Forex Optionen sind Derviate mit begrenzter Laufzeit. Sie haben ein feststehendes Datum, an dem sie auslaufen und abgerechnet werden. Das kann den Kurs des  Währungspaars maßgeblich beeinflussen. Hier lernst du, worauf du achten musst.

Forex kannst du mit verschiedenen derivativen Instrumenten handeln. Forex Optionen sind neben dem Spot-Handel ein beliebtes Werkzeug, um am Währungsmarkt zu handeln.

Wichtig: Wir reden von Optionen, nicht Optionsscheinen!

Täglich laufen Optionen im Forexmarkt aus.

Viele Trader und Investoren sehen in deren News-Feeds auch die Währungspaare, die Marken an denen die Optionen liegen und auch das gesamte Volumen an diesen Marken.

Aber kaum einer weiß was die Zahlen bedeuten, ob diese wichtig sind und wie oder ob sie den Markt beeinflussen.

Kann ich also mit den Daten einen Gewinn erzielen und eine Strategie daraus ableiten oder es sonst für mein Trading nutzen?

 

Kurzer Exkurs: Was sind Optionen überhaupt?

Optionen sind Verträge zwischen zwei Parteien, die durch Zahlung einer „Prämie“ dem Investor das Recht aber nicht die Verpflichtung einbringen, einen Basiswert (z.B. DAX, EURUSD, etc.) zu einem bestimmten Preis („strike“) an einem bestimmten Zeitpunkt („expiry“) zu kaufen oder zu verkaufen.

Eine Kaufoption ist eine sogenannte „Call“-Option, eine Verkaufsoption wird „Put“-Option genannt.

Der Preis dieser Kontrakte steigt oder fällt entsprechend dem jeweiligen Kurs des Basiswertes im Vergleich zum Ausübungspreis.

Eine Call-Option steigt im Wert, je weiter sich der aktuelle Marktpreis über dem Ausübungspreis bewegt. Die Option befindet sich dann „Im Geld“ (in the money). So kann der Investor davon profitieren, einen Basiswert preiswert kaufen zu können um diesen theoretisch direkt an der Börse teurer zu verkaufen. Die Differenz abzgl. Der Transaktionskosten ist der Gewinn.

Befindet sich der Marktpreis unter dem Ausübungspreis befindet sich die Option „aus dem Geld“ (out the money).

Bei einer Put-Option ist es dann genau andersherum.

Der Wert einer Put-Option steigt, je weiter sich der Basispreis unter den Ausübungspreis befindet.

Die bringt dem Investor den Vorteil, dass er das Recht hat, einen Basiswert   für mehr als dem aktuellen Marktpreis verkaufen zu können.

 

Welche Arten von Optionen gibt es im Markt?

Wir haben es hier im Markt mit unterschiedlichen „Typen“ von Optionen zu tun.

Vanilla Options

Die mit Abstand häufigsten und auch simpelsten Optionen sind die sogenannten „Vanilla Options“

Dieses sind einfache Call- und Put-Optionen. Sie sind unabhängig vom Kurs des Basiswertes bis zum Verfallstag aktiv und kümmern sich nicht darum ob der Basiswert bestimmte Marken über- bzw. unterschreitet.

Barriers

Barriers sind nur dann zur Auszahlung vorgesehen, wenn der Kurs des Basiswertes den Ausübungspreis der Barriere bis zum Verfall nicht überschreitet. Anders als bei den Vanilla Options kann es also passieren, dass die Art an Optionen schon vor dem eigentlichen Tag der Ausübung wertlos verfallen und der Investor so einen Verlust erleidet. Hierfür ist das Strike-Level der Option zu beachten und je nach Art darf dieser Strike nicht über- bzw. unterschritten werden.

Double No Touch

Bei den Double No Touch Optionen (auch DNT genannt) geht es noch einen Schritt weiter und diese dürfen, unabhängig davon ob es sich um Call- oder Put-Optionen handelt, zwei bestimmte Marken (Strikes) nicht berühren. Eine davon über und die andere unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes.

Die Optionen sind sowohl nach unten mit einem Strike versehen als auch nach oben gedeckelt. Der Basiswert muss sich also bis zu der Ausübung eher seitlich bzw. in einem Korridor bewegen um nicht wertlos zu verfallen.

 

Wann wird es spannend?

Die Optionen laufen täglich um 10:00 Uhr New Yorker Zeit im sogenannten „New York Cut“ aus. Dies wäre um 16:00 Uhr in Deutschland.

Der gesamte Ablauf des Optionsverfalls und ob dieser dann den Markt nach oben oder unten treibt ist sehr kompliziert und schwer vorauszusagen.

Dies liegt unter anderem daran, dass es nicht nur einen einzigen Kurs gibt zu dem diese Optionen verfallen, sondern wir viele unterschiedliche Marken haben an denen Optionen auslaufen werden.

Auch wissen wir vorher nicht, ob der Ausübungskurs (Strike Price) dieser Optionen unter oder über dem aktuellen Kurs liegt.

Was wir allerdings kennen sind die Kurse zu denen bestimmte Volumina an Optionen auslaufen.

Ich betrachte hierbei Marken mit einem Volumen von mindestens einer Milliarde. Die Marken wirken oft im Tagesverlauf und zum Zeitpunkt der Ausübung wie Magnete für die Kurse der Währungspaare.

 

Forex Optionen Auslauf

Beispielhafte Auflistung des Auslaufs von Forex Optionen, 1 BLN = 1 MRD, Quelle: Newswires/Ransquawk

Wenn wir heute bspw. einen Optionsverfall von 1,5 Milliarden bei einem EUR/USD Kurs von 1,1500 haben, wird der Kurs tendenziell bis 16:00 Uhr unserer Zeit in Richtung 1,1500 tendieren.

Der Kurs könnte leicht unter oder leicht über die Ausübungsmarke von 1,1500 steigen und darum pendeln. Je nach Positionierung der Investoren könnten einige von einem Kurs leicht unterhalb und andere wiederum von einem Kurs leicht oberhalb der Marke profitieren.

Diese Investoren versuchen also über Käufe bzw. Verkäufe der jeweiligen Währungen den Kurs in eine für sie günstige Ausgangslage zu bringen.

Es lässt sich öfters beobachten, wie im Tagesverlauf der Kurs immer wieder in Richtung dieser großen Volumina im Markt läuft.

Mit diesen Informationen allein können Trader ein paar Pips im Tagesverlauf erwirtschaften.

Die Optionen können Tradern helfen, den Bereich zu erkunden, in welchem das jeweilige Währungspaar wohl im Tagesverlauf pendeln wird.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich aus diesen Informationen zwar meiner Meinung nach, keine feste Strategie ableiten lässt, aber es hilft uns ein wenig bei der Orientierung im Markt.

Auch lässt dieses Wissen einen nicht verwundert zurück, wenn plötzlich mal Marken im Tagesverlauf angelaufen werden die so fundamental wohlmöglich nicht begründet sind.

Dies wäre eine Möglichkeit wie diese täglich veröffentlichten Optionsausläufe auf den Markt auswirken und welche Informationen wir hiervon ableiten können.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt aber auch, dass sich hier kein Gesetz ableiten lässt und dass es auch genügend Ausnahmen schon gegeben hat.

Zum Verständnis und zur Aufklärung sollte es aber trotz allem eine nützliche Information sein, die dem ein oder anderen in seinem Trading weiterhelfen kann.

Andreas Stark

 

 

 

 

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