Der Weg zum professionellen Trader ist lang, schmerzhaft und verwirrend. Alle suchen nach einer Trading Strategie, Setups, Vorturnern und Coaches, oft ohne Erfolg. Doch wie wäre es denn mit dieser Trading Strategie?

 

Es ist ein wenig beängstigend, wenn man sieht, wie viel Kohle private Trader tagtäglich verbrennen. Um diese Zahl zu ermitteln müsste man doch eigentlich einfach nur in die Bilanzen der CFD-Broker schauen und dort in die GuV-Rechnung. Denn der Verlust des Traders ist oftmals der Gewinn des Brokers.

Wenn über 90% der Trader stets Verluste erzielen, ist diese Trading Strategie der Broker wohl eine wahre Goldgrube.

 

Warum dieses Konzept nicht selbst anwenden?

Jetzt könnte ich mir doch einen Tradinganfänger suchen, ihm nochmal mit Herzblut die Story des schnellen Millionärs ins Ohr flüstern und ihn fragen, welche Farbe seine Yacht einmal haben wird. Anschließend gebe ich ihm 10.000 EUR und sage ihm „nun mach mal“.

„Schaue dir auf Youtube drei Videos zur Charttechnik an und lese ein Buch zu „Setups für Anfänger“ und schon kannst du starten. Den Gewinn den du machst kannst du behalten, meine 10.000 EUR hätte ich dann gerne wieder wenn du bei 50.000 EUR angekommen bist! Achja, eine Bedingung: Du musst alle deine Positionen, die du eingehst  oder schließt, vorher oder realtime bei mir melden. Und zwar wirklich ALLE!“

Das arme Greenhorn wird wahrscheinlich, wie wir alle damals, vor lauter Euphorie keine drei Tage aushalten und der erste Trade ist platziert. Genauso wahrscheinlich ist eine gnadenlose Überhebelung, da das Buch zur Charttechnik das Thema Moneymanagement nicht einmal erwähnt hat. Und wenn es doch  erwähnt wurde, wurde es stur ignoriert.

Kurioserweise lässt sich bei fast allen Anfängern in den ersten Tagen ein beachtlicher Gewinn feststellen. Es liegt noch eine gewisse Leichtigkeit in der Luft. Man macht sich nicht dauernd Gedanken, wo der Kurs überall drehen könnte.

Nun sind ein paar Trades vergangen und der junge Padawan ist im 7.Himmel – es wird Zeit mitzumachen…

Er meldet brav seinen nächsten Einstieg und gibt mir somit rechtzeitig die Möglichkeit was genau zu tuen?

Genau – ich gehe die Gegenposition ein und handle konträr zu ihm! Denn wie du und ich wissen, wird es nicht lange dauern und es kommen die ersten Verlusttrades. Da es für mich kein Nullsummenspiel werden soll, nehme ich die doppelte Positionsgröße gegenüber seinem Trade (ich habe ihm ja mein Geld geliehen).

Nun wurde er das erste Mal mit Verlusttrades konfrontiert und wird fortan zögerlicher. Die anfängliche Sorglosigkeit ist wie verflogen und die Gewinne werden aus Angst vor weiteren Verlusten viel zu schnell mitgenommen. Auf der anderen Seite lässt er Verluste nun aber viel weiter laufen und hofft minütlich auf den Turnaround. Da ich die Gegenposition eingegangen bin freue ich mich gerade über einen immer weiter wachsenden (Buch-)gewinn.

Seine Trades werden von Woche zu Woche unkontrollierter, speziell nach einem Verlusttrade. Aber mein Kontostand wächst kontinuierlich…

Nach drei Monaten ist sein Depot platt und meins auf All-Time-High. Wir stellen gemeinsam fest, dass sein Trading vielleicht doch nicht so ausgereift ist und ich biete ihm ein Coaching an. Da wir nicht im selben Büro traden biete ich ihm 2x wöchentlich ein Webinar an. Jetzt lernt er, wo seine Stopps platziert werden sollen und wie man einen Trendkanal handelt. Seine Euphorie steigt wieder an.. er scheint wieder bereit zu sein.. mein Depot ist es auch.

 

An dieser Stelle beenden wir unsere zermürbenden Gedankengänge.

Ich hoffe es wurde klar, dass diese Verhaltensweisen viele unsere Broker tagtäglich an den Tag legen.  Ist es verwerflich? Vielleicht schon. Vielleicht nicht. Eine Sache gilt jedoch immer: Wenn ich einen Trade im Plus schließe, hat jemand anders den Verlust realisiert.

Für mich stellt sich jetzt die Frage, wie Menschen mit dem gewonnenen Geld umgehen. Denn genau an diesem Punkt entscheidet sich für mich, ob der Gewinn sauber und moralisch korrekt ist, oder nicht.

Die meisten Broker verdienen soviel Geld, dass es wahnsinnige Bonuszahlungen im Top-Management geben muss. Was passiert mit diesem Geld?

Man kann durchaus sagen, dass jeder von uns, der es sich leisten kann mit CFDs, Futures oder anderen Derivaten zu traden, mehr als nur die Grundbedürfnisse eines Menschen, erfüllt hat. Von daher finde ich es auch nicht verwerflich, wenn die Mehrheit von „uns“ dieses Geld verliert, denn anscheinend brauchen wir es nicht.

Allerdings ist es nur dann nicht verwerflich, wenn derjenige, der es dauerhaft gewinnt, verantwortungsbewusst und menschlich damit umgeht und denjenigen hilft, deren Grundbedürfnisse (Sicherheit,Gesundheit,Nahrung, etc..) nicht erfüllt sind!

In meinem persönlichen Trader-Manifest steht geschrieben, dass ich mindestens 20% meiner Gewinne am Jahresende (nach Steuern) spenden werde. Denn nur dann erfüllt sich für mich der Sinn des Tradings.

Vielleicht ließt der ein oder andere Manager eines Brokers diese Zeilen.

Dieser Beitrag soll zum nachdenken anregen und den Horizont erweitern.

Wer nach einer „richtigen“ Trading Strategie sucht, klickt bitte hier.

 

 

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2 KOMMENTARE

  1. Man Tim, was geht in deinem Kopf vor :))) Nein Spaß..Starke Sichtweise und Gedankengänge! Danke dafür!

    LG Yoda

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