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Dax 40 – Was passiert mit dem deutschen Leitindex?

In diesem Artikel erfährst du, was genau sich im deutschen Leitindex Dax in Zukunft ändern wird und warum es überhaupt dazu kommt.

Am 20. September 2021 ist es soweit und die zehn größten MDax-Unternehmen steigen in die erste Börsenliga auf.

Der MDax wird von 60 auf 50 Unternehmen verkleinert.

Im deutschen Leitindex Dax sind dann künftig 40 anstatt 30 der wertvollsten Unternehmen Deutschlands vertreten.

Warum überhaupt diese Änderungen?

Nach mehr als 30 Jahren Dax-Historie, hat es den ein oder anderen schon überrascht, dass es nun zu solch einer Änderung kommt.

Experten sind der Meinung, dass die Erweiterung auf 40 Unternehmen vor allem einen sichtbaren Neuanfang für den deutschen Leitindex bedeuten soll.

Der Hauptauslöser für die Überarbeitung der Index-Regeln ist der Skandal um den Zahlungsdienstleister Wirecard, bei dem es eine milliarden-schwere Pleite gab.

Der Aktienkurs von Wirecard hatte sich im Zeitraum von Anfang 2017 bis Ende 2018 vervierfacht und auch das Handelsvolumen war groß genug für einen Einzug in den deutschen Leitindex.

Im September 2018 hat Wirecard dann schließlich die Commerzbank im Dax ersetzt.

Die Insolvenz des Unternehmens im Juni 2020 und nachgewiesener Betrug sorgte dafür, dass der Aktienkurs innerhalb weniger Tage stark abstürzte.

Das Unternehmen blieb jedoch noch bis Ende August 2020 im Dax, obwohl es bereits Ende Juni Insolvenz anmelden musste.

Der Grund hierfür waren Lücken im Regelwerk der Deutschen Börse.

Damit man das nächste mal schneller reagieren könne, waren sich die Verantwortlichen einig, dass eine größere Überarbeitung des Regelwerks nötig war.

Welche Anforderungen müssen die Dax-Unternehmen erfüllen?

Bereits ab Dezember 2020 gilt die Regelung, dass alle Dax-Aufsteiger vor der Aufnahme mindestens zwei Jahre hintereinander ein positives EBITDA aufweisen müssen.

Das EBITDA (Earnings before interest, taxes, depreciation and amortization) ist der operative Gewinn eines Unternehmens vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen.

Folgende Regelungen sind ab März 2021 neu in Kraft getreten:

Alle Index-Mitglieder sind dazu verpflichtet, sowohl testierte Geschäftsberichte als auch Quartalsmitteilungen zu veröffentlichen.

Der Vorteil dabei ist, dass der Index-Anbieter schneller reagieren kann.

Falls die Unternehmen es nicht fristgerecht einhalten können, fliegen sie automatisch aus dem Index.

Diese Frist liegt bei 30 Tagen.

Im Fall Wirecard damals, blieb das Unternehmen weiterhin im Dax, obwohl sie im Frühjahr 2020 bereits mehrmals die Veröffentlichung ihrer Zahlen verschieben mussten.

Des Weiteren müssen alle neuen Dax-Unternehmen regelmäßig überprüfen, ob das Management den offiziell empfohlenen Grundsätzen guter Unternehmensführung (Corporate Governance Kodex) entspricht.

Außerdem ist es aktuell noch so, dass für die Aufnahme in den Dax und die Rangfolge der Werte der Börsenwert (Preis mal Anzahl der Aktien) und das Handelsvolumen (Umsatz ge- und verkaufter Aktien über die vergangenen 12 Monate) zählt.

Letzteres zählt ab September 2021 nicht mehr.

Dann genügt es, wenn „Aufsteiger“ eine Mindestliquidität nachweisen können.

Die Unternehmen brauchen dann künftig einen 12-Monats-Umsatz von mindestens einer Milliarde Euro oder von einem Fünftel ihres Börsenwerts.

Welche Unternehmen könnten in den Leitindex aufsteigen?

Das hängt von der Kursentwicklung ab.

Nach einer Übersicht der DZ Bank hat derzeit Airbus die besten Karten (siehe Tabelle).

Auch die aktuellen MDax-Mitglieder Zalando, Symrise und Sartorius sollen gute Karten für einen Dax-Aufstieg haben.

Dax 40

Kann mit Kursreaktionen im DAX gerechnet werden?

Ob und in welcher Form es bei der Dax-Änderung Kursreaktionen geben wird, kann niemand so genau vorhersagen.

Viel passieren wird aber wahrscheinlich nicht.

Es wurde bereits eine Rückrechnung der Börse durchgeführt, wie sich der Dax mit 40 Werten in der Vergangenheit geschlagen hätte.

Dabei ergab sich folgendes Bild:

Die Index-Schwankungen wären nur minimal geringer gewesen und die durchschnittliche Rendite wäre exakt gleich geblieben.

Der Einfluss der Abschaffung des Handelsumsatzkriteriums hat dagegen einen etwas stärkeren Einfluss.

Hierdurch stiegen in der Rückrechnung die Kursschwankungen leicht und die Rendite sank etwas.

Im MDax wird etwa ein Drittel des Börsenwerts abhanden kommen.

Das ändert aber nichts am Punktestand.

Wie beim Dax werden auch hier nur die Gewichte angepasst.

In der Rückrechnung waren beim MDax ebenfalls keine großen Änderungen erkennbar.

Die Rendite war sogar leicht höher und die Volatilität etwas niedriger.

Was passiert mit ETFs und anderen Finanzprodukten?

ETF-Investoren dürfen bei der Dax-Änderung entspannt bleiben.

Die Index-Anbieter werden die Aktien entsprechend der Gewichtungen ankaufen und die ETFs werden so automatisch umgebaut.

Der Investor muss dabei nichts tun.

Ab dem Stichtag wird der Index dann auf der neuen Basis berechnet.

Im Bezug auf Finanzprodukte wie beispielsweise CFDs, Optionsscheine oder Zertifikate, ändert sich bis auf den Namen des Basiswerts nichts.

Ab dem 20. September beziehen sie sich dann auf den neuen Basiswert Dax 40.

An der Produktgestaltung wie Barrieren, Knock-Out-Schwellen, Caps, Basispreise, Laufzeiten oder Ähnlichem ändert sich jedoch nichts.

Dies liegt daran, dass sich der Wert des Dax durch die Umstellung selbst nicht verändert.

Angenommen der Dax 30 schließt am 17. September mit 16.000 Punkten.

Der Dax 40 startet dann am Morgen des 20. Septembers ebenfalls mit 16.000 Punkten.

Die Deutsche Börse normiert den Startwert entsprechend, sodass ein nahtloser Übergang gewährleistet ist.

Wo kann man Dax-Finanzprodukte handeln?

Für den Handel mit Finanzprodukten benötigt man einen seriösen Broker.

Seriös bedeutet, dass er eine vernünftige Regulierung, große Produktpalette und faire Konditionen hat.

Wir haben dazu zwei Empfehlungen:

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Fazit

Die Dax-Reform ist weniger spektakulär, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Die bisherigen 30 Dax Werte werden auch weiterhin rund 90 Prozent des Gewichts ausmachen.

Die voraussichtlichen Gewichtungen der 10 Aufstiegskandidaten im Dax sind schlichtweg zu gering, um einen starken und bedeutenden Einfluss auf die Kursentwicklung zu haben.

Für Privatinvestoren, die mit ETFs oder anderen Finanzprodukten handeln, ändert sich bis auf den Namen des Basiswerts auch nichts.

Den Zukauf der neuen Aktien und die entsprechende Gewichtung übernimmt der Index-Anbieter automatisch, ohne aktives Zutun der Kunden.

Die Verbesserung der Qualitäts- und Aufnahmekriterien der Unternehmen halte ich für einen Schritt in die richtige Richtung, um für mehr Berechenbarkeit und Transparenz zu sorgen.

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Bis demnächst!

Lukas

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