Informatives Interview mit BrokerDeal Co-Founder

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Wie arbeitet ein Broker? Welche Auswahlkriterien sind relevant? Michael Hinterleitner ist Gründer des Vergleichsportals brokerdeal.de und Gastautor auf godmode-trader.de. Auf Grund der vielen Anfragen unserer User bezüglich der Brokerkriterien, bekommen wir nun interessante Informationen aus erster Hand.

 

  1. Herr Hinterleitner, wieviel Trading Erfahrung hatten Sie zu dem Zeitpunkt, als brokerdeal ins Leben gerufen wurde und was waren die Gründe?

 

Erstmal vielen Dank für das Interesse Herr Grüger. Also zu traden begonnen habe ich schon mit 16, und die Idee zu BrokerDeal entstand 2010, also hatte ich ca. zwölf Jahre Tradingerfahrung zu diesem Zeitpunkt.

 

Tatsächlich war der Startschuss zu diesem Brokervergleich der Umstand, dass ich endlich mal wieder wissen wollte, ob ich eigentlich beim richtigen Broker bin für meine Bedürfnisse. Die dann entstehende Recherche war überraschend mühsam und zeitraubend. Auf große Hilfe bin ich im Netz dabei noch nicht gestoßen, die vielen kleinen und großen Details waren fast unüberschaubar. Am Ende hatte ich derart viel Material und Erkenntnisse zusammengetragen, dass ich diese Informationen unbedingt mit anderen Tradern teilen wollte.

 

Daraus entstand dann zusammen mit meinem großartigen Geschäftsführer Werner Strauch nicht nur der innovative Brokervergleich quer durch alle. Sondern wir haben uns von Beginn an mit den interessantesten Brokern an einen Tisch gesetzt und Vorteile für unsere Mitglieder ausverhandelt. So haben alle einen Mehrwert: die Trader können günstiger handeln als bei einer direkten Kontoeröffnung, der Broker erhält mehr Aufmerksamkeit, und bei BrokerDeal und unseren Hilfsprojekten bleibt auch noch ein Teil hängen.

 

 

  1. Welche Finanzinstrumente und Märkte kann man als Manager eines erfolgreichen Online-Portals nebenbei überhaupt handeln und in welcher Intensität?

 

Witzige Frage, denn diese muss ich mir selbst regelmäßig stellen. Tatsächlich ist Daytrading praktisch unmöglich geworden, bzw. wenn dann konzentriere ich mich auf die Eröffnungsstunde, wo immer für Action gesorgt ist. Mein Hauptfokus liegt mittlerweile aber klar beim Swing- und Positionstrading mit Bluechips, die Orderaufgabe und das Trade Management offener Positionen kann dabei bequem außerbörslich erfolgen.

 

Und dabei sind meine Lieblingsinstrumente klar CFDs. Gegenüber Optionsscheinen und Zertifikaten sind diese weitaus transparenter und kostengünstiger, und gegenüber den Aktien selbst benötigt man weniger Kapital bzw. kann sein Portfolio besser streuen und diversifizieren. Nachteilig wird es nur bei längerer Haltedauer, da dann die täglichen Finanzierungskosten zu tragen kommen.

 

 

  1. Gibt es manchmal Tage, an denen Sie mit Börse und Trading am liebsten nichts zu tun haben würden?

 

Klar, wenn mir schon das Eröffnungsgap alle Stopps reißt und neu eröffnete Positionen durch einen Trendwechsel kurze Zeit später ebenfalls auf dem Schafott enden!

Dass nach all den Jahren die Emotionen in den Hintergrund treten bei all der Routine ist für mich ein Gerücht, das sind Durchhalteparolen für nervöse Anfänger.

Ich lebe mit jedem Trade mit, wichtig ist einfach, dass man dabei seinen Tradingplan einhält und keine nervösen Finger bekommt. Aber zumindest schaffe ich es seit wenigen Jahren, dass ich untertags nicht ständig die laufenden Positionen im Auge behalte, sonst könnte ich mich etwa um BrokerDeal ja gar nicht mehr kümmern.

 

Ein für mich sehr wichtiger Luxus ist es ohnehin, auch mal eine Woche oder zwei keinen Trade anzurühren. Meist natürlich nach einer schlechten Phase, dann lass ich es auch mal gut sein und versuche keinen Turnaround zu erzwingen. Eine kleine Auszeit hilft immer wieder fokussiert und motiviert frisch ans Werk zu gehen.

 

 

  1. Anfang Januar gab es für einige Broker ernsthafte Schwierigkeiten im Hinblick auf die Abkoppelung des Schweizer Franken vom Euro, teilweise mit der Folge der Insolvenz. Wie können sich Kunden, in Bezug auf die Brokerwahl vor solchen Szenarien schützen?

 

Das war in der Tat eine unschöne Geschichte für betroffene Trader. Ein sogenannter Black Swan, der extrem selten auftritt, dann aber für gehörigen Wirbel und Probleme sorgen kann.

 

Ein Ratschlag von mir ist immer sein Kapital, wenn es ein gewisses Niveau übersteigt, auf mehr als einen Broker aufzuteilen. Das mindert nicht nur das Ausfallrisiko, sondern optimiert auch das Trading, denn: kein Broker ist in allen Bereichen der Beste. Der eine empfiehlt sich für kurzfristigen Index-Handel, der andere für aktiven Aktienhandel, und ein dritter ist Spitzenreiter beim Forextrading. Zwar sind Einlagen bei EU-Brokern ohnehin zu mindestens 20.000€ abgesichert. Aber im Falle einer Insolvenz ist es zeit- und nervenraubend, bis die Gelder freigegeben werden.

 

  1. Der Spiegel berichtet aktuell von einem Fall, wo ein Ingenieur aus 2800 EUR Einsatz beim EUR/CHF einen Verlust von 280.000 EUR machte und somit die Privatinsolvenz folgte. 

 

Dieser und andere Fälle machen die Runde, das sind schon erschreckende Zahlen. Tatsächlich besteht beim Handel mit Futures, Optionen, Devisen und CFDs die Gefahr, dass der mögliche Verlust die Einlage übersteigen kann, die sogenannte Nachschusspflicht. Ist mir in all den Jahren zwar noch nie widerfahren, aber so ein schwarzer Schwan kann irgendwann zuschlagen.

Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, sollte einfach CFD/FX-Broker ohne Nachschusspflicht wählen. Welche das sind kann ebenfalls in unserem Brokervergleich gewählt werden in den Filterkriterien.

 

 

  1. Können Sie kurz erläutern, wie ein Broker vorgeht, sobald ein Kunde eine Position z.B. im Dax via CFD, eröffnet? Geht er ein Gegengeschäft ein oder gibt es andere Varianten?

 

Althergebrachte Market Maker, im englischsprachigen Raum auch B-Book-Broker genannt, haben sowohl die Erlaubnis als auch die Absicht, die Gegenposition zu den Kunden einzunehmen. D.h. ordere ich CFDs auf den Dax30, dann wird so ein Market Maker sich nicht mit einem FDax an der Börse absichern, womit er dann nur um Spreadaufschlag zwischen FDax und CFD-Dax verdient. Sondern er nimmt diesen Auftrag ins eigene Buch. Gewinnt der Trader, ist das der Verlust des Brokers. Da aber die überwiegende Mehrzahl der Anleger leider immer noch verliert, ist das ein ziemlich gutes Geschäft.

Aber, und das ist ein dickes fettes Aber: ein Market Maker ist nicht per se eine schlechte Wahl! Es gibt genügend solcher Anbieter die sich sehr um eine maximal professionelle Abwicklung bemühen, und nicht gegen die Kunden arbeiten. So konnten gerade bei dem vorher erwähnten SNB-Event am 15. Januar einige Market Maker mit exzellenten Ausführungen positiv überraschen.

 

Wer sich darum gleich gar keine Gedanken machen möchte greift zu 100%igen ECN/STP-Brokern oder welchen die gar keine Market Making-Lizenz haben. Dies betrifft zwar primär den Forexhandel, hier leiten schon die meisten Broker einfach an deren angeschlossenen Liquiditätsprovider und Banken durch ohne selbst die Gegenposition zum Kunden einzugehen. Aber auch für CFDs auf Indizes & Co gibt es schon eine Handvoll Broker, die Orders direkt weiterleiten.

 

 

  1. Welche Auswahlkriterien muss ein Broker erfüllen, um in Ihre engere Auswahl zu kommen?

 

Das klingt fast so als würden wir entscheiden, wer in den Brokervergleich aufgenommen wird und wer nicht. Dabei sind alle Anbieter willkommen, wir brauchen nur etwas Entgegenkommen beim Ausfüllen unserer umfangreichen Fragebögen.

Geht es darum welche Broker wir für Gespräche bezüglich Vorteile für unsere Mitglieder in Betracht ziehen, dann sieht die Sache natürlich anders aus.

Hierfür berücksichtigen wir alle abgegebenen Kundenbewertungen in unserem Portal, recherchieren auch in anderen Foren ob Kunden zufrieden sind, und vor allem unterziehen wir die potentiellen Partnerbroker einem anonymen Echtgeldtest. Wenn alles seriös vonstattengeht und auch die Chemie stimmt mit der Kontaktperson des Brokers, dann kann über einen Vertrag gesprochen werden.

 

 

  1. Wie intensiv ist der Kontakt und wie funktioniert die Zusammenarbeit generell mit den gelisteten Brokern?

 

Mit manchen spreche bzw. schreibe ich wöchentlich, daraus wurde sogar die ein oder andere enge Bekanntschaft über all die Jahre. Man trifft sich ja auch persönlich vor allem auf Messen und Börsentagen, und dann wird neben Geschäftlichem auch schon mal über Privates gesprochen.

Es ist im Hintergrund sehr viel Detailarbeit zu leisten, damit alles flüssig abläuft. Zum einen damit wir immer über aktuelle Informationen verfügen. Vor allem aber um unseren Mitglieder die monatlichen Gutschriften rasch und natürlich korrekt auszahlen zu können.

Wenn diesbezüglich wiederholt Probleme auftreten, dann überlegen wir uns natürlich auch eine Partnerschaft in Frage zu stellen. Das ist zum Glück aber bisher noch nicht nötig gewesen, bis auf wenige Einzelfälle, die auf menschliche Fehler zurückzuführen waren, klappt alles prima.

 

Die Broker haben in uns einen verlässlichen Partner und Sprachrohr. Wenn wir kritisieren, ob Partnerbroker oder nicht, dann wissen sie, dass wir dies mit Recht und mit nachvollziehbaren Fakten gefüttert machen. Kurzfristig mag dadurch Unruhe entstehen, darauf können wir als engagierter Brokervergleich keine Rücksicht nehmen. Mittel- und vor allem langfristig sind aber sogar kritisierte Anbieter dankbar für konstruktives Feedback und das Aufdecken von Fehlern und Mängeln.

 

 

  1. Welche Vorteile hat der Kunde, wenn er ein Depot über Brokerdeal eröffnet?

 

Auf den Punkt gebracht: bei den interessantesten Brokern handeln Mitglieder günstiger als bei einer direkten Kontoeröffnung, ohne jegliche Nachteile oder Verpflichtungen. Und hier sprechen wir nicht von Peanuts, da können bis zu 40% vom Spread oder den Gebühren gespart werden. Da haben wir nicht nur ein Mitglied, das bereits über 20.000€ sparen konnte mit uns.

 

Das freut uns mit den Tradern, vor allem wenn dabei auch noch etwas für unsere Hilfsprojekte abspringt. Wenn Mitglieder einen Teil ihrer Gutschriften freiwillig dafür spenden lassen, verdoppelt BrokerDeal diese Beträge dann noch zusätzlich.

 

  1. Zum Abschluss eine Frage an den Trader in Ihnen: Welche Asset Klasse handeln Sie am liebsten und welche fassen Sie nie wieder an?

 

Wie Sie schon rauslesen konnten bin ich großer Fan der unkomplizierten, preisgünstigen und transparenten CFDs, egal ob für Devisen, Aktien oder Indizes. Diese gehen den Kurs des Basiswertes 1:1 mit, haben kaum Kosten, und man steht nicht immer vor der Qual der Wahl welches der richtige Schein ist.

Optionsscheine und Zertifikate rühre ich nach vielen schlechten Erfahrungen nicht mehr an. Implizite Vola, Zeitwert und Risikoaufschläge machen die Kursstellung intransparent, und im Direkthandel mit den Emittenten wird einem in hektischen Phasen gerne ein „Server nicht erreichbar“ vorgesetzt.

Nur im langfristigen Handel greife ich noch zu echten Aktien, wegen der fehlenden Finanzierungskosten.

 

An dieser Stelle bedanke ich mich recht herzlich bei Michael Hinterleitner für die ausführliche Beantwortung meiner Fragen!

Ich persönlich habe meine CFD Broker ebenfalls über brokerdeal gefunden sowie eröffnet und bin bis heute sehr zufrieden, vor allem auf Grund des exzellenten Service und der konstanten, monatlichen Gutschriften;)

Einen Link zu brokerdeal.de und den diversen Vergleichsmöglichkeiten gibt es hier.

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