Es gibt eine Trading Gewohnheit, die in vielen Tradern verankert ist und die richtig viel Geld kostet. Ob du auch davon betroffen bist, kannst du mit Hilfe des Beitrags feststellen.

 
 
1202 Trades in einem Jahr, das sind durchschnittlich 3 Trades pro Tag. Ist das viel?

Das kommt drauf an. Für einen Scalper ist es vielleicht schon zu wenig, für einen Swingtrader schon zu viel.

Doch ganz gleich ob es nun 300 oder 3000 Trades waren, alle Trader neigen dabei zu einer kuriosen Verhaltensweise.

Diese Verhaltensweise sorgt oftmals für einen Teufelskreis aus Verlusttrades und dem Nicht-Erkennen von Fehlern.

Das Phänomen, was sich dahinter verbirgt und welches wir nun genauer durchleuchten wollen, nennt sich „Recency Bias“.

Recency beschreibt dabei eine gewisse Kurzfristigkeit. Unter Bias verstehen wir eine Neigung, Vorliebe oder den Hang nach etwas.
 
 
Wenn wir beide Begriffe verbinden und auf das Trading projizieren, erhalten wir unsere weiter oben angekündigte Verhaltensweise: Den Hang zum Vergessen.

Ja wir vergessen sehr schnell. Nicht nur das eigens auferlegte Trading Setup. Sondern auch die Mehrheit unserer abgeschlossenen Trades.

Sowohl der Swingtrader als auch der Scalper, beide können sich nicht mehr an die Trades 1-291 bzw. 1-1193 erinnern. Lediglich die letzten 5-10 Trades können wir nach ein paar Tagen noch rekonstruieren.

Und wenn wir es schaffen uns an die letzten Trades zu erinnern, dann auch nur lückenhaft. Am ehesten wissen wir noch, ob es ein Gewinn- oder Verlusttrade war und welche Summe eingebucht wurde.

Doch welche Gründe für den eingegangenen Trade Nummer 121 gegeben waren und welche Emotionen uns begleitet haben, wissen wir nicht mehr.
 
 

Worum geht es also bei unserem Hang zum Vergessen im Trading?

 
Recency Bias ist der Prozess der Beeinflussung des Denkens und Handelns, in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens und besonders im Trading.

Nun beschreibt dieser Prozess nicht nur das schnelle Vergessen der einzelnen Trades, sondern noch einen viel wichtigeren Fakt.

Dabei geht es um die Prägung des Verhaltens auf Basis der letzten Trades.

Was ist damit gemeint?

Es bedeutet, dass die zuletzt absolvierten Trades unsere Gedanken und Emotionen für die nächsten Trades beeinflussen.

Speziell, wenn du eine Reihe von Verlusttrades ertragen musstest, ist das gefährlich. Denn die kommenden Trades werden dann oft ohne das nötige Selbstvertrauen getätigt, was wiederum zu frühen Gewinnmitnahmen oder halbherzigen Analysen führt.

Der Teufelskreis beginnt…

Und in der Folge passiert dann das, was private Trader gerne machen (vor allem erfolglose Trader). Es wird am eigenen Trading Setup gezweifelt. Mit jedem weiteren Fehltrade ein bisschen mehr.

Nach kurzer Zeit wird dann alles über den Haufen geworfen und die Suche nach einer neuen Tradingstrategie beginnt.

Und auch hier wird nach den ersten Fehltrades wieder gezweifelt. Du siehst, es ist eine Never-Ending-Story, oder?
 
 

Wie kannst du den negativen Effekt von Recency Bias ausschalten?

 
Die Antwort ist denkbar einfach. Beginne damit, deine Trades zu protokollieren.

Systematisch, möglichst ausführlich und konsequent. Dazu gehört dann auch eine regelmäßige Analyse.

Durch diese Herangehensweise kannst du dich in kritischen Phasen immer wieder an die positiven Momente erinnern und noch wichtiger:

Du erkennst deine Fehler und kannst schon bald erkennen, ob die Verlustserie wirklich besorgniserregend sein muss (weil keine wirkliche Strategie vorliegt), oder nicht. Ein Trading Tagebuch hilft dir dabei.

Denn was du niemals vergessen darfst:

Verluste gehören im Trading dazu! Du darfst Verluste niemals persönlich nehmen. Der Markt gibt und der Markt nimmt. So war es, so ist es und so wird es wohl immer sein.

Mache dir deine Trading Gewohnheit bewusst und erinnere dich regelmäßig an das große Bild.

Dabei wünsche ich dir viel Erfolg!
 
 
 
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