einen guten Einstieg finde?“

Genau diese Unsicherheit beantwortet das Fibonacci Retracement mit konkreten Zahlen statt mit Bauchgefühl.

Fibonacci-Tool im Metatrader öffnen

Das Fibonacci Retracement ist ein technischer Indikator, der hilft, das mögliche Ende einer Korrekturbewegung festzustellen. Im Metatrader findest du das Tool im Menü unter „Einfügen“ → „Fibonacci“ → „Rücksetzungsebenen“.

Sobald du weißt, wo sich das Tool befindet, bleibt nur noch die Frage offen, wann du es anwendest. Genau das klärt die 5-Schritte-Anleitung im nächsten Abschnitt.

Fibonacci Retracement im MetaTrader öffnen

Fibonacci Retracement in 5 Schritten anwenden

Für alle drei Trading-Stile, Scalping, Daytrading und Swingtrading, kann der Einstiegskurs identisch sein. Was sich unterscheidet, ist, wie lange jeder Stil im Trade bleibt und wo das Ziel liegt.

Die folgenden 5 Schritte führen dich von der Trend-Identifikation bis zu Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit. Übe jeden Schritt zuerst an historischen Charts, bevor du ihn live umsetzt.

1. Trend identifizieren

Nach einer langen Aufwärts- oder Abwärtsbewegung kommt es immer wieder zu Korrekturen. Ziel ist es, zu antizipieren, wie weit eine Korrektur gehen könnte und wo sich ein Einstieg in Trendrichtung lohnt.

Bildet sich nach einer stockenden Bewegung ein klares Top oder ein klarer Boden, kannst du das Fibonacci-Tool an die komplette Strecke anlegen. Je länger diese Strecke ist, desto aussagekräftiger sind die daraus abgeleiteten Marken.

2. Fibonacci-Tool vom Tief- zum Hochpunkt ziehen

Klicke in deiner Chartsoftware auf das Fibonacci-Tool und ziehe es mit gedrückter Maustaste vom Tiefpunkt zum Hochpunkt der Bewegung. Das Tool fügt automatisch die Rücksetzungsebenen ein.

Fibonacci Retracement im Trading Chart

3. Auf die Marken 38,2 %, 50,0 % und 61,8 % achten

Die 0 % liegen am Ende der Bewegung, es folgen 23,6 %, 38,2 %, 50,0 %, 61,8 % und der Beginn der Bewegung bei 100 %, die klassischen Fibonacci-Levels der Charttechnik. Der Fokus liegt auf den drei Kernmarken 38,2 %, 50,0 % und 61,8 %.

Vergleich: Level (%), Bedeutung im Chart.
Level (%)Bedeutung im Chart
0 %Ende der Bewegung (Startpunkt der Korrektur)
23,6 %Flache Korrektur, schwaches Signal
38,2 %Erste Kernmarke, häufig erster Rebound-Versuch
50,0 %Meistbeachtete Marke unter Tradern und Spekulanten
61,8 %Tiefste Kernmarke, oft letzte Verteidigungslinie des Trends
100 %Beginn der Bewegung (vollständige Rückgabe)

Ein typisches Muster sieht so aus: Der Kurs erreicht zunächst das 38,2er-Level, vollzieht einen nicht nachhaltigen Rebound und läuft anschließend weiter bis in Richtung des 50er-Levels. Ein Kerzenmuster zur Bestätigung an einer dieser Marken erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Rebound tatsächlich hält.

Fibonacci Einstieg am Retracement-Level

Schritt 4 und 5: Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit

Trader, die an ein Ende der Korrektur glauben, setzen eine Buy-Limit-Order und warten, bis der Kurs das gewählte Level erreicht. Ab hier trennt sich, wie die drei Trading-Stile fortfahren.

Die Schritte 4 und 5 dieser Anleitung zeigen, wie du die Marke mit einem zweiten Signal absicherst und wie Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit konkret zusammenspielen.

4. Mit Unterstützung oder Widerstand kombinieren

Kombiniere die Fibonacci-Marken 38,2 %, 50,0 % und 61,8 % immer mit einem zusätzlichen Unterstützungs- oder Widerstandslevel im Chart. Ein isoliertes Fibonacci-Level ist nur eine Zahl, ein Level, das zusätzlich mit Bollinger-Bändern oder einer horizontalen Support-/Resistance-Zone zusammenfällt, ist ein deutlich stärkeres Signal.

Diese Kombination reduziert das Risiko, auf eine zufällige Kursreaktion statt auf ein echtes Signal zu setzen.

5. Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit setzen

Take-Profit und Stop-Loss müssen immer im Einklang mit deiner Positionsgröße gewählt werden. In diesem Beispiel wählt der Trader einen Einstieg am 50,0er-Level, sichert mit einem Stop-Loss unterhalb des 61,8er-Levels ab und setzt das Take-Profit am letzten lokalen Hochpunkt.

Diese drei Werte, Einstieg, Stop-Loss und Take-Profit, bilden zusammen den vollständigen Trade-Plan. Übe diesen Ablauf zuerst an historischen Kursverläufen, bevor du ihn mit echtem Kapital umsetzt.

Fibonacci Trade mit Einstieg Stop-Loss und Take-Profit

Trading-Stil-Aufschlüsselung: Scalper, Daytrader, Swingtrader

Der Scalper nimmt nur einen kurzen Rebound von 5 bis 10 Pips mit und ist danach bereits fertig. Der Daytrader richtet sein Take-Profit zum Beispiel am letzten Tageshoch aus und nimmt oft 20 bis 100 Pips mit. Der Swingtrader erwartet keine reine Rückkehr zum vorherigen Top, sondern eine darüber hinausgehende Trendfortsetzung.

Vergleich: Trading-Stil, Take-Profit-Ziel, Ungefähre Pip-Spanne.
Trading-StilTake-Profit-ZielUngefähre Pip-Spanne
ScalperKurzer Rebound5 bis 10 Pips
DaytraderLetztes Tageshoch20 bis 100 Pips
SwingtraderTrendfortsetzung über den Top hinausOffen

Fibonacci allein reicht nicht: So kombinierst du das Tool richtig

Betrachte immer die aktuelle Bewegung im Chart, nicht nur die historische. Auch Abwärtstrends lassen sich mit dem Fibonacci Retracement handeln, das Prinzip bleibt identisch.

Wie du Fibonacci mit Unterstützungs- und Widerstandszonen kombinierst, zeigt dir unter anderem der kostenlose 7-Tage-Starterkurs von TradingFreaks, in dem die komplette Einstiegs-Logik Schritt für Schritt erklärt wird.

Kombiniere Fibonacci mit weiteren Signalen

Nutze Fibonacci-Level zunächst in größeren Zeiteinheiten ab dem 1-Stunden-Chart. Sie funktionieren dort gut, weil viele Marktteilnehmer, auch institutionelle, diese Level beachten und ihre Orders entsprechend platzieren.

Vor allem das 50,0er-Level findet besonders große Beachtung unter Tradern und Spekulanten. Die Gewinnchance steigt zusätzlich, wenn im Zielbereich weitere Indikatoren wie PivotPoints oder Support-/Resistance-Zonen liegen.

Warnbox: Fibonacci reicht nicht allein

Fibonacci Retracement ist kein Vorhersage-Zauber, eine Allzweckwaffe gibt es beim Trading ohnehin nicht. Kombiniere die drei Kernmarken immer mit Trend, einer Support-/Resistance-Zone oder fundamentaler Analyse, ehe du einen Trade eröffnest.

Als Daytrader ist es für mich ein Tool, das meinen Trade verbessern kann, es liefert aber niemals nur die Begründung für einen Long- oder Short-Einstieg. Die eigentliche Trade-Idee kommt für mich immer aus der fundamentalen Analyse, etwa aus Wirtschaftsdaten oder News.

Warum das erst ein kleiner Teil des Wegs ist

Mit dem Wissen um Fibonacci-Level hast du trotzdem erst einen kleinen Teil des Wegs zum eigenständigen Trader zurückgelegt, geschätzt kaum mehr als 2 Prozent. Im Trading werden immer Wahrscheinlichkeiten gehandelt, Risiko- und Money-Management gehören untrennbar dazu. Die Fibonacci-Level helfen dir trotzdem, einen Abpraller nach jeder Korrektur zu handeln, long wie short.

„Das Team ist seriös und sehr kompetent. Es herrscht eine angenehme und authentische Atmosphäre, ohne Blabla und wilden Versprechungen.“ - Natalie on Trustpilot

Wie du typische Fibonacci-Fehler vermeidest und die Kombination in der Praxis aussieht, zeigt dir das Video Fibonacci-Fehler vermeiden.

Was sind Fibonacci Extensions?

Fibonacci Retracement ist ein Standardmaß für Unterstützungs- und Widerstandswerte im Markt. Die Werte berechnest du, indem du die Retracement-Level zwischen zwei Hoch- und Tiefpunkten eines Trends analysierst.

Doch was passiert, wenn der Kurs die zur Berechnung genutzten Swing Points, also die ursprünglichen Hoch- und Tiefpunkte, überschreitet? Genau für diesen Fall gibt es Fibonacci Extensions.

So berechnest du Extension-Level

Fibonacci Extensions bieten Preisziele, die über eine 100-prozentige Rückführung einer vorherigen Bewegung hinausgehen. Die Extension-Level berechnest du, indem du die gewöhnlichen Fibonacci-Level nimmst und zu 100 % addierst.

So entsteht eine zweite Ebenen-Reihe, die zeigt, wie weit sich eine Bewegung über ihr vorheriges Hoch oder Tief hinaus fortsetzen könnte.

Die wichtigsten Marken: 150 % und 161,8 %

Die vollständigen Extension-Level lauten: 138,2 %, 150 %, 161,8 %, 231,8 %, 261,8 %, 361,8 % und 423,6 %. Besonders beachtet werden dabei das 150er- und das 161,8er-Level.

Das Tool eignet sich damit zur Kurszielbestimmung, wenn eine Bewegung über ihr vorheriges Extremum hinausläuft.

Fibonacci Extensions im Trading Chart

Extension-Level im Metatrader 4 einstellen

Im Metatrader 4 wählst du die einzelnen Ebenen per Rechtsklick auf die eingezeichnete Fibonacci-Retracement-Strecke individuell aus. So passt du die Extension-Level an die jeweilige Kursbewegung an, anstatt dich auf eine feste Standardauswahl zu verlassen.

Übe zuerst im Demokonto

Du kannst das Anlegen von Fibonacci-Levels risikofrei bei Backtests und Papertrades üben, bevor du echtes Kapital einsetzt. TradingFreaks empfiehlt dafür Tools wie TradingView oder GBE Brokers für kostenloses Papertrading, das ist keine Empfehlung im Beratungssinn, sondern eine Werkzeug-Erklärung.

Auf Trustpilot bewerten Nutzer TradingFreaks aktuell mit 4,9 von 5 Sternen bei über 590 Bewertungen (Stand Juni 2026). So gewöhnst du dich an die Mechanik, ohne dass ein Fehler dich echtes Geld kostet.

Historische Charts und Papertrading nutzen

Öffne einen historischen Chartverlauf und verbinde die sichtbaren Hoch- und Tiefpunkte mit dem Fibonacci-Tool, so wie im Beispiel-Daytrade weiter oben. Wiederhole diesen Ablauf mehrfach, bis die Schritte automatisch sitzen.

Im kostenlosen 7-Tage-Starterkurs bekommst du eine feste Tagesstruktur für genau diesen Übungsprozess, von der ersten Trade-Idee bis zum fertigen Setup.

Persönliche Begleitung vor dem ersten Trade

„Rückblickend war der Termin mit Pascal sehr hilfreich, da ich nun seit ein paar Wochen im Papertrading (Demokonto) meine eigenen Erfahrungen gesammelt habe und er schnell erkannt hat, dass das so nichts wird, gab es eine umfangreiche Zusammenfassung unseres (online) Termins und Empfehlungen wie es jetzt strategisch weiter gehen sollte.“ - Achim Augustin on Trustpilot

Häufig gestellte Fragen

Wie lege ich ein Fibonacci Retracement richtig an?

Du wählst das Tool in deiner Chartsoftware, zum Beispiel im Metatrader unter „Einfügen“ → „Fibonacci“ → „Rücksetzungsebenen“, und ziehst es mit gedrückter Maustaste vom Tiefpunkt zum Hochpunkt einer klaren Trendbewegung. Das Tool fügt automatisch die Rücksetzungsebenen 0 %, 23,6 %, 38,2 %, 50,0 %, 61,8 % und 100 % ein. Achte danach besonders auf die drei Kernmarken 38,2 %, 50,0 % und 61,8 %, an denen eine Korrektur häufig endet.

Welche Fibonacci-Level sind am wichtigsten?

Von den sechs Standard-Leveln gelten 38,2 %, 50,0 % und 61,8 % als die drei Kernmarken des Fibonacci Retracements. Sie gehen auf die Wellen-Theorie von Ralph Nelson Elliott und den Goldenen Schnitt zurück und markieren die wahrscheinlichsten Umkehrpunkte einer Kurskorrektur. Besonders das 50,0er-Level findet unter Tradern und Spekulanten die größte Beachtung.

Was ist der Unterschied zwischen Fibonacci Retracement und Fibonacci Extension?

Fibonacci Retracement misst die wahrscheinlichen Umkehrpunkte innerhalb einer Kursbewegung, zwischen 0 % und 100 % der vorherigen Strecke. Fibonacci Extension setzt genau dort an, an dem Retracement aufhört. Sie berechnet Preisziele über eine 100-prozentige Rückführung hinaus, etwa bei 138,2 %, 150 % oder 161,8 %. Beide Tools nutzen dieselbe Zahlenfolge, beantworten aber unterschiedliche Fragen im Chart.

Funktioniert Fibonacci Retracement auch im Abwärtstrend?

Ja, das Fibonacci Retracement funktioniert im Abwärtstrend genauso wie im Aufwärtstrend. Du ziehst das Tool weiterhin vom Tiefpunkt zum Hochpunkt der jeweils relevanten Bewegung, suchst im Abwärtstrend aber nach Short-Einstiegen statt nach Long-Einstiegen. Das Prinzip der drei Kernmarken bleibt in beiden Trendrichtungen identisch, nur die Handelsrichtung dreht sich um. Im Abwärtstrend planst du Short-Trades, im Aufwärtstrend Long-Trades.

Reicht Fibonacci allein als Trading-Signal?

Nein, Fibonacci Retracement reicht allein nicht als Trading-Signal. Die Marken funktionieren am zuverlässigsten in Kombination mit dem übergeordneten Trend, einer Support-/Resistance-Zone oder einem weiteren Indikator wie Bollinger-Bändern. Die eigentliche Trade-Idee sollte immer aus der fundamentalen Analyse kommen, etwa aus Wirtschaftsdaten oder News, Fibonacci verbessert dann nur noch den Einstiegszeitpunkt und hilft dir, Stop-Loss und Take-Profit präziser zu setzen.

In welcher Zeiteinheit funktioniert Fibonacci am besten?

Fibonacci-Level funktionieren am besten in größeren Zeiteinheiten ab dem 1-Stunden-Chart. In höheren Zeiteinheiten beachten mehr Marktteilnehmer, auch institutionelle, dieselben Level und platzieren ihre Orders entsprechend, was die Wahrscheinlichkeit eines echten Rebounds erhöht. Auf sehr kleinen Zeiteinheiten sind die Signale dagegen häufig verrauscht und weniger zuverlässig, weil dort mehr zufälliges Kursrauschen die Level überlagert.

Wichtige Begriffe

Fibonacci Retracement: Ein technischer Indikator, der hilft, das mögliche Ende einer Korrekturbewegung festzustellen. Er basiert auf der Fibonacci-Zahlenfolge und markiert die Level 0 %, 23,6 %, 38,2 %, 50,0 %, 61,8 % und 100 % zwischen zwei Extrempunkten einer Bewegung.

Korrektur: Die Gegenbewegung zu einer langen Bewegung im Rahmen eines Trends. Nach einer Korrektur setzt sich der ursprüngliche Trend häufig fort, sobald genügend Marktteilnehmer wieder in seine Richtung einsteigen.

Rebound: Eine kurzfristige Gegenbewegung, bei der der Kurs nach dem Erreichen eines Levels, etwa einer Fibonacci-Marke, zumindest vorübergehend in die vorherige Trendrichtung zurückdreht. Ein Rebound muss nicht nachhaltig sein, er kann auch nur wenige Kerzen andauern, bevor der Kurs weiter fällt oder weiter steigt.

Swing Points: Die markanten Hoch- und Tiefpunkte einer Kursbewegung, die zur Berechnung von Fibonacci-Levels genutzt werden. Überschreitet der Kurs die ursprünglichen Swing Points, kommen Fibonacci Extensions statt Retracements zum Einsatz.

Handelsbegriffe

Stop-Loss: Eine vorab festgelegte Kursmarke, bei der eine Position automatisch geschlossen wird, um Verluste zu begrenzen. Beim Beispiel-Daytrade aus diesem Artikel liegt der Stop-Loss unterhalb des 61,8er-Levels.

Take-Profit: Eine vorab festgelegte Kursmarke, bei der eine Position automatisch mit Gewinn geschlossen wird. Das Take-Profit-Ziel unterscheidet sich je nach Trading-Stil, vom letzten Tageshoch beim Daytrader bis zur offenen Trendfortsetzung beim Swingtrader.

Fibonacci Extension: Ein Werkzeug, das Preisziele über eine 100-prozentige Rückführung einer vorherigen Bewegung hinaus berechnet. Die wichtigsten Extension-Level sind 150 % und 161,8 %, berechnet aus den gewöhnlichen Fibonacci-Leveln plus 100 %.

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Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Trading ist mit Risiken verbunden, Verluste sind möglich. Mehr dazu in unserem Risikohinweis.

Quelle: TradingFreaks

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