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Das Märchen vom Stop Loss Fishing

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Das Märchen vom Stop Loss Fishing

Das Märchen vom Stop Loss Fishing

TL;DR

Stop Loss Fishing durch regulierte Broker halte ich für unwahrscheinlich, denn Aufwand, Wettbewerb samt Regulierung und Kundenwert sprechen dagegen. Dass dein Stopp am Hoch landet, liegt meist an Liquidität in Stopp-Zonen, Spread und Slippage, bei Market Makern bleibt ein Interessenkonflikt. Mit Stopp-Protokoll und einer Checkliste prüfst du die Ausführung selbst, und ich zeige dir, wie du Stopps mit Risikomanagement platzierst.

Stop Loss Fishing: Jagen Broker wirklich Stopps? Fakten 2026

Aktualisiert am 20. Oktober 2026. Regulierungsangaben tragen ein Abrufdatum in der Quellenliste.

Nein, regulierte Broker haben wenig Anreiz, Stopps ihrer Kunden zu jagen, da Aufwand, Wettbewerb samt Regulierung und Kundenwert dagegen sprechen. Stop Loss Fishing heißt, dass ein Broker Stopps seiner Kunden gezielt auslöst. Auswahlkriterien für CFD-Broker findest du im kostenlosen Trading Starterkurs.

Mythos: Mein Broker holt meinen Stopp

Dein Stopp löst am lokalen Hoch aus, und danach läuft der Kurs in deine geplante Richtung. Ich verstehe, dass du dem Broker misstraust, das ist nachvollziehbar und kein Zeichen von Naivität.

Wenn ein Stopp punktgenau getroffen wird, liegt für viele Trader der Broker als Erklärung nahe. Besonders Market Maker, also Broker, die Kurse selbst stellen, geraten dabei in Verruf. Bei CFDs, also Differenzkontrakten mit Hebel, ist der Anbieter BaFin zufolge in allen Geschäften Gegenpartei des Kunden (Allgemeinverfügung, Mai 2017).

So erleben Trader es

Einstieg und Stopp

Ein typisches Beispiel zur Illustration: Ein privater Trader eröffnet seinen ersten Account bei einem Broker und handelt die üblichen Werte, DAX und EUR/USD. Die ersten Wochen verlaufen mittelmäßig.

Der Markt steckt in einer ruhigen Seitwärtsphase ohne große Volatilität. Der Trader sieht irgendwie eine Short-Chance, denn irgendwohin muss der Kurs ja gehen, und geht direkt Short.

Seinen Stopp setzt er knapp über das letzte lokale Hoch, so wurde es ihm beigebracht. Kurz darauf droht der Kurs aus der Range nach oben auszubrechen, und der Trade gerät ins Minus.

Auslösung und Verdacht

Der Trader hofft und zittert, doch der Markt will nach oben, der Stopp wird gezogen und der Trade endet im Minus. Dann prüft er die Times & Sales Liste, also die Liste der ausgeführten Trades mit Zeit, Kurs und Menge.

Der Kurs fällt kurz nach seinem Ausstoppen schnell und stetig. Sein Stopp war genau der höchste lokale Punkt, eher der Kurs drehte.

Sein Schluss: Der Online Broker hat die Stopps der kleinen Trader abkassiert und wieder einmal ein Vermögen verdient.

Warum es sich nach Absicht anfühlt

Das ist meine Einordnung und keine Studie. Viele Trader erinnern sich eher an Stopps, nach denen der Kurs drehte, als an die, nach denen er weiterlief. Deswegen empfehle ich dir ein Stopp-Protokoll statt des Bauchgefühls.

Grundlagen zum Stopp findest du im Beitrag Stop-Loss im Daytrading.

„Hätte mir deutlich Zeit gespart und vor allem viele Nerven und Selbstzweifel.“ - McNeef auf Trustpilot

Was gegen Stop Loss Fishing durch den Broker spricht

Bei regulierten Brokern sprechen drei Gründe gegen die Jagd und zwar der Aufwand, der Wettbewerb mit Regulierung und der Kundenwert. Ich halte die Annahme, dein Broker fische deine Stopps ab, in dieser Form für falsch.

Voraussetzung: ein regulierter Broker

Ich spreche nur über vernünftige Broker, bei denen du ein Konto hast. Vernünftig heißt für mich, dass der Broker unter der Aufsicht einer bedeutenden Finanzaufsicht steht, in Deutschland ist es der BaFin, in der Schweiz der FINMA. Ein Broker auf den Cayman Islands gehört für mich nicht dazu.

Wie dein Geld bei einem CFD-Broker geschützt ist, hängt vom Produkt und vom Aufsichtsland ab. In Deutschland schützt die Anlegerentschädigung laut BaFin Ansprüche gegen ein Wertpapierunternehmen zu 90 Prozent, höchstens 20.000 Euro. Verluste aus einer fehlerhaften Anlagestrategie ersetzt sie nicht, prüfe deswegen die Angaben deiner Aufsicht.

Grund 1: Der Aufwand lohnt sich nicht

Der erste Grund ist der Aufwand: Ein Broker müsste Ressourcen bündeln, um Stopps abzufischen. Jeden Kunden zu jeder Uhrzeit zu scannen ist aus meiner Sicht aufwendig, aber möglich. Noch aufwendiger ist es, aus dem Scan die nötigen Schlüsse und Handlungen abzuleiten.

Du könntest einwenden, ein Broker schaue auf Zonen mit besonders vielen Kundenorders und jage dort. Das lasse ich gelten, frage aber, ob sich das lohnt? Der Standardkunde handelt nach meiner Einschätzung so kleine Positionen, dass der Broker davon nicht viel hat.

Grund 2: Wettbewerb und Regulierung

Der zweite Grund ist der zunehmende Wettbewerb. Nach meiner Einschätzung konkurrieren viele Anbieter um Kunden im deutschsprachigen Raum, auch global agierende Broker.

Dazu kommt die Regulierung: Die ESMA kündigte am 27. März 2018 befristete Maßnahmen für CFDs an, darunter Hebel-Obergrenzen zwischen 30:1 und 2:1 sowie einen Negativsaldoschutz auf Einzelkontobasis. Welche Regeln heute für deinen Broker gelten, steht in den Unterlagen seiner Aufsicht.

Wer trickst, verliert nach meiner Einschätzung Zulassung und Vertrauen der Kunden, länderübergreifend. Internet und Social Media schaffen Transparenz und Reichweite, das ist für den Broker nach meiner Einschätzung gefährlich und für dich als Trader von Vorteil.

Grund 3: Der Kundenwert

Der dritte Grund ist der Kundenwert. Für einen Broker, der Orders weiterleitet, ist der beste Kunde ein nachhaltig erfolgreicher Trader mit stetig wachsendem Kontostand und steigenden Positionsgrößen.

Der Broker verdient am Spread, der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, an jedem Trade. Er hat deshalb Interesse an langjährigen Kunden mit wachsendem Volumen. Bei Market Makern kann die Interessenlage anders aussehen.

Trotz der drei Gründe gibt es einen Stop-Loss-Fischer und die Frage lautet: Wer ist es?

Wer wirklich Stopps holt: Marktteilnehmer und Liquidität

Ein vertrauenswürdiger Broker hat kein Interesse am Stop-Loss-Fischen, die Auflösung liegt bei den Marktteilnehmern. Liquidität heißt, dass genug Kauf- und Verkaufsaufträge im Markt stehen, damit eine Order ohne große Kurssprünge ausgeführt wird.

Wer macht was am Markt

Vergleich: Marktteilnehmer, Motiv, Zeithorizont, Wirkung auf Stopp-Zonen.

Marktteilnehmer

Motiv

Zeithorizont

Wirkung auf Stopp-Zonen

Trader und Spekulanten

Kursbewegungen handeln

kurzfristig, hohe Schlagzahl

sorgen nach meiner Einschätzung für Liquidität, legen Stopps an erkennbaren Marken

Arbitrageure

Preisunterschiede zwischen zwei Börsen oder zwischen Future und Kasse suchen

nicht belegt

nicht belegt

Großanleger wie Pensions- und Staatsfonds

langfristig Positionen auf- oder abbauen oder bestehende Positionen absichern (Hedger)

langfristig

marktbewegende Orders, die gestückelt werden

Broker

Kundenorders zum besten Preis ausführen

nicht belegt

sucht Liquidität dort, wo viele Orders liegen

Wie Großanleger Orders stückeln

Großanleger bauen sehr große Aktienpositionen auf oder ab und stückeln ihre Orders, um wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen. Bei einer Iceberg-Order ist laut Börse Frankfurt nur ein Teil der Gesamtorder im Orderbuch sichtbar. Gäbe der Broker alle Stücke auf einmal in den Markt, verschlechterte er den Kurs, denn die Nachfrage fehlt vielleicht und andere Händler wittern ihre Chance.

Der Broker muss den besten Preis suchen, meist dort, wo Liquidität zu erwarten ist und die Stücke unauffällig abgenommen werden. Diese Pflicht heißt Best Execution: § 82 WpHG verlangt Ausführungsgrundsätze, die regelmäßig geprüft werden. Du kannst die Grundsätze deines Brokers selbst prüfen.

Wo die Liquidität liegt

Wo liegen in einem solchen Chart viele Orders? Gestrichelte Linien markieren die Zonen mit der größten Liquidität, blaue Kreise zeigen Stellen, an denen viele Trader Trades beenden wollen. Nach meiner Einschätzung liegt die größte Liquidität dort, wo viele Trader ihre Stopps platzieren.

Stop Loss Fishing

Eine englischsprachige Fed-Studie von 2002 zum Devisenmarkt fand Stopp-Verkaufsorders gehäuft knapp unter und Stopp-Kauforders knapp über runden Zahlen. Dass Großanleger diese Zonen gezielt ansteuern, ist nicht belegt.

Warum nicht dein Broker, sondern der Broker eines Großkunden

Ein Short-Trader legt seinen Stopp dort oder knapp darüber und dieser Stopp ist nichts anderes als eine Buy-Order. Der Broker eines Großanlegers kann in dieser Zone Positionen abgeben. Das ist Liquiditätslogik und keine belegte Absicht.

Der kleine Short-Trader ärgert sich, weil es nach seinem Stopp wieder abwärts ging. Möglich ist, dass nicht sein Broker ihm einen Streich spielen wollte, sondern der Broker eines Großkunden eine normale, aber große Order unauffällig ausführen wollte. Auch das lässt sich Stop Loss Fishing nennen, die Absicht ist eine andere.

Was am Mythos trotzdem stimmt: Market Maker, Spread und Slippage

Ein Teil deines Gefühls hat reale Ursachen in der Ausführung und im Modell des Brokers. Vier Mechanismen erklären das, dazu kommt der Interessenkonflikt beim Market Maker.

Warum dein Stopp so oft genau am Hoch landet

Auslösung auf der Ask-Seite

Ein Short-Stopp ist eine Buy-Order und löst auf der Ask-Seite aus, also beim Kaufkurs. Bei MetaTrader 5 prüft die Plattform laut Hersteller Short-Stopps mit dem Ask-Preis, bei Börseninstrumenten löst dagegen der letzte gehandelte Preis aus.

Welche Seite dein Chart zeigt, hängt von Plattform und Broker ab. Zeigt er den Bid-Preis, also den Verkaufskurs, kann dein Short-Stopp auslösen, bevor der Chart die Marke erreicht. Auch die Times & Sales Liste einer Börse kann nach meiner Einschätzung vom Kurs deines Brokers abweichen, das ist brokerabhängig.

Spreadausweitung bei dünner Liquidität

Bei Nachrichten und in Zeiten dünner Liquidität kann sich der Spread ausweiten. Dann kann dein Short-Stopp im DAX auslösen, bevor dein Chart die Marke zeigt. Das gilt allgemein, das Ausmaß ist brokerabhängig.

Slippage und Gaps

Slippage heißt, dass dein Stopp zum nächsten verfügbaren Kurs anstatt zum Stopp-Kurs ausgeführt wird. Laut Börse Frankfurt kann der Ausführungspreis bei sehr schnellen Kursbewegungen vom Stopp-Kurs abweichen. Das gilt auch bei Kurslücken, im EUR/USD etwa nach Nachrichten, das Ausmaß ist brokerabhängig.

Stopps an offensichtlichen Marken

Das letzte Hoch und runde Zahlen sind Orte, an denen nach meiner Einschätzung viele Orders liegen. Ein Short-Stopp knapp über dem letzten Hoch trifft genau diese Zone. Das gilt allgemein.

Interessenkonflikt beim Market Maker

Ein Market Maker stellt Kurse selbst, ein ECN-Broker leitet Orders weiter. Laut BaFin ist der CFD-Anbieter aber in allen CFD-Geschäften Gegenpartei des Kunden, und sie sieht darin massive Interessenkonflikte. Als Gegenpartei kann der Anbieter an Kundenverlusten verdienen.

In Deutschland verlangt § 82 WpHG von Wertpapierdienstleistungsunternehmen Best Execution. Ob und wie das für deinen Broker gilt, steht in seinen Ausführungsgrundsätzen, deswegen rate ich dir zur eigenen Prüfung. Der Pflichthinweis lautet:

CFDs sind komplexe Instrumente und bergen aufgrund der Hebelwirkung ein hohes Risiko, schnell Geld zu verlieren. Die große Mehrheit der Konten von Kleinanlegern verliert beim Handel mit CFDs Geld.

So verdienen Market Maker, ECN und STP

Die Begriffe werden uneinheitlich verwendet, hier meine Einordnung. Beim A-Book gibt der Broker deine Order weiter, beim B-Book hält er die Gegenposition selbst.

Vergleich: Modell, Funktionsweise, Ertragsquelle, Interessenlage.

Modell

Funktionsweise

Ertragsquelle

Interessenlage

Market Maker

stellt Kurse selbst, ist Gegenpartei

Spread, mögliche Gewinne bei Kundenverlusten

Interessenkonflikt

ECN

leitet Orders an Marktteilnehmer weiter

Spread oder Kommission

Volumen und Kundenbindung

STP

gibt Orders an Liquiditätsgeber weiter

Aufschlag auf den Spread

Volumen und Kundenbindung

So prüfst du, ob dein Broker fair ausführt

Mit Register, Ausführungsgrundsätzen und eigenen Daten prüfst du die Ausführung deines Brokers. Ich rate dir, nicht jede Auffälligkeit als Betrug zu werten, sondern sie zu protokollieren.

Was du in Unterlagen und Registern prüfst

Aufsicht und Ausführungsmodell

  1. ☐ Aufsicht im offiziellen Register prüfen. Woran du es erkennst: Dein Broker steht mit Firmenname im Register der Aufsicht, die er nennt, in Deutschland in der Unternehmensdatenbank der BaFin.
  2. ☐ Ausführungsgrundsätze lesen. Woran du es erkennst: Sie beschreiben, wie der Broker Aufträge ausführt, etwa nach Preis, Kosten und Geschwindigkeit.
  3. ☐ Ausführungsmodell erfragen. Woran du es erkennst: Der Broker sagt klar, ob er Market Maker ist oder Orders weiterleitet.

Beschwerde und Entschädigung

  1. ☐ Beschwerdeweg und Entschädigung klären. Woran du es erkennst: Die Unterlagen nennen Beschwerdestelle, Schlichtungsstelle und Entschädigungssystem und laut BaFin beschwerst du dich zuerst beim Unternehmen. Die Anlegerentschädigung ersetzt keine Verluste aus einer fehlerhaften Anlagestrategie.

Was du an deinen eigenen Trades prüfst

  1. ☐ Stopp-Auslösungen protokollieren. Woran du es erkennst: Du siehst Muster in Zeit, Kurs und Spread statt nur ein Gefühl.
  2. ☐ Charts mit einer zweiten Kursquelle vergleichen. Woran du es erkennst: Die Marke wurde in der zweiten Quelle erreicht oder nicht. Kursquellen können je Broker abweichen.
  3. ☐ Demokonto und Live-Konto gegenüberstellen. Woran du es erkennst: Gleiche Orders lösen auf beiden Konten ähnlich aus.

Das Stopp-Protokoll

Mein Tipp ist, dass du jede Auslösung einträgst, denn das Protokoll ersetzt das Bauchgefühl.

Vergleich: Datum, Markt, Auslösungszeit, Kurs, Spread, Verlauf nach 5 Minuten.

Datum

Markt

Auslösungszeit

Kurs

Spread

Verlauf nach 5 Minuten

Was deine Beobachtung bedeutet

Lösen deine Stopps häufig aus, lies den Beitrag zur Alternative zum schmerzhaften Stop-Loss.

Vergleich: Beobachtung, Wahrscheinliche Ursache, Gegenmaßnahme.

Beobachtung

Wahrscheinliche Ursache

Gegenmaßnahme

Dein Stopp liegt knapp über dem letzten Hoch

Dort liegen viele Orders

Stopp an der Marktstruktur ausrichten

Stopp zur Nachrichtenzeit ausgelöst

Spread und Slippage

Nachrichtenzeiten im Protokoll markieren

Ausgelöst, obwohl der Chart die Marke nicht berührt

Ask-Seite oder anderer Kursfeed

Zweite Kursquelle vergleichen

Mehrere Stopps in Folge im selben Markt

Gleiche Zone, gleiche Struktur

Platzierung ändern, Ausführung prüfen

Kurs läuft nach dem Stopp immer in deine Richtung

Erinnerungseffekt oder zu enger Stopp

Protokoll über viele Trades führen

So legst du Stopps sinnvoller

Richte deinen Stopp an der Marktstruktur und an der Positionsgröße aus, nicht knapp hinter dem letzten Hoch. Ich gebe dir dabei keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine feste Distanz.

Stopp an Marktstruktur und Volatilität ausrichten

Ich rate dir, den Stopp dort zu setzen, wo deine Trade-Idee ungültig wird, etwa hinter einer Range-Grenze. Der Abstand soll zur Volatilität passen. Ein ruhiger Markt braucht einen anderen Abstand als ein Markt nach Nachrichten.

Die englischsprachige Fed-Studie zum Devisenmarkt zeigt, dass sich Stopps an runden Zahlen häufen. Liegt dein Stopp genau dort oder knapp hinter dem letzten Hoch, steht er in einer Zone mit vielen Orders.

Abstand und Positionsgröße gemeinsam planen

Plane Abstand und Positionsgröße gemeinsam, damit der Verlust bei Auslösung im Plan bleibt. Dein Verlust ergibt sich aus Abstand und Positionsgröße, ein größerer Abstand verlangt also eine kleinere Position. Wie du den Stopp nachziehst, findest du im Beitrag Trailing Stop-Loss.

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Verluste gehören dazu

Verluste gehören im Trading dazu. Es ist gar nicht möglich, nur Gewinntrades zu verbuchen. Wer diesen Fakt akzeptiert und mit einem gezogenen Stopp mental vernünftig umgehen kann, kommt seinem Tradingziel ein gutes Stück näher.

Ein gezogener Stopp ist kein Beweis gegen dich oder deinen Broker, sondern Teil deines Systems. Bei uns besprechen wir auch Verlusttrades offen.

Ich rate dir zwei nächste Schritte und zwar, dass du dein Stopp-Protokoll startest und die Checkliste abarbeitest. Viel Erfolg dabei!

Häufige Fragen zu Stop Loss Fishing

Gibt es Stop Loss Fishing wirklich, oder jagen Broker die Stopps von Privattradern?

Bei regulierten Brokern halte ich gezieltes Stop Loss Fishing für unplausibel, da Aufwand, Wettbewerb samt Regulierung und Kundenwert dagegen sprechen. Ganz ausschließen kann ich es nicht, denn bei Market Makern bleibt ein Interessenkonflikt. Prüfe deswegen das Register deiner Aufsicht, die Ausführungsgrundsätze deines Brokers und deine eigenen Stopp-Auslösungen mit Zeit, Kurs und Spread.

Welche Rolle spielen die Marktteilnehmer an der Börse beim Stop Loss Fishing?

Marktteilnehmer bestimmen, wo an der Börse die Liquidität liegt. Trader und Spekulanten platzieren Stopps an erkennbaren Marken, Arbitrageure suchen Preisunterschiede und Großanleger wie Pensions- oder Staatsfonds erteilen marktbewegende Orders, die gestückelt werden. Treffen solche Orders auf Stopp-Zonen, entsteht der Eindruck von Stop Loss Fishing, obwohl der Broker des kleinen Traders nicht eingreift.

Wer fischt dann wirklich nach Stop-Loss-Orders?

Eine gezielte Jagd durch den Broker des kleinen Traders ist nicht belegt. Der Broker eines Großanlegers sucht für eine große Order Liquidität und kann sie dort finden, wo viele Stopps liegen, denn ein Short-Stopp ist eine Buy-Order. Das lässt sich Stop Loss Fishing nennen, die Absicht ist aber eine andere, und dass Großanleger Stopp-Zonen gezielt ansteuern, ist bislang ebenfalls nicht belegt.

Lohnt es sich für einen Broker, die Stopps von Kleinanlegern zu jagen?

Das hängt vom Brokermodell ab. Für Broker, die Orders weiterleiten, lohnt es sich aus meiner Sicht nicht. Der Aufwand ist hoch, Standardkunden handeln kleine Positionen, und erfolgreiche Kunden bringen über Spread und Volumen langfristig mehr. Bei Market Makern kann der Broker an Kundenverlusten verdienen, daraus entsteht ein Interessenkonflikt, den du kennen solltest.

Wo findet ein Broker die Liquidität für große Orders?

Nach meiner Einschätzung dort, wo viele Orders liegen, etwa in Zonen knapp über dem letzten Hoch oder an runden Zahlen, an denen Trader ihre Stopps platzieren. Der Broker muss dabei den besten Preis suchen und die Stücke ohne große Kurssprünge unterbringen. Das gehört zur Best Execution, deren Grundsätze du in den Unterlagen deines Brokers findest.

Warum dreht der Kurs direkt nach meinem Stop-Loss in meine Richtung?

Vier Mechanismen kommen infrage und zwar ein Short-Stopp, der auf der Ask-Seite auslöst, dein Chart, der je nach Plattform die Bid-Seite zeigt, der Spread, der sich bei dünner Liquidität ausweiten kann und Slippage, welche die Ausführung verschieben kann. Dazu liegen an offensichtlichen Marken wie dem letzten Hoch nach meiner Einschätzung viele Orders. Bei MetaTrader 5 gilt laut Hersteller für Short-Stopps der Ask-Preis.

Woran erkenne ich, ob mein Broker fair ausführt?

Prüfe das Register deiner Aufsicht, lies die Ausführungsgrundsätze deines Brokers und frage nach dem Ausführungsmodell. Protokolliere dann deine Stopp-Auslösungen mit Zeit, Kurs und Spread und vergleiche den Chart mit einer zweiten Kursquelle. Ein Muster über viele Trades ist ein Grund zur Nachfrage beim Broker, eine einzelne Auffälligkeit beweist noch keinen Betrug.

Wichtige Begriffe rund um Stop Loss Fishing

Stop Loss Fishing

Stop Loss Fishing, auch Stop Hunting genannt, heißt, dass jemand Stopps gezielt ansteuert, um sie auszulösen. Im Streit mit dem Broker meint der Begriff das gezielte Auslösen durch den Broker. Auch die große Order eines Großanlegers, die an Stopp-Zonen Liquidität findet, wird so genannt, die Absicht ist dort eine andere.

Market Maker

Ein Market Maker stellt Kurse selbst und ist Gegenpartei deiner Order. Er kann an Kundenverlusten verdienen, daraus entsteht ein Interessenkonflikt.

ECN

Nach meiner Einordnung leitet ein ECN-Broker Orders an andere Marktteilnehmer weiter. Der Begriff wird in der Branche uneinheitlich verwendet.

STP

STP steht für Straight Through Processing: Nach meiner Einordnung gibt der Broker deine Order direkt an einen Liquiditätsgeber weiter. Auch dieser Begriff wird uneinheitlich verwendet.

A-Book und B-Book

Nach meiner Einordnung gibt der Broker beim A-Book deine Order weiter. Beim B-Book hält er die Gegenposition selbst.

Best Execution

Best Execution ist die Pflicht, Aufträge zum bestmöglichen Ergebnis auszuführen. § 82 WpHG verlangt dafür Ausführungsgrundsätze, die der Broker regelmäßig prüft, und du findest sie in seinen Unterlagen.

Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, und an ihm verdient der Broker bei jedem Trade. In dünnen Märkten kann er sich ausweiten.

Slippage

Slippage ist die Abweichung zwischen dem Kurs deines Stopps und dem Kurs, zu dem er ausgeführt wird. Sie kann bei schnellen Bewegungen und Kurslücken entstehen, den Gaps.

Times & Sales

Times & Sales ist die Liste der ausgeführten Trades einer Börse mit Zeit, Kurs und Menge. Beim CFD-Handel kann sie nach meiner Einschätzung vom Kurs abweichen, zu dem dein Broker den Stopp auslöst. Ich rate dir, deine Auslösungen mit Zeit und Kurs selbst festzuhalten.

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Quellen und Hinweise

Ich nenne dir die Quellen mit Abrufdatum, damit du alles selbst nachprüfen kannst. Historische Renditen sind keine Garantie für die Zukunft. Beachte auch unseren Risikohinweis.

Diese Inhalte dienen der Weiterbildung und stellen keine Anlageberatung dar. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anbieter ist keine Empfehlung zum Kaufen, Verkaufen oder Halten.

Quellenliste

Aufsicht und Recht

  1. BaFin, Allgemeinverfügung zu CFDs, Mai 2017, ersetzt durch Allgemeinverfügung vom Juli 2019 (bafin.de), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  2. ESMA-Pressemitteilung zur Produktintervention bei CFDs, März 2018, abgerufen am 20. Oktober 2026.
  3. § 82 WpHG, Bestmögliche Ausführung von Kundenaufträgen (gesetze.legal), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  4. BaFin, Einlagensicherung und Anlegerentschädigung (bafin.de), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  5. BaFin, Unternehmensdatenbank (bafin.de), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  6. BaFin, Beschweren bei Unternehmen (bafin.de), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  7. FINMA, Bewilligungsvoraussetzungen für Wertpapierhäuser (finma.ch), abgerufen am 20. Oktober 2026.

Märkte und Plattformen

  1. MetaQuotes, MetaTrader 5 Hilfe zu Auftragsarten (metatrader5.com), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  2. Börse Frankfurt, Orderzusätze und Ordertypen (live.deutsche-boerse.com), abgerufen am 20. Oktober 2026.
  3. Federal Reserve Bank of New York, Staff Report Nr. 150, Juni 2002, auf Englisch (newyorkfed.org), abgerufen am 20. Oktober 2026.
Quelle: TradingFreaks

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