Ob im Metatrader oder im Online Broker. Wer Aktien, CFDs, Forex, etc. handelt, muss diese Trading Orderarten kennen. Wir erläutern dir die Ordertypen mit einfachen Beispielen.

Viele verschiedene Trading Orderarten, viele verschiedene Funktionen. Hast du den Durchblick? In Kürze schon.

Wir werden uns in diesem Beitrag die 6 wichtigsten Trading Orderarten anschauen, mit denen du als Investor oder Trader arbeiten kannst.

In erster Linie ist mit einer Order eine Auftragserteilung an den Broker gemeint. Auf Grund der Order werden Wertpapiere oder Derivate gekauft bzw. verkauft.

Der Broker wird zur Abwicklung und Verwahrung hinzugezogen, da wir als Privatpersonen keinen direkten Zugang zur Börse haben.

Nun erinnern wir uns an die Zeit vor Einführung des Internets. Kunden, die investieren wollten mussten zunächst den morgendlichen Wirtschaftsteil Ihrer Tageszeitung durcharbeiten um die Entwicklung des Vortages zu sehen.

Anschließend ging man zum Schnurtelefon und wählte die Nummer des Brokers. Die Order wurde aufgegeben und die Spannung bis zum nächsten Morgen und dem Erhalt der nächsten Tageszeitung stieg stündlich an.

Heutzutage hat uns das Internet eine Menge neuer Möglichkeiten zum Traden und Investieren zur Verfügung gestellt.

Neben der schnellen Informationsgewinnung zur Generierung von Trading Ideen handeln wir fast ausschließlich mit Hilfe des Computers und der Chartsoftware des Online Brokers.

Die Broker geben uns die Möglichkeit, selbst Orders zu erfassen, zu verändern und zu löschen.

Die 6 beliebtesten Trading Orderarten schauen wir uns nun an:

 

1. Trading Ordertyp: Market Order

Bei einer Market Order gehen wir direkt in den Markt, ohne einen bestimmten Preis abzuwarten. Diese Order kann für den Kauf (billigst) oder Verkauf (bestens) angewendet werden. Wenn wir die Order aufgeben wird diese zum nächstgehandelten Kurs ausgeführt.

Wenn wir beispielsweise eine Order im DAX Long aufgeben und der Kaufkurs gerade bei 10.500 Punkten steht, erhalten wir nicht unbedingt die 10.500 als Kaufkurs, sondern den Kurs, der als nächstes gemäß Orderbuch gematched wird. Das kann theoretisch jeder x-beliebige Kurs sein, wird in gefühlten 99% der Fälle aber eine Abrechnung zwischen 10499 und 10501 sein (abhängig von der Liquidität und der Volatilität).

Die Market Order wird im Meta Trader mit Hilfe der großen Kauf/Verkauf bzw. Buy/Sell Buttons im Chart aufgegeben.

Zusammenfassung:
– Kauf oder Verkauf zu aktuellem Kurs
– Nach Orderausführung wird zum nächsten Kurs abgerechnet
– Direkter, manueller Trade

Diese einfachste Variante der Orderausführung ist natürlich leicht nachvollziehbar. Nach der Market-Order widmen wir uns nun den verschiedenen Stop und Limit Orders.

 

2. Trading Ordertyp: Buy Stop Order

Bei dieser Orderart wird eine Kauforder platziert. Dabei setzt der Trader auf steigende Kurse. Die Order wird über den aktuellen Kaufkurs gelegt und nur ausgeführt, wenn der Kurs seinen Aufwärtstrend fortsetzt und die gewählte Marke erreicht.

Mit dieser Orderart wird der Käufer „eingestoppt“, sobald sein gewählter Kurs im Orderbuch abgearbeitet wird. Auch hier gilt: Bei Auslösung des Stopps wird zum nächstgehandelten Kurs abgerechnet.

Je nach Broker können auch die Begriffe Stop Buy oder Start Buy Order auftauchen. Gerade der letztgenannte Begriff ist eigentlich praktischer, denn dieser Ordertyp signalisiert ja einen Start in den Handel und keinen Ausstieg.

Zusammenfassung:
– Long Einstieg
– Kauf oberhalb aktuellem Kursniveau
– Warten auf weiteren Kursantieg

Trading Ordertypen

3. Trading Ordertyp: Buy Limit Order

Eine Buy-Limit-Order dient ebenfalls einem Long-Einstieg. Anders als zuvor wird hier die Order unter das aktuelle Kursniveau gelegt. Man wartet also einen weiteren Rücklauf ab, um eventuell günstiger in den Markt zu kommen. Auch hier wird die Order nach Erreichen des Limits „Market“ ausgelöst.

Buy-Limit-Orders können beispielsweise bei Anwendung von Fibonacci Retracements genutzt werden.

Zusammenfassung:
– Long Einstieg
– Kauf unter aktuellem Kurs
– Warten auf Rücklauf (z.B. Fibonacci Retracement)

Buy Limit Order

4. Trading Ordertyp: Sell Stop Order

Eine Sell-Stop-Order wird für den Shorthandel verwendet. Dabei wird die Order unter den aktuellen Kurs gelegt. Wenn der Kurs weiter fällt und die gewünschte Zone erreicht, wird die Order „Market“ ausgelöst.

Diese Orderart macht Sinn, wenn man zum aktuellen Kurs (noch) nicht Short in den markt gehen möchte. Beispielsweise kann die Sell Stop Order unter eine bedeutende Unterstützungszone gelegt werden. Sobald der Kurs dieses Level bricht, ist oft ein volatiler Ausbruch nach unten gegeben. Der Trader kann davon profitieren, in dem er mit Hilfe des Sell Stops in den Markt „eingestoppt“ wird.

Sell Stop Order

5. Trading Ordertyp: Sell Limit Order

Eine Sell-Limit-Order signalisiert einen Shorteinstieg. Dabei wird die Order oberhalb des aktuellen Kurses platziert.

Auch hier wartet man auf eine Korrektur des Kurses, um günstiger in den Markt zu kommen, wie beim Handel nach Fibonacci Retracements oder anderen Widerstands- bzw. Unterstützungszonen.

Zusammenfassung:
– Shorthandel
– Einstieg über aktuellem Kursniveau
– Warten auf Rücklauf (z.B. Fibonacci Retracement)

Sell Limit Order

6. Trading Orderarten: Stop Loss und Take Profit

Wir führen die beiden gängigsten Trading Orderarten abschließend zusammen auf.

Der Stop Loss ist eine Order, die idealerweise zeitgleich mit dem Tradeeinstieg platziert wird. Dabei dient sie als Verlustbegrenzung, wenn der Kurs entgegen den Erwartungen des Traders verläuft.

Wenn ich long trade, wird der SL unter den Einstiegskurs gelegt.

Wenn ich short trade, wird der SL über den Einstiegskurs gelegt.

Eine Stop Loss Order ist also je nach Richtung (Long oder Short) eine Stop- oder Limit Order, die bei erreichen „Market“ ausgelöst wird.

Der Take Profit ist das Gegenstück zur Stop Loss Order. Hier wird bei positivem Verlauf eine automatische Gewinnmitnahme angestrebt. Bei Erreichen des anvisierten Levels wird die Order „Market“ ausgeführt.

Im Rahmen des eigenen Risikomanagements ist es wichtig, zumindest mit einem Stop Loss zu arbeiten. Je nach dem wieviel der Trader riskieren will, wird der Stop Loss enger oder weiter unter den Kaufkurs platziert.

Anstelle des Stop Loss kann man auch mit Hedging seinen Kontostand schützen. Welche Variante sinnvoller ist, erläutere ich dir hier in einem separaten Beitrag zum Thema „Hedging oder Stop Loss“.

Eine modifizierte Ausführung des klassischen Stop Loss ist der Trailing Stop. Die Angler unter uns werden den Begriff bildlich einordnen können. Denn Trailing bedeutet „Hinterherziehen“. Und wie der Fischer bei fahrendem Boot die Angel auswirft und den Köder hinterherzieht, so kann der Trader einen platzierten Stop dem steigenden oder fallenden Kurs automatisch „hinterherziehen“ lassen.

Diese Vorgehensweise macht Sinn, wenn man laufenden Buchgewinne im Falle einer Kurskorrektur nicht wieder vollständig an den Markt zurückgeben möchte.

Der Trailing Stop Loss wird anhand fester EUR-Beträge oder prozentualer Werte an steigende bzw. fallende Kurse stets nachgezogen.

Warum ist die Anwendung dieser Trading Ordertypen sinnvoll?

Zunächst einmal erkaufe ich mir mit diesen Ordertypen Freizeit.

Denn wenn ich mit einem Trade im Markt unterwegs bin, muss ich ihn laufend kontrollieren. Nun ist es allerdings nicht gesund, rund um die Uhr vor den Charts zu sitzen und jedem Tick hinterher zu fiebern.

Die vorgestellten Trading Orderarten nehmen mir diese Arbeit ab. Ich kann mir eine zeitliche Abwesenheit von den Charts guten Gewissens erlauben. Dieser teilautomatisierte Händler verrichtet seine Arbeit für mich, ganz ohne Gebühren und emotionale Aktivitäten.

Ein weiterer Pluspunkt geht mit der Trading Psychologie einher.

Wenn Trader ohne Stop Loss handeln, neigen sie dazu, Verluste sehr lange laufen zu lassen, ohne die Reißleine zu ziehen. Immer wieder sagt man sich: „So hier müsste der Kurs aber jetzt endlich drehen“. Meistens macht der Markt aber nicht das, was wir wollen oder uns wünschen. Die Folge sind horrende Buchverluste, die irgendwann realisiert werden müssen.

Ein Stop Loss hilft uns dabei, automatisch die Reißleine zu ziehen. Natürlich kann der Trader immer noch eingreifen und den SL jederzeit versetzen. Doch wer den SL im Markt hat, beschützt generell sein Nervenkostüm und das eigene Konto.

Auch im Falle eines Flashcrashs kann ein Stop Loss den Erhalt des Trading Kontos sichern.

Wichtig zu wissen ist, dass der Stop Loss keine Garantie für eine saubere Orderausführung darstellt! Im Falle des erwähnten Flashcrash kann eine erhebliche Abweichung zum gewünschten Kurs entstehen.

Es gibt Trading Broker, die einen garantierten Stopp anbieten, was meistens mit einer Gebühr verbunden ist. Damit hättest du aber eine höhere Sicherheit.

 

Fazit:

Es macht aus vielerlei Gründen Sinn, im täglichen Trading oder auch beim Investieren mit längerfristiger Perspektive, eine oder mehrere der vorgestellten Ordertypen zu nutzen.

Neben der möglichen zeitlichen Abwesenheit vom Trading Desk ist vor allem die psychologische Komponente entscheidend.

Die Ordertypen helfen dabei:

1. Nicht sofort in den Markt zu gehen sondern einen besseren Preis abzuwarten
2. Verluste zu begrenzen und Gewinne laufen zu lassen
3. Risikoreiche Marktereignisse monetär abzufedern

Mache dich mit den einzelnen Trading Orderarten vertraut und integriere sie in deine Trading Strategie, sofern sie zu deinem favorisierten Setup passen.

Und wenn du der Meinung bist, das eine Stop Loss Order keinen Sinn macht, weil der böse Broker Stop Loss Fishing betreibt, möchte ich dir bei diesem Gedanken gerne noch schnell den Wind aus den Segeln nehmen, denn:

  1. Professionelle Tradingfirmen und Investmentbanken arbeiten mit Stop Loss!
  2. Es gibt ab und an Stop Loss Fishing, aber es ist nicht der Broker! (Hier mehr erfahren)

Viel Erfolg!

Tim

 

Weißt du, welche 7 kritischen Fehler dein Tradingkonto gefährden?





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