In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit elementar wichtigen Merkmalen aus der Trading Psychologie. Das ganze startet mit einem interessanten Experiment über Handelsentscheidungen.

Wie verhalten wir uns vor dem Trading Desk? Auf Forexlive habe ich kürzlich einen sehr interessanten Beitrag und das nachfolgende Experiment entdeckt. Für Trader gibt es hier sehr wichtige Erkenntnisse.

Szenario 1

Stelle dir vor, du hast 10.000 EUR. Du kannst sie behalten oder ein Risiko eingehen. Das Risiko sieht so aus: Du wirfst eine Münze und wenn die „Zahl“ erscheint, erhältst du 20.000 EUR. Wählst du allerdings die falsche Seite der Münze („Kopf“), verlierst du die 10.000 EUR. Was würdest du tun? Das Geld nehmen oder ein Risiko eingehen?

Szenario 2

In diesem Szenario musst du 10.000 EUR zahlen, oder wieder ein Risiko eingehen. Das Risiko sieht so aus, dass du wieder eine Münze wirfst und bei „Zahl“ nichts bezahlen musst. Bei „Kopf“ musst du allerdings 20.000 EUR zahlen.

Was würdest du tun? Das Geld nehmen oder ein Risiko eingehen?

Ein ähnliches Experiment wie dieses oben skizzierte wurde tatsächlich unter den Menschen in der „allgemeinen“ Bevölkerung durchgeführt und es wurde festgestellt, dass in Szenario 1 die meisten Menschen den „einfachen“ Gewinn nahmen. In Szenario 2 war die Mehrheit der Menschen bereit, ein Risiko einzugehen.

Dieses Experiment hat gezeigt, dass Menschen in der Allgemeinbevölkerung eher dazu neigen, Aversionen und Gewinnminderungen zu riskieren, wenn sie diese haben, während sie in einer riskanten Situation eher Risiken eingehen, z.B. Stop-Loss versetzen, etc.

Es zeigt, dass die meisten von uns nicht in der Lage sind, Gewinne laufen zu lassen und Verluste frühzeitig zu begrenzen. Stattdessen sind wir darauf vorbereitet, das Gegenteil zu tun – Gewinne früh zu nehmen und Verluste laufen zu lassen! Nicht hilfreich für den Börsenhandel.

Das Intuitive vs. der bewusste Teil des Geistes

Wir haben zwei Aspekte des Denkens im Kopf: das Intuitive und das Bewusste. Der intuitive Teil des Gehirns ist schnell, automatisch und mühelos. Im Gegensatz dazu ist der bewusste Teil unseres Gehirns langsamer, logischer und erfordert mehr geistige Anstrengung. Im Trading wollen wir in der Lage sein, die Beziehung zwischen unserem intuitiven Teil unseres Geistes und dem bewussten Teil unseres Geistes zu stärken. Der Markt kann viele Fehler in unserem Denken aufdecken.

Die Art von Problemen, die wir im Trading haben, sind:

– Zu frühe Gewinnmitnahmen
– Kein perfektes Setup abgewartet
– Minus-Positionen zukaufen
– Ungeplante, sinnlose Trades eingehen
– Wütend nach einem Verlusttrade werden

Des Weiteren sind wir alle anfällig für geistige Verwirrung und Denkfehler. Wir möchten vielleicht etwas anderes vorgeben oder sogar leugnen, aber sie betreffen uns alle.

Die gängigsten Fehler:

– Confirmation Bias – Wir suchen nach Nachrichten oder Meinungen, die unseren aktuellen (Minus-)Trade unterstützen
– Zocker-Falle – „Vielleicht geht es ja noch gut“
– Verlustaversion – Angst vor Verlusten, die den Handel beeinträchtigen könnten
– Recency-Effekt – Meine letzten drei Trades waren Verlierer und das hat sich auf mich ausgewirkt.
– Übertriebener Optimismus – „Der DAX steigt jetzt auf alle Fälle!“

Es gibt noch viel mehr, aber das sind einige der wichtigsten Vorurteile, die wir in uns haben. Wir sind eher geneigt, entsprechend unserer Voreingenommenheit zu handeln, wenn wir müde oder gestresst oder wirklich emotional sind.

Eine Möglichkeit, diese Verhaltensweisen zu reduzieren, besteht darin, unser Risiko zu managen, so dass es einfacher ist, den Überblick über unseren emotionalen Zustand zu behalten. Geringere Hebel und kleine Positionsgrößen sorgen für mehr innere Ruhe.

Wie wir uns selbst helfen können, um bessere Handelsentscheidungen zu treffen

1. Entwickle ein festes Regelwerk (Strategie) für deine eigene Entscheidungsfindung. Wie trifft man Entscheidungen? Hast du ein Muster? Oder reagierst du nur?

2. Führe ein Tagebuch über deine Entscheidungen und warum du so gehandelt hast.
Notiere unbedingt den kompletten Handelsverlauf inklusive Gedanken und Änderungen an SL und TP.

3. Erstelle eine Checkliste für jeden Trade – Als Beispiel kannst du unser Trading Plan PDF nutzen

4. Nutze Videoscreener bzw Bildschirmrecorder, um deinen Daytrade zu protokollieren.

5. Mache eine Autopsie. Stelle dir vor, dass der Trade, den du eingehen wirst, ein zukünftiger Verlust sein wird. So hast du von Anfang an eine gesunde Einstellung mit neutraler Erwartungshaltung.

Sei systematisch in deiner Entscheidungsfindung

Konzentriere dich auf den Prozess des Handels, nicht auf die Ergebnisse.

Erfolgreicher Börsenhandel ist im Grunde genommen langweilig. Es muss jeden Tag einen identischen Ablauf deinerseits geben, um die mehrheitlich richtigen Handelsentscheidungen treffen zu können. Du musst die Geduld entwickeln, auch mal tagelang ohne Trade auszukommen, wenn der Markt einfach keine 5-Sterne Setups hergeben will.

Geduld ist eine Tugend. Besonders im Trading.

Gute Trades
Tim

Weißt du, welche 7 kritischen Fehler dein Tradingkonto gefährden?





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