Urteil: Binäre Optionen verboten und CFDs eingeschränkt

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CFD

Die ESMA hat entschieden, dass Binäre Optionen verboten und der Handel mit Forex und CFDs eingeschränkt werden. Was genau das für private Trader bedeutet und wie du vorgehen kannst, erfährst du hier.

Ein wichtiger Tag für die europäische Daytrading Branche.

Die European Securities and Markets Authority (ESMA) hat nach ihrer ersten Ankündigung, den Handel mit Binären Optionen, FX und CFDs zu verbieten bzw einzuschränken, nun Taten folgen lassen.

Aber: Die nachfolgenden Maßnahmen sind momentan nur eine Empfehlung und noch nicht das finale Urteil! Dennoch können wir davon ausgehen, dass die „Empfehlungen“ der ESMA so umgesetzt werden.

 

Die von der ESMA gemäß Artikel 40 der Verordnung über Märkte für Finanzinstrumente beschlossenen Maßnahmen umfassen:

1. Binäre Optionen – Verbot der Vermarktung, des Vertriebs und des Verkaufs binärer
Optionen an Kleinanleger

2. Differenzgeschäfte (CFD) – Beschränkung der Vermarktung, des Vertriebs und des
Verkaufs von CFD an Kleinanleger. Diese Beschränkung umfasst mehrere Maßnahmen:

– Hebel-Obergrenzen (Leverage-Limits) bei der Eröffnung von Positionen

– MarginGlattstellungsvorschrift
(Margin-Close-out) auf Einzelkontobasis; Negativsaldoschutz auf
Einzelkontobasis; Unterbindung des Einsatzes von Anreizen durch CFD-Anbieter und
firmenspezifische standardisierte Risikowarnungen.

Beschränkungen im CFD und Forex Segment:

1. Hebel-Obergrenzen (Leverage-Limits) zwischen 30:1 und 2:1 bei Eröffnung

 30:1 für Hauptwährungspaare;
 20:1 für andere Währungspaare, Gold und wichtige Indizes;
 10:1 für Rohstoffe (außer Gold) und andere Aktienindizes;
 5:1 für Einzelwertpapiere und andere Basiswerte;
 2:1 für Kryptowährungen

2. Margin-Glattstellungsvorschrift (Margin-Close-out) auf Einzelkontobasis. Dabei wird der
Prozentsatz der Margin, bei dem CFD-Anbieter ein oder mehrere CFD eines Kleinanlegers
glattstellen müssen, standardisiert (50 % der erforderlichen Mindest-Margin)

3. Negativsaldoschutz auf Einzelkontobasis. Durch diese Maßnahme wird eine einheitliche
Verlustbegrenzung für Kleinanleger gewährleistet

4. Anreizbeschränkung für CFD-Handel

5. Standardisierte Risikowarnung, aus der u. a. der Prozentsatz der Kleinanlegerkonten des
CFD-Anbieters hervorgeht, in denen Verluste verzeichnet werden.

Das komplette Statement der ESMA gibt es hier:

ESMA Binäre Optionen Verbot

 

Wie stehen wir zu den Maßnahmen?

Es ist für uns ein durchweg positives Ergebnis!

Wir haben bereits mehrfach auf die Gefahr von Binären Optionen hingewiesen und sind nun froh, dass die systematische Abzocke durch dubiose Broker vorbei ist.

Kein professioneller Trader hätte jemals Binäre Optionen gehandelt und so ist es gut, dass auch der „naive“ Kleinanleger gar nicht mehr in Versuchung kommt.

Auch die Einschränkung der CFDs und Forexpaare im Hinblick auf den maximalen Hebel finden wir vernünftig.

Die ESMA hat die unterschiedlichen Begrenzungen an der Liquidität der Basiswerte ausgerichtet. Das ist gut, denn mit der Liquidität steht und fällt die Volatilität. Die wiederum ist dafür (mit-)verantwortlich, dass unerfahrene Anleger bzw Trader schnell in den Ruin getrieben werden.

 

Was können betroffene Trader nun ändern?

Forex und CFDs können weiter gehandelt werden. Wer zuvor mit einem Hebel größer 30 gehandelt hat, hat sowieso noch nicht verstanden, dass es im Trading immer erst darum gehen muss, das eigene Konto zu schützen.

Erfahrene Trader werden immer einen niedrigen Hebel wählen, um einen hohen Drawdown im Konto zu vermeiden.

Anfänger, die bisher Binäre Optionen gehandelt haben, können nun mit wesentlich transparenteren und regulierteren Finanzinstrumenten handeln. Wer glaubt, eine Strategie gehabt zu haben, die mit Binären Optionen funktioniert hat, wird diese auch mit FX und CFDs umsetzen können.

 

Wer sich mit klassischem Forex Handel noch nicht intensiv beschäftigt hat, findet hier unser Forex Wiki mit Grundlagenwissen und weiteren Tipps.

Wer aufgrund des Verbots von Binären Optionen nun einen neuen Broker sucht, sollte hier den Broker Vergleich machen und zu günstigen Konditionen handeln.

Bei Fragen oder Anmerkungen kannst du gerne die Kommentarfunktion nutzen.

Gute Trades!

Tim

2 KOMMENTARE

  1. Ein reduzierter Hebel ist ja grundsätzlich nicht verkehrt bzw. vernünftig, was mich jedoch stört, darüber wird ja direkt die Margin ermittelt! Bei einem kleinen Konto und der gebräuchlichen Regel, pro Position maximal 1% des Kapitals zu riskieren, wird es im kurzfristigen Handel (Haltedauer von wenigen Minuten bis maximal 2 Stunden z.B.) meiner Meinung nach schwierig, dies beizubehalten!

    Was meinst du mit der Aussage: „Erfahrene Trader werden immer einen niedrigen Hebel wählen, um einen hohen Drawdown im Konto zu vermeiden.“ Der Hebel im CFD-Handel wird doch vom Broker für das jeweilige Produkt festgelegt. Ich habe als Trader doch nur die Möglichkeit, die Positionsgröße entsprechend anzupassen.

    • Es gibt zwei verschiedene Hebel. Den Produkthebel legt der Broker fest (Margin), den Positionshebel legt der Trader fest (Stückzahl im Verhältnis zum Kontokapital). Über den Positionshebel bestimmt der Trader sein Risiko im Markt. Wenn ich 12.000 EUR Kapital habe und 10 DAX CFDs handel, ist der Hebel (aktuell) 1:10, bei 1 DAX CFD ist der Hebel 1:1.

      VG
      Tim

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