8 dumme Trading Regeln für erfolgreiches Scheitern

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Trading Regeln

Achtung, genau lesen! Diese Trading Regeln helfen dir beim schnellen und erfolgreichen Scheitern, sofern du sie befolgst. Bist du vielleicht schon dabei?

 

Wir alle kennen Beiträge wie man fürs Trading ein richtiges Mindset entwickelt, welche  Trading Regeln man befolgen sollte, bekannte Zitate erfolgreicher Trader bzw. Investoren die einem immer mal wieder als Gedankenstütze dienen, oder auch, wie man sich ein richtiges Setup aufbaut etc.

Mit diesem Beitrag möchte ich nun einmal das Thema von einer anderen Seite betrachten.

Was habe ich davon, wenn ich viele richtige und wichtige Zitate, Ideen und Regeln kenne, jedoch irgendwo in meinem Kopf noch Gedanken herumschwirren, die verursachen, dass ich die richtigen Regeln nicht zu 100% anwende, sondern diese teilweise durch meine noch falschen Gedanken sabotiert werden?

Ich möchte mit diesem Beitrag ein paar Regeln und Gedankengänge vorstellen, die wohlmöglich so oder so ähnlich jeder von uns in seiner Anfangszeit hatte und vielleicht hat der ein oder andere es noch nicht geschafft, sie vollständig ad acta zu legen.

Solltest du also regelmäßig eine der gleich folgenden „Regeln“ im Kopf haben und diese auch noch befolgen, wird es Zeit, diese einmal genau zu hinterfragen und zu überprüfen ob du damit auf lange Sicht erfolgreich sein kannst, oder ob sich vielleicht deine „Erfolge“ eher aus glücklichen und zufälligen Ereignissen ableiten.

 

1. Trading Regel: „Im Verlust immer nachkaufen und den Durchschnittspreis reduzieren, schließlich wird es schon früher oder später wieder aufwärts gehen“

Einer der gefährlichsten Gedankengänge und Handlungsweisen kommt sofort an erster Stelle. Ich habe schon einige Trader kennen gelernt, die zu Beginn ihrer Karriere diesen Fehler gemacht haben und damit ihr Trading Konto extrem schnell auf „0“ gesetzt haben.

Diese Trader sind z.B. in einen Markt „long“ eingestiegen, jedoch ging es dann in den folgenden Stunden abwärts und die Position befand sich im Minus. Anstatt dann noch einmal seine Analyse und die Gründe für diesen long-Einstieg zu überprüfen, haben sie einfach nach Gefühl nachgekauft.

Sie haben sich dann eingeredet, dass das Minus nun schon viel kleiner geworden ist und der Markt nun nicht mehr so stark zurückkommen müsse wie noch zuvor. Wenn der Markt nun weiter gefallen ist, hat man einfach noch eine Position gekauft und damit wieder den Durchschnittspreis gesenkt und wieder für das Gefühl in einem selbst gesorgt „Toll, jetzt bin ich noch preiswerter in die Position gekommen und wenn es dann bald wieder aufwärts geht bin ich richtig mit dabei.“

In den wenigsten Fällen, vor allem beim Trading, habe ich gesehen, dass sich diese „Strategie“ auszahlt.

Der einzige „Sinn“ hinter dieser Handlung ist jedes Mal, sein Gewissen zu beruhigen und sich einreden zu können, dass nun nach dem vergrößern meiner Position das Minus kleiner wird und die ganze Situation gar nicht mehr so schlimm aussieht. Doch wenn der Kurs weiter fällt, mache ich überproportional viel Verlust.

 

2. Trading Regel: „Setze pro Trade immer mindestens 25% deines Tradingkapitals ein um das wirklich große Geld zu verdienen. Von kleinen Gewinnen ist noch niemand reich geworden und man will natürlich direkt den großen Titel gewinnen.“

Diesen Fehler machen auch viele Anfänger. Sie gehen mit viel zu großen Positionen in den Markt, da man so ja schon mit drei oder vier Gewinntrades und einem natürlich entsprechend großen Hebel sein Leben finanziert hat. Man müsste also nur ein paar Mal richtig liegen und schon sind das Haus, das Auto und der Urlaub finanziert und der lästige Job kann auch gekündigt werden.

Ich müsste 1000€ schließlich auch nur zehnmal verdoppeln und schon bin ich Millionär, bei kleinen Positionen und einem funktionierenden Money- und Risikomanagement bräuchte ich dagegen unzählige Trades, Ausdauer und Geduld.

Warum sollte ich mir das antun, wenn ich doch viel schneller an mein Ziel kommen kann..?

 

3. Trading Regel: „Handel jeden Hype und alles was gut aussieht, ob du es verstehst ist erst einmal sekundär“

Ein weiterer Fehler ist, sich nur die Charts von Basiswerten anzuschauen, deren Funktionsweise und Geschäft man überhaupt nicht versteht und diese zu handeln, da es vielleicht „jeder“ macht, man einige Leute kennt die einem erzählen damit schon viel Geld verdient zu haben und man einfach von der Zukunft und dem „nächsten großen Ding“ profitieren möchte.

Aktuell beobachte ich das häufig bei den Kryptowährungen. Ich bin persönlich weder für noch gegen diese, jedoch habe ich mich schon mit einigen Leuten unterhalten, die damit aktuell angeblich das große Geld verdienen und diese Währungen komplett unterstützen und für toll befinden. Das Problem an der Sache ist nur, dass mir vielleicht einer von zehn Investoren erklären kann, was diese Währungen überhaupt sind, wie diese funktionieren und warum diese aktuell so einen Anstieg verzeichnen.

Viele sehen einfach nur die gewaltigen Kursgewinne aus der Vergangenheit und lesen auf vereinzelten Seite noch etwas, warum diesen Währungen angeblich die Zukunft gehöre und wie jemand innerhalb weniger Tage viel Geld damit verdient hat.

Ich habe mir angewöhnt, nur Basiswerte zu handeln deren Geschäft bzw. Hintergrund ich verstehe, bei denen ich sagen kann, wie das Geld verdient wird und wie diese Werte ausgerichtet sind.

Mit Werten Geld verdienen bei denen man überhaupt nicht weiß worum es sich eigentlich handelt, hat zu 99,9% mit Glück zu tun.

 

4. Trading Regel: „Handel immer gegen den Trend, denn natürlich bist du schlauer als der Markt“

Von dieser Sorte Trader habe ich  auch schon einige getroffen. Viele überschätzen sich und ihre Fähigkeiten komplett und meinen etwas im Markt zu erkennen, dass nur sie gerade sehen.

Diese Trader suchen sich häufig Aktien mit einem starken und nachhaltigen Aufwärts- bzw. Abwärtstrend aus und obwohl eigentlich weder die aktuellen Nachrichten, Wirtschaftsdaten oder auch Bilanzkennzahlen für einen Trendwechsel sprechen, positionieren sie sich komplett gegen den Markt.

Schließlich muss alles was tief gefallen ist irgendwann auch einmal wieder steigen und alles was stark gestiegen ist, verträgt eine Pause und die Korrektur muss nun kommen.

Vielleicht auch inspiriert durch den Film „The Big Short“ hoffen sie richtig zu liegen, anschließend als die „Magier der Märkte“ und Experten angesehen zu werden, schließlich sah man etwas das niemand sah, und gleichzeitig könnte man mit einem Treffer von heute auf morgen finanziell ausgesorgt haben.

Klingt doch toll. Und die X-Mal, die diese „Strategie“ noch nicht geklappt hat, bekommt ja auch erst einmal niemand mit, schließlich hat man am Ende ja Recht behalten!

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5. Trading Regel: „Versuche deinem Alltag zu entfliehen indem du Setups nutzt deren Wahrscheinlichkeit nicht hoch ist, aber sollten sie eintreten steht dem ein entsprechend großer Gewinn gegenüber.“

Diese Regel schließt ein wenig an die oberen an. Man setzt beim Trading auf Werte die man nicht kennt oder auch auf Ereignisse, deren Eintritt nur sehr unwahrscheinlich ist.

WENN es jedoch einmal dazu kommen sollte, winkt ein extrem großer Gewinn und ich kann schon morgen ein neues Leben beginnen und kann so dem monotonen „nine to five“ Hamsterrad-Alltag entfliehen.

So lässt es sich dann auch verschmerzen, wenn man die ersten 100 Male danebenliegt, schließlich muss es doch nur EIN EINZIGES Mal klappen. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt…

 

6. Trading Regel: „Ignoriere dein zuvor mühsam erarbeitetes Setup, deine Regeln und dein Risikomanagement komplett. Verlass dich lieber auf deine subjektiven Meinungen/Emotionen, deine Vorlieben und Vorhersagen anderer (Analysten, Medien…)“

Hierbei ist es wichtig dich nicht von externen Personen, Medien was auch immer beeinflussen zu lassen. Natürlich sollte man sich immer andere Meinungen anhören, darf dabei aber nicht vergessen, diese und deren Absicht zu hinterfragen.

Nur weil ein Analyst einen Wert mit dem Rating ‚buy‘ oder ‚overweight‘ einstuft sollte man nicht sein Setup verwerfen und blind long in den Markt gehen.

Oft sprechen Analysten von Investitionen über einen längeren Zeitraum, dein Tradingstil ist aber nur auf wenige Stunden oder Tage ausgerichtet.

Genauso wenig würde ich blind einer Empfehlung zum Verkauf folgen und die Aktie einfach shorten, auch wenn es nicht zu meinem funktionierenden Setup passt und mir dieses den Trade untermauert.

Auch sollte man nicht Werte handeln nur weil man „im Gefühl hat“, dass hier noch etwas passieren muss oder aus Langeweile einen Trade eingeht, da man am Tag noch nicht gehandelt hat und man diesen Tag schließlich nicht „verschwenden“ darf.

Wenn dein zuvor funktionierendes Setup keinen Einstieg anzeigt, lass die Finger davon!

Auf lange Sicht wird es sich auszahlen.

 

7. Trading Regeln: „Ich kopiere mir einfach eine Strategie von jemand anderem, wenn die Strategie zu ihm passt, werde ich damit auch erfolgreich, wir Menschen sind schließlich alle gleich.“

Diese Haltung ist auch sehr gefährlich. Man kennt den Menschen, von welchem man die Setups und Strategie kopiert vielleicht überhaupt nicht und sieht nur, dass dieser damit sehr erfolgreich ist. Also muss das schließlich bei mir auch klappen.

Das Problem was hier viele nicht bedenken ist, das wir Menschen psychisch alle sehr unterschiedlich sind. Wir haben unterschiedliche Verhaltensweisen und sind unterschiedlich risikoaffin. Vielleicht hat unser Tradingkonto auch ein viel kleineres Handelsvolumen wodurch wir auch komplett anders auf Verluste reagieren, vor allem wenn wir dann auch noch eins zu eins die gleichen Positionsgrößen handeln.

Auch hat der Trader, von welchem wir uns die Strategie kopiert haben vielleicht einen ganz anderen Zeitplan als wir, kann sich in Ruhe alles anschauen und muss nicht aus seinem eigentlich Job im Büro heraus traden wo ihn noch ganz andere Gedanken beschäftigen.

Auch verschmerzen wir Verluste alle komplett anders. Jemand der noch genug finanzielle Reserven hat, sehr risikoaffin ist und/oder ein hohes Vertrauen in sein Setup hat, kann z.B. 15% Verlust ganz anders verkraften als jemand, der sein letztes Geld und alle Hoffnung auf finanzielle Freiheit in das Konto gesteckt hat.

Dieser Person ist die Volatilität an den Märkten eigentlich schon zu viel und sobald die Werte rot werden, verliert er die Nerven.

Da sie das Setup ja einfach nur übernommen hat, weil eine ganz andere Person es erfolgreich angewendet hat und das Konto auch anders monetarisiert ist, kann es auch passieren, dass er diese Strategie nach zwei, drei Verlusttrades schnell verwirft und sich einen anderen Vorturner sucht. Das Spiel beginnt von vorne…

Hier bekommst du 56 geniale Trading Tipps um dein Trading zu verbessern [Fortgeschrittene]  
 


 

8. Trading Regel: „Trade los bevor du einen eigenen, ausgearbeiteten Trading-Plan hast.“

„Egal wo der Einstieg bzw. Ausstieg gewählt werden soll und über das platzieren von Stop Loss und Take Profit kann man sich auch anschließend noch Gedanken machen. Man muss das Eisen schließlich schmieden, solange es noch heiß ist. Sonst sitze ich in ein paar Jahren immer noch hier.“

Diesen Fehler machen auch viele Tradingeinsteiger. Sie neigen dazu ungeduldig zu werden. Theorie ist ja gut und schön, aber so langsam muss es doch mal losgehen. Jeder Tag ohne Trade ist ein verschenkter Tag, wo sollen sonst die Gewinne herkommen?

Es wird ein Basiswert ausgesucht und steigt erst einmal nach Gefühl in eine Richtung ein. Anschließend kann man immer noch schauen, wo und wie man wieder aus dem Markt möchte, aber ich muss natürlich zu allererst einmal in den Markt rein. Dabei sein ist alles!

 

Fazit:

Wir sehen vor allem, dass ein Großteil der oben beschrieben „dummen Regeln“ psychologisch bedingt sind und mit Gier und Aktivismus zu tun haben.

Man kann nicht warten das große Geld zu verdienen und will sofort mit der Praxis starten, ohne zuvor seine Hausaufgaben gemacht zu haben.

Man muss unbedingt beim nächsten Big Thing dabei sein und mit ein wenig Glück kann man schon seinen Job in den nächsten paar Jahren, besser noch paar Monaten, aufgeben und nur vom Trading leben. Wer kennt sie nicht alle, die Trader die nachhaltig erfolgreich sind, sich ihr Leben damit finanzieren können und dafür nicht länger als ein Jahr gebraucht haben…

Wichtig ist immer im Hinterkopf zu haben, dass Trading ein mühsamer Prozess ist, bei dem ich meine Ansichten ständig überprüfen muss.

Eines meiner Lieblingssprichwörter lautet „Gier frisst Hirn“. Wenn man sich dessen bewusst wird, kann man einen großen Teil der oben genannten „dummen Trading Regeln“ eliminieren.

Es ist übrigens ganz natürlich und keine Schande, die oben genannten Gedankengänge zu vollziehen. Ich habe mir auch zu Beginn hier und da ausgemalt, mit welchen Zertifikaten plus einem Hebel jenseits von Gut und Böse ich mein Kapital nur ein paar Mal vervielfachen müsste, um dann knapp 40 Jahre früher in Rente gehen zu können… 😉

Du musst dir realistische Ziele setzen, auch wenn dann der benötigte Zeitraum größer wird!

Hattest oder hast du auch hier und da noch einen der oben beschriebenen Gedanken?

Dann benutz doch einfach die Kommentarfunktion und beschreibe wie dich dieser Gedanke doch noch hier und da ablenkt und beeinflusst.

Grüße

Andreas

P.S: Nun weißt du, welche Trading Regeln du definitiv nicht befolgen darfst. Wenn du darüberhinaus wissen möchtest, wie erfolgreiches Trading aussieht und wie du davon profitieren kannst, dann schaue dir Tims kostenloses Webinar für Trader an!

 

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