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Das Dilemma der Rache-Trades

Weißt du, was Rache-Trades sind und wie sie dein Konto zerstören? In diesem Video gehen wir auf diesen Part der Trading Psychologie ein und wie du das Problem löst.

In dem heutigen Video bzw. Podcast spreche ich mit dir über das Thema Rache-Trades, was sich dahinter verbirgt und warum es sehr, sehr, sehr, sehr gefährlich ist. Wir müssen einiges dafür tun, damit es bei dir nicht mehr vorkommt.

Das erfährst du jetzt.

Hier findest du nachfolgend den Text zum Video.

Meine Anfängerjahre als Trader

Ich fange mal mit einer Story aus meinem Leben an, nämlich meiner eigenen. Ich als Trader hatte im ersten Jahr ordentlich zu kämpfen und so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Das ist jetzt schon weit über 10 Jahre her, ich glaube, 15 Jahre, aber ich erinnere mich nur mit Kopfschütteln und innerlichen Tränen daran. Warum? Weil ich so viele dumme Fehler gemacht habe, die dir im ersten Jahr als Trader keiner sagt.

Der Anfang der Fehler

Grundsätzlich war es schon dumm von mir damals, einfach ein Live-Konto zu eröffnen, drauf los zu traden, irgendwie nachzuhandeln und zu hoffen, dass es irgendwie funktioniert. In den ersten Wochen und Monaten hatte ich weder herausgefunden, welche Traderpersönlichkeit ich bin, noch war mir klar, welche Strategien ich handeln sollte. Das war auch alles nicht duplizierbar.

Vielleicht hast du in den ersten Trades schon gespürt, dass es nicht so schick ist, wenn man ausgestoppt wird. Ich konnte damals nicht ertragen, Gewinne wieder zu verlieren. Dann kamen die ersten Ratschläge von Mentoren und professionellen Tradern, die sagten: "Du musst geduldig warten auf deine Strategie." Das führte dazu, dass ich mal einen ganzen Tag geduldig wartete, bis ich um 17 Uhr die Nerven verlor und irgendeinen Trade machte – und der ging schief.

Der gefährliche Rachedrang

Da entwickelte sich dieser gefährliche Rachedrang in mir. Warum Rache? Weil ich mehr oder weniger gesagt habe: "Hey, du blöder Markt, das hole ich mir jetzt wieder. Ich möchte diesen Tag mit Gewinn abschließen." Dann fing ich an, nach Dingen in der Chart-Software meines Brokers zu suchen, die eigentlich gar nicht da waren. Ich interpretierte Kerzenkonstellationen im Euro/US-Dollar oder im DAX und begann zu antizipieren. "Hier müsste jetzt eine Trendwende kommen. Wenn ich nur fünf Punkte mitnehme und die Positionsgröße vervierfache, hole ich mir den Gewinn schon wieder."

Die gefährliche Illusion des Erfolgs

Es kann sein, dass diese Münzwurf-Trades ohne jegliches Setup ein- oder zweimal gut gehen. Aber was passiert in deinem Kopf? Du gewöhnst dich daran, dass es funktionieren kann. Dann kommt jedoch dieser dritte oder vierte Trade, wo diese fünf Punkte im DAX nicht mehr erreicht werden, weil der Kurs gegen dich läuft. Der zweite Trade danach endet ebenfalls im Verlust. Der Rachegedanke in deinem Kopf wird noch größer, und du suchst weiter nach Mustern, hauptsache du kannst noch einen Trade an diesem Tag machen.

Die Realität des Tradings

Das ist alles ein Münzwurf im Trading, und du musst dir merken, dass 50:50 auf Dauer nicht funktionieren kann. Denn du hast immer die Kosten des Brokers, wie den Spread und die Kommissionen. Das ist ähnlich wie im Casino. Es reicht nicht aus. Du musst in deinem Trading-System und deinen Strategien einen positiven Erwartungswert haben. Das lässt sich nicht auf drei oder vier Trades berechnen, sondern du musst sicherstellen, dass du nach 100 Trades sagen kannst, dass das, was du hier machst, immer nach demselben Fahrplan funktioniert. Die Wahrscheinlichkeit sollte sein, dass du zum Beispiel 60 Mal richtig liegst und 40 Mal falsch – das reicht für erfolgreiches Trading.

Was sind Rache-Trades?

Rache-Trades sind die Trades, die nach einem Verlusttrade passieren, wo du es nicht aushalten kannst, dass du gerade Geld verloren hast. Du gehst mit größeren Positionen und dem Gedanken, diese Verluste auszugleichen, in den Markt. Das ist oft eine gefährliche Abwärtsspirale.

Wie du Rache-Trades unterdrücken kannst

Wie kannst du Rache-Trades unterdrücken? Es ist immer das Gleiche, wie du schon in einigen meiner Videos oder Podcasts gehört hast. Du musst deinen Trading-Stil finden – bist du ein Scalper, Day Trader oder Swing Trader? Dann musst du innerhalb dieses Stils geeignete Setups und Strategien entwickeln. Diese Setups müssen 100 Mal verschriftlicht, getestet und dokumentiert werden.

Fokussiere dich auf deine Setups

Konzentriere dich auf dein Becken, nicht auf das von anderen. Nach diesem Fahrplan mit klaren Regeln und etwa 50, 100 oder 200 Trades wirst du merken, dass es dir leichter fällt zu warten. Es kann auch mal sein, dass Tage ohne Trades kommen. Du wirst ruhiger, weil du weißt, dass der nächste Trade wahrscheinlich morgen oder übermorgen kommt.

Deine Hausaufgabe

Ich bitte dich, das als Hausaufgabe zu machen. Schreibe deine Regeln in ein Word-Dokument oder ein Notizbuch, führe Backtesting durch, und nimm Verluste hin, solange sie begründet sind. Halte sie klein über Stop-Loss und angepasste Positionsgrößen.

Weiterführende Unterstützung

Wenn du noch nicht sicher bist, wie du weitermachen sollst, besuche unser kostenloses Trader-Training, das etwa 60 Minuten dauert. Du wirst sehen, wie du eine Strategie entwickelst und welche Ressourcen du nutzen kannst. Bei weiteren Fragen besuche unseren YouTube-Kanal oder unsere Webseite tradingfreaks.com. Dort findest du viele Ressourcen, die dir weiterhelfen können.

Viel Erfolg dabei und bis zum nächsten Mal!

Tim

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