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Was ist ein Gap im Börsenhandel?

In diesem Artikel erfährst du, was Gaps im Börsenhandel sind und wie du als Trader damit umgehen kannst.

Inhaltsverzeichnis:

Das Wort Gap bedeutet übersetzt so viel wie "Kurslücke" in einem Chart.

Ein Gap im Börsenhandel tritt auf, wenn sich der Kurs eines Basiswerts zwischen dem Schlusskurs des Vortages und der Eröffnung des nächsten Handelstages auf einem anderen Kursniveau befindet, ohne dass es einen Handel zwischen diesen beiden Kursen gab.

Solche Gaps können jedoch nicht nur über Nacht entstehen, sondern auch im aktiven Handel.

Gaps können sowohl nach oben (Up-Gap) als auch nach unten (Down-Gap) auftreten und können sich auf alle Arten von Basiswerten auswirken, von Aktien über Währungen bis hin zu Rohstoffen.

Wir werden uns nun näher mit Gaps im Börsenhandel befassen und die Ursachen und Auswirkungen dieser untersuchen. Zudem stelle ich dir einige Möglichkeiten vor, die du als Trader anwenden kannst, um mit Gaps umzugehen.

Ursachen von Gaps

Gaps können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden.

Eine der häufigsten Ursachen sind Nachrichten oder Ereignisse, die außerhalb der normalen Handelszeiten auftreten.

Dies können beispielsweise Unternehmensnachrichten oder geopolitische Ereignisse sein, die den Markt beeinflussen.

In der Regel eröffnen die Kurse nach einer solchen Nachricht oder einem solchen Ereignis auf einem anderen Kursniveau, was dann wiederum zu einem Gap führt.

Ein aktuelles Beispiel für ein Up-Gap gab es zuletzt am Ölmarkt.

Der Ölverband OPEC+ entschied am ersten April Wochenende (01.04), dass die Öl-Fördermenge ab Mai um weitere 1,16 Millionen Barrel pro Tag gedrosselt werden soll.

Eine Förderkürzung bedeutet weniger Angebot, was dann wiederum zu höheren Preisen führt.

Dies ließ sich dann auch im Chart des Ölpreises (WTI) erkennen. Am Montag den 03.04 eröffnete der Kurs mit einem größeren Gap nach oben.

Der Anstieg im Vergleich zum Schlusskurs vom Freitag (31.03) betrug rund 7,5%.

Ölpreis (WTI) im Tageschart (D1)

gap

Außerdem können Übernahmen und Fusionen für ein Gap verantwortlich sein.

Wenn Unternehmen fusionieren oder übernommen werden, können sich die Kurse stark verändern. Wenn beispielsweise ein Unternehmen zu einem höheren Preis als dem aktuellen Kurs übernommen wird, kann dies zu einem Gap nach oben führen.

Eine weitere mögliche Ursache ist geringe Liquidität.

Geringe Liquidität bedeutet, dass es weniger Marktteilnehmer gibt, die bereit sind, einen bestimmten Basiswert zu kaufen oder zu verkaufen.

Wenn es wenig Liquidität gibt, können sich Gaps leichter bilden, da das Orderbuch dünn ist und es weniger Angebote gibt, um eine Lücke im Preischart zu schließen.

Auswirkungen von Gaps

Gaps können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf den Markt haben.

Ein Up-Gap kann ein positives Signal sein und auf eine starke Nachfrage und steigende Kurse hindeuten.

Ein Down-Gap hingegen kann ein negatives Signal sein und auf eine schwache Nachfrage und fallende Kurse hindeuten.

Sie können auch Auswirkungen auf die Stimmung der Marktteilnehmer haben.

Wenn ein Markt mit einem Gap eröffnet wird, kann dies eine plötzliche Veränderung der Stimmung auslösen, was wiederum zu erhöhter Volatilität führen kann.

Marktteilnehmer können sich unerwarteten Schwankungen ausgesetzt sehen, die ihre Positionen negativ beeinflussen könnten.

Möglichkeiten zur Handhabung von Gaps

Es gibt verschiedene Strategien, die du als Trader anwenden kannst, um mit Gaps umzugehen.

Eine Möglichkeit besteht darin, das Halten von Positionen über Nacht zu vermeiden. Dadurch bist du von möglichen Verlusten durch Gaps über Nacht nicht betroffen.

Allerdings können Gaps auch im aktiven Handel auftreten. Deswegen solltest du darauf achten, dass die Liquidität der gehandelten Basiswerte nicht zu gering ist.

Des Weiteren kannst du eine Stop-Loss-Order verwenden.

Eine Stop-Loss-Order ist ein Auftrag, den du an deinen Broker erteilen kannst, um automatisch eine Position zu schließen, wenn der Kurs ein bestimmtes Level erreicht.

Wenn ein Gap auftritt, können sich die Kursbewegungen schnell und drastisch ändern.

Für Trader, die keine Schutzmaßnahmen ergriffen haben, kann dies zu erheblichen Verlusten führen.

Eine Stop-Loss-Order kann dabei helfen, solche Verluste zu begrenzen.

Fazit

Gaps gehören zum Berufsrisiko eines jeden Traders und sind leider nicht immer planbar.

Mit den oben genannten Möglichkeiten kann dieses Risiko zumindest eingeschränkt werden.

Für Daytrader oder Scalper, empfiehlt es sich, mit möglichst liquiden Basiswerten zu handeln.

Dabei kann man sich zum Beispiel am durchschnittlichen Volumen orientieren. Oft genügt auch ein einfacher Blick auf den vergangenen Kursverlauf. Sind dort größere Gaps zu erkennen, ist dieser Wert für das Daytrading eher ungeeignet.

Dennoch gibt es auch hier kein richtig oder falsch, da jeder Trader eine andere Vorgehensweise haben kann und auf unterschiedliche Dinge achtet. So soll es auch Trading-Strategien geben, die sich solche Gaps zu Nutze machen.

Hast du schon negative oder auch positive Erfahrungen mit Gaps gemacht? Schreib es gerne in die Kommentare.

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Bis demnächst und gute Trades!

Lukas

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