Wie du in Öl investieren kannst (3 Wege)

0
Öl Preis Investment

Der Rohstoff Öl eignet sich durchaus zur Diversifizierung des Portfolios und ist somit für Investments geeignet. Aber auch Trader können vom täglichen „Auf und Ab“ des Ölpreises profitieren. Hier lernst du, welche Möglichkeiten du hast.

 

Die Ölpreise haben sich von den Tiefständen des Jahres 2016 erholt und machen weiterhin Boden gut.

Ich habe einmal ein sehr interessantes Buch von Andreas Eschbach gelesen: „Der Tag an dem das Öl versiegte“.

Die Quintessenz: Nichts geht mehr, wenn kein Öl mehr da ist!

Öl ist für unsere globalisierte Welt so wichtig wie die Luft zum Atmen. Da es sich um einen Rohstoff handelt und Rohstoffe begrenzt sind, wird der Preis über Angebot und Nachfrage geregelt.

Global gesehen gibt es immer noch mehr Angebot als Nachfrage, was die Preise niedrig hält, doch der Rohstoff ist endlich.

Die niedrigen Ölpreise haben durch das Überangebot zu der schlechten Performance des Kurses von WTI, Brent und Co im vergangenen Jahr beigetragen. Letztendlich werden sie sich wieder erholen.

Die OPEC versucht über Produktionsdrosselungen eine Stabilisierung des Ölpreises zu erzielen.

Wie du von einem steigenden Ölpreis profitieren kannst, erfährst du nun im weiteren Verlauf.

 

3 Möglichkeiten, in Öl zu investieren

Die vier gängigsten Anlage- und Tradingmöglichkeiten in Öl stelle ich dir nun vor. Wir beginnen mit klassischen Aktien.

Aktien von Öl-Gesellschaften

Es gibt eine Vielzahl an öl-fördernden und –produzierenden Konzernen, deren Aktien du börsentäglich handeln kannst.

Zu den Branchenriesen gehören:

  1. Exxon Mobile
  2. Chevron
  3. BP
  4. Shell

Diese Giganten teilen sich den Großteil der Marktanteile. Anbei eine Statistik zu den jeweiligen Marktwerten.
Öl Aktie Konzerne Statsitik
Marktwert der führenden Öl- und Gaskonzerne weltweit im Jahr 2017 (in Milliarden US-Dollar).

Der Vorteil eines Investments in Öl Aktien ist die Flexibilität in Bezug auf An- und Verkauf der Aktien. Ebenso kann man die Aktie klassisch als Investment mit längerer Perspektive ins Depot legen oder aber über Derivate wie Optionen oder CFDs aktiv traden.

Viele Anleger stört bei der Aktienanlage, dass sie nicht 1:1 vom Ölpreis profitieren und die Aktie auch anderen Risiken wie Management, Währung, Wettbewerb, etc. unterliegt.

Wenn man sich aber einmal die Korrelation von Aktien und dem Ölpreis anschaut, sieht man eine gewisse Abhängigkeit der Aktienkursentwicklung vom Ölpreis.

Laut einem Artikel von finanznachrichten.de lag die Korrelation zwischen Öl und der BP Aktie im Mai 2017 bei 0,49. Daraus lässt sich ableiten, dass der Ölpreis an ca. 49 % der Veränderung der BP-Aktie beteiligt ist. Bezogen auf einen Zeitraum von einem Jahr beträgt die positive Korrelation mit dem Ölpreis sogar 0,56.

 

2. Öl ETF oder Zertifikate kaufen

Die ETF Branche boomt seit Jahren. Niedrige Kosten und transparente Abbildungen sorgen für eine hohe Beliebtheit unter Privatanlegern.

Achtung: Bei Öl ETFs sieht es anders aus! Hier können Anleger schnell in eine Falle tappen.

Ein ETF kann den Ölpreis NICHT 1:1 abbilden. Auch hier gibt es nur Annäherungsversuche über Derivate oder einen Korb aus Öl-Aktien.

Ein sehr beliebter Öl ETF ist der iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF (DE) mit der WKN A0H08M.

Dieser ETF investiert direkt in die im Index enthaltenen Aktiengesellschaften, nicht in Öl und Gas.

Eine Abbildung über Derivate sorgt oft dafür, dass der Status „Sondervermögen“ wegfällt und der Anleger dann nicht vor der Insolvenz des Emittenten geschützt ist.

Ebenso lauert ein Währungsrisiko, da viele ETFs und Zertifikate in USD aufgelegt werden. Wenn der ETF steigt, aber sich die Währung ungünstig entwickelt, ist der Gewinn weg.

Wenn ein klassischer Investmentfonds in Futures Kontrakte investiert, besteht das Risiko von Rollverlusten. Da Terminkontrakte eine Fälligkeit haben, müssen die Kontrakte immer wieder in neue Kontrakte „gerollt“ (übertragen) werden. Wenn zum Zeitpunkt des Transfers ein Buchverlust mit diesem Kontrakt besteht, muss er zwangsläufig realisiert werden, was den Wert des Fonds senkt.

Noch ein kurzer Ausflug zu Knockout Zertifikaten.

KO Zertifikate werden bei Erreichen einer Schwelle beendet. Der Anleger hat dann einen Totalverlust. Dennoch kann ich mit ihnen transparent handeln und über den Abstand zur KO Schwelle mein Risiko definieren.

Manche Knockouts laufen immer weiter, wenn die KO Schwelle nicht erreicht wird. Um die Finanzierungskosten des Emittenten zu decken, werden Strike und Knock-Out bei diesem nicht laufzeitbegrenzten Wertpapier regelmäßig erniedrigt, so dass der Wert des Knock-Outs bei gleichbleibenden Kursen des Basiswertes sinkt.

Lange Seitwärts- oder Verlustphasen sollten also vermieden werden.

 

3. Investieren in Öl-Futures

Der nächste Ansatz für Investitionen in Öl ist der Kauf von Ölterminkontrakten. Dieses Derivat ermöglicht eine 1:1 Partizipation am Ölpreis.

Ölterminkontrakte werden an einer Rohstoffbörse wie der New York Mercantile Exchange gekauft und verkauft. Futures-Kontrakte ermöglichen es dir, eine bestimmte Menge Öl zu kaufen oder zu verkaufen – in der Zukunft. Wenn du also einen Ölterminkontrakt kaufst und der Ölpreis steigt, bevor der Kontrakt ausläuft, machst du Gewinn. Im umgekehrten Fall machst du Verlust. Zudem kann auf steigende und fallende Ölpreise spekuliert werden.

Von den verschiedenen Ölarten sind Light Sweet Crude Oil und Brent Crude die meistgehandelten Sorten.

Der Unterschied zwischen Brent Crude und Light Sweet Crude Oil besteht in der Herkunft des Öls. Light Sweet Crude Oil wird in Amerika gefördert, Brent Crude kommt hauptsächlich aus der Nordsee.

Die Preise beider Futures korrelieren sehr positiv miteinander, wobei temporäre Unterschied in der Preisentwicklung vorkommen können, was u.a. von Angebot und Nachfrage sowie Lagerkosten abhängig ist.

Für Kleinanleger ist der Handel von Futures nur über CFDs möglich, da klassische Future Kontrakte erst für größere Konten zugänglich sind. Die zu hinterlegenden Sicherheitsmargin für Light Sweet Crude Oil liegt zwischen 3000-und 5000 EUR.

Durch den Hebeleffekt können hier extreme Risiken entstehen, weshalb nur erfahrene Investoren und Trader mit diesem Derivat handeln sollten.

 

Wer sich über den Handel mit Futures und Optionen auf Öl und andere Basiswerte informieren möchte, findet hier einige Informationen bei Lynx.

Fazit:

In diesem Beitrag hast du einige Finanzinstrumente kennengelernt, mit denen du von steigenden und fallenden Ölpreisen profitieren kannst.

Auch wenn ETFs sehr beliebt geworden sind, so gibt es im Rahmen von Rohstoffinvestments einige Fallstricke.

Wichtig ist, dass das jeweilige Instrument vollends verstanden wird und zum Handelsstil (und damit auch zur zeitlichen Perspektive) des Investors passt.

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

1 + 6 =