Korrelation ist ein wichtiger Faktor für Investoren und Trader. Besonders im Trading sorgt sie für Sicherheit oder erhöhte Gefahr. Lerne, wie du sie gezielt nutzen kannst.

In dem heutigen Artikel, geht es um das Thema Korrelation von verschiedenen Anlageklassen im Trading und Investieren.

Du wirst in diesem Beitrag lernen, was die Korrelation im Trading und im Investing bedeutet, denn hier gibt es Gemeinsamkeiten und Unterschiede, die du kennen musst.

Viele haben schon einmal von Korrelation gehört, können aber doch nicht allzu viel damit anfangen.

Meiner Meinung nach gehört die Korrelation von Aktien, Forexpaaren, Anleihen und anderen Assets zu einer der wichtigsten Größen, wenn es um das Thema Trading und Investment geht.

Das Verstehen von Korrelationen wird dich davor schützen, unnötige Verluste realisieren zu müssen. Auch wird dein Depot in Zukunft nicht mehr so stark schwanken, solltest du dein Geld auf verschiedene Branchen und Assetklassen aufteilen.

Unter Korrelation versteht man allgemein die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Ereignissen oder Merkmalen. Aber eben auch die Beziehung und den Verlauf von verschiedenen Handelsinstrumenten und Basiswerten an der Börse.

Beim Thema Trading wird dir die Korrelation sehr behilflich sein. Du wirst durch diese in einigen Marktphasen die Finger von bestimmten Anlageklassen lassen, da es auf Grund der aktuellen Situation keinen Sinn ergeben würde, diese zu handeln. Du weißt aber nur mit Hilfe der Korrelation, welche Klassen dies sein werden.

Korrelation der einzelnen Assetklassen

Ein einfaches und gern genommenes Beispiel ist:

Man sollte keine Edelmetalle (z.B. Gold und Silber) kaufen, wenn die Aktienmärkte steigen. Dies liegt an der sogenannten „negativen Korrelation“ dieser beiden Klassen. Hand in Hand mit dem Thema „Korrelation“ gehen die Themen „Diversifikation“ und „Portfoliotheorie“.

Die Portfoliotheorie besagt, dass ich durch eine präzise Aufteilung meines Geldes auf mehrere Assetklassen das absolute und relative Risiko für mein Depot reduzieren kann. Hierfür müsste zwischen den verschiedenen Klassen eine Korrelation im negativen Bereich bzw. nahe Null vorliegen.

Bei der Diversifikation geht es um die sinnvolle Verteilung des Geldes in diverse Branchen bzw. Assetklassen. Ganz nach dem Motto „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ wird hier versucht, durch eine geschickte Aufteilung das Risiko zu minimieren.

Sollte in einer bestimmten Branche oder Anlageklasse ein negativer Trend vorherrschen und ich bin einzig und allein in dieser investiert, sorgt dies nur unnötig für Kopfschmerzen und schlaflose Nächte. Nur woher weiß ich, wie ich mein Geld aufzuteilen habe und ob ich die richtige Anlageklasse zur Absicherung ausgewählt habe?

Dafür müssen wir zunächst wissen, welche Analageklassen es gibt und wie sich diese untereinander verhalten.

Hierfür lassen sich die am Markt gehandelten Assets („Anlageklassen“) in folgende Gruppierungen einteilen:

– Aktien
– Währungen
– Anleihen
– Rohstoffe

Nun reicht es jedoch nicht, wie weiter oben schon angedeutet, sich einfach aus jeder dieser Klassen etwas zu kaufen um behaupten zu können, dass das eigene Depot nun besser geschützt sei und zukünftig weniger schwanken wird. Sondern wir müssen Klassen finden, die „negativ Korrelieren“.

Doch was ist überhaupt eine negative Korrelation? Und was würde es für mein Depot bedeuten, sollte ich doch einmal eine Anlageklasse mit positiver Korrelation auswählen?

Die Korrelation hat einen Wertebereich zwischen -1 und +1.

„-1“ steht dementsprechend für eine negative Korrelation und „+1“ für eine positive. Sollte die berechnete Korrelation etwa „0“ ergeben so besteht kein Zusammenhang zwischen den Klassen.

Bei einem Wert von +1, steigt beispielsweise der Wert von Klasse A und Klasse B im Gleichlauf. Bei einer Korrelation von -1 würden der Wert A und der Wert B entgegengesetzt laufen.

Ein Wert von beispielweise „0,6“ sagt aus, dass die gewählte Klasse 60% der Kursgewinne bzw. Verluste der anderen Klasse mitmacht.

Beispiele für Korrelationen:

Korrelationsmatrix
Quelle: extra-funds.de

Auf Diversifikation muss beim Investieren und im Trading geachtet werden.

Natürlich ist mein Portfolio besser diversifiziert, wenn ich mir aus allen vier Anlageklassen blind etwas kaufe. Sollten alle vier Einzelwerte zufälligerweise positiv miteinander korrelieren, bringt mir dies beim Thema Risikominimierung überhaupt nichts.

Nur wie bekomme ich heraus welche Werte positiv oder negativ miteinander korrelieren?

Natürlich muss ich die Korrelationen auch nicht per Hand ausrechnen. Für eine Übersicht gibt es eine sogenannte „Korrelationsmatrix“
Korrelationsmatrix Anlageklassen
Quelle: multiasset.com

In der Matrix kann ich meine vorhandenen Werte raussuchen und schauen wie sich diese mit anderen Verhalten.

Nehme ich mir die erste Zeile und die zweite Spalte der Korrelationsmatrix vor, sehe ich, dass Aktien Europa und Aktien USA eine positive Korrelation von 0,76% haben. Wenn also amerikanische Aktien um 1% steigen, dann steigen europäische Aktien durchschnittlich um 0,76%. Im negativen Fall fallen sie entsprechend.

Solche Matrizen gibt es in den verschiedensten Formen und Details. Es gibt diese einmal wie oben über die verschiedenen Anlageklassen hinweg. Es ist aber natürlich auch möglich sich eine Matrix herauszusuchen die mir anzeigt, wie die 30 Werte im Dax miteinander korrelieren
(http://www.finanzen.net/indizes/indizes_matrix.asp).

Auch kann ich mir eine Matrix für den Forexbereich anschauen die mir zeigt, wie beispielsweise US-Dollar und Yen korrelieren.

Korrelation beim Investieren in Aktien

Die Korrelation spielt im Trading eine andere Rolle, als im Investieren. Zunächst betrachten wir klassischen Aktieninvestments.

Bin ich beispielsweise primär in europäische Aktien investiert, kann ich mein Depot nicht schwankungsärmer gestalten, indem ich noch amerikanische und afrikanische Aktien dazukaufe (siehe obere Grafik).

Natürlich bin ich zunächst internationaler diversifiziert. Aber Aktien sind immer noch Aktien. Bricht ein Markt ein, dauert es in der Regel nicht lange bis eine globale Kettenreaktion erfolgt. Siehe beispielsweise Finanzkrise 2008.

Hier würde es mit meinen europäischen Aktien mehr Sinn ergeben, wenn ich mir einen Goldanteil mit ins Depot lege. Noch besser wäre es natürlich eine Klasse zu finden welche mit meiner vorhandenen negativ korreliert.

Sollten dann einmal meine europäischen Werte fallen, würde die andere Klasse normalerweise steigen. Dadurch würden die in Europa entstandenen Verluste ausgeglichen und gleichzeitig mein Depot weniger volatil werden.

Eine praxisnahe Frage dazu:

Macht es Sinn, nur Aktien von Daimler, BMW und Porsche im Depot zu haben?

Es ist schon mal löblich, dass der Investor in diesem Fall nicht auf ein Pferd setzt, sondern sein Geld auf drei verschiedene Aktien aufteilt.
Doch bei genauerem Hinsehen müsste dir auffallen, dass die Diversifizierung nicht über die Autobranche und das Land (Deutschland) hinausgeht. So etwas ist riskant, wie uns die Dieselaffäre gezeigt hat.

Aktien der gleichen Branche weisen auch eine positive Korrelation aus.

Besser wäre es hier, einen Wert aus der Autobranche, einen aus der Lebensmittelbranche und einen aus der Pharmabranche zu nehmen (sofern diese nicht stark miteinander korrelieren, also ungefähr zwischen 0,3 und -0,3 liegen). Somit habe ich natürlich immer noch nur eine Assetklasse (Aktien), diese ist aber wenigstens mit drei verschiedenen Branchen vertreten.

Korrelation beim Investieren in mehrere Assetklassen

Viele Hedge- und Investmentfonds nutzen zur Risikoreduzierung verschiedene Assetklassen, um möglichst geringe Schwankungen zu erzielen und zeitgleich in jeder Marktphase profitieren zu können.

Besonders interessant sind dabei Wechselwirkungen zwischen Aktien und Anleihen (Zinsen).

Wenn die EZB irgendwann einmal anfängt die Zinsen für die Eurozone zu erhöhen, kann es Sinn ergeben, sich Euros zu kaufen und von einem Anstieg dieser zu profitieren. Schließlich gibt es nun wieder etwas mehr Zinsen für mein Geld und die Nachfrage nach dieser Währung sollte anwachsen.

Wenn die Zinsen jedoch steigen verlieren Aktien und die aktuell ausgegebenen Anleihen an Wert, da diese nun weniger attraktiv werden. Die ab diesem Zeitpunkt neu emittierten Anleihen werden einen höheren Zinscoupon haben, weshalb die Nachfrage nach alten niedriger verzinsten Anleihen abnehmen wird.

Auch muss ich nicht mehr ein so hohes Risiko am Aktienmarkt eingehen, da ich nun auch auf dem Sparbuch wieder halbwegs vernünftige Zinsen bekomme. Diesem Gedankengang werden Verkäufe an den Aktienmärkten folgen, wodurch dort die Kurse fallen.

Sollte Draghi also eines Tages verkünden, dass die Zinsen wieder schrittweise erhöht werden, kann ein Long Engagement beispielweise im EuroStoxx oder Staatsanleihen aus Europa eine schlechte Wahl sein.

Bis zu diesem Event werden aber wohl noch so ein, zwei Tage vergehen.

Korrelation im Trading

Allgemein lässt sich für das Trading festhalten, dass eine Korrelations-Matrix sehr nützlich sein kann.

Doch die Anwendung muss mit den betrachteten Zeiteinheiten übereinstimmen. Korrelationen auf Basis von 4h Charts entwickeln sich anders als auf Tages- oder Wochenbasis.

Auch im Risikomanagement spielt Korrelation eine große Rolle. Wenn mein Risikomanagement den Handel von 1 DAX CFD zulässt und ich plötzlich noch 1 DOW Jones CFD dazukaufe, dann ist mein Risiko zu hoch, denn DAX und DOW haben in höheren Zeiteinheiten eine positive Korrelation.

Es gibt Trader, die anstelle eines Stop Loss einen Hedge mit negativ korrelierenden Titeln vornehmen. So wird zum Beispiel ein Long im USDJPY mit einem Short im USDCHF gehedged.

Eine weitere Möglichkeit für Aktientrader besteht darin, aus einer Branche den besten Performer Long zu kaufen und im schlechtesten Performer der Branche zeitgleich Short zu gehen. Sollte es zu einem plötzlichen Markteinbruch in der Branche oder einfach nur negativen Meldungen kommen, ist das Portfolio gesichert und der Kontostand wächst unter Umständen sogar.

Natürlich muss man sich diese nicht ausgedruckt neben den Rechner legen und vor jedem Trade darauf schauen, wie nun der Wert ganz genau korreliert.

Du solltest die Korrelationen von Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Währungen in etwa kennen und im Hinterkopf behalten. So kennst du auch die Reaktion deiner laufenden Trades auf Zinsentscheidungen, allgemeinen Verwerfungen am Markt und anderen Ereignissen.

Weißt du, welche 7 kritischen Fehler dein Tradingkonto gefährden?





Auch hilft es dir vor solchen Ereignissen wie beispielsweise einer Zinsentscheidung zu schauen, was mögliche Auswirkungen bei einem veränderten Zinssatz wären. Somit kannst du dir frühzeitig passende Werte und Setups zurechtlegen und bist im entscheidenden Moment vorne mit dabei.

Du siehst, die Korrelation kann für verschiedene Investment- und Daytrading Strategien genutzt werden.

Bis dahin wünsche ich erfolgreiche Handelstage!

Andreas

P.S: Hast du Ergänzungen zu diesem Beitrag? Wie nutzt du die Korrelation?

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1 KOMMENTAR

  1. Hallo Andreas,
    eine Antwort auf ein so komplexes Thema zu geben ist schwierig. Aber zu den Korrelationen im Trading denke ich, daß man dann doch ins Detail gehen muß, um dem Ansatz gerecht zu werden. Tim verweist im Webinar eindeutig darauf bestimmte Fehler nicht zu machen.
    Man sollte u. A. diversifizieren. Es ist klar nachvollziehbar dadurch die Chance zum Auffinden von „5-Sterne-Setups“ zu erhöhen.
    Aber gerade dadurch würde man ja, seinen zu handelnden Assets eine Korrelationsgrundlage zuordnen müssen. Meiner Meinung nach in einfach gehaltener grafischer Form unter Beachtung der von Dir bezeichneten Zeitrahmen. Wird das so gemacht, oder verkompliziert das nur den Tradingprozeß? Und falls ja, wie könnte so eine grafische Korrelationsgrundlage aussehen?
    Gruß Axel

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