Das Thema Zeiteinheiten hat eine hohe Relevanz für Daytrader und Swingtrader. Hier erfährst du, ob der Minutenchart oder der Stundenchart besser zu deinem Tradingstil passt.

Trading Anfänger stehen zu Beginn vor einem Meer an Optionen.

Was soll ich handeln? Womit und bei wem soll ich handeln? Wieviel Risiko soll ich eingehen? Welche Zeiteinheit die „Beste“ für Trader?

Im Trading gibt es leider keine standardisierte Lösung. Wenn du irgendwo ließt „klappt immer“ oder „nur so geht es“, dann solltest du skeptisch werden.

Es gibt gefühlte 100 Trading Strategien die funktionieren (können) und noch mehr Handelsansätze, die überhaupt nicht funktionieren.

Eine Strategie besteht aus verschiedenen Parametern wie Setup, Trading Stil, Risikomanagement, etc.

Auch das Thema Zeiteinheiten spielt eine wichtige Rolle, denn jede Zeiteinheit zeigt dir einen anderen Chartverlauf, wobei der Kurs natürlich in allen Zeiteinheiten gleich ist. Es ist lediglich die grafische Auflösung, die unterschiedlich verläuft.

Wie du mit den Zeiteinheiten arbeitest und daraus deinen Vorteil ziehen kannst, erfährst du jetzt im weiteren Verlauf.

 

Was ist eine Zeiteinheit und wie gehe ich damit um?

Eine Zeiteinheit bildet eine Periode ab. Im 1-Minuten-Chart spiegelt eine Kerze den Verlauf von einer Minute wieder. Im 1-Stunden-Chart zeigt eine Kerze den Verlauf einer Stunde wieder.

Der Verlauf der 1-Stundenkerze verdeutlicht mir den Eröffnungskurs, die Hoch- und Tiefpunkte in diesem Zeitraum und den Schlusskurs. Anhand der Farbe erkenne ich, ob sie positiv oder negativ geschlossen hat.

Allerdings bekomme ich so nichts über den Marktverlauf bzw. die Marktphase heraus. Wie kann ich mir die Frage „War es trendig oder volatil?“ beantworten und daraus ggf. eine Trade Idee ableiten?

Dazu muss ich mir den Verlauf dieser einen Stunde in einer niedrigeren Zeiteinheit anschauen, z.B. im 5-Minuten-Chart. Dort zeigen mir dann die letzten 12 Kerzen den exakten Verlauf dieser einen Stunde an.

 

Welche Zeiteinheiten gibt es generell?

Die meisten Retail Trader arbeiten mit dem Metatrader. Hier gibt es die folgenden Skalierungsmöglichkeiten:

– 1 Minutenchart
– 5 Minutenchart
– 15 Minutenchart
– 30 Minutenchart
– 1 Stundenchart
– 4 Stundenchart
– Tageschart (D1)
– Wochenchart (W1)

Andere Tools oder Handelssoftware können weitere Skalierungen anbieten (z.B. 10 Minutenchart), was letztendlich aber keine große Rolle spielt.

 

Mit welchem Chart arbeiten Scalper, Daytrader und Swingtrader?

Generell unterscheiden sich die drei genannten Trading Stile in der zeitlichen Perspektive. Demnach hat ein Scalper oft nur 10-20 Punkte bis zum Ziel und ein Swingtrader >100 Punkte bis zum Take Profit.

Wenn man sich die durchschnittliche Handelsspanne eines Assets anschaut, sollte einem klar werden, dass der Scalper den Trade nach wenigen Minuten wohl wieder beenden wird, wogegen der Swingtrader Tage oder auch schon mal Wochen Zeit hat, bis sein Trade das geplante Ziel erreicht.

Wenn Trader aus dem Chart Zielzonen für einen zukünftigen Trade ableiten wollen, dann schauen sie sich in der gewählten Zeiteinheit den historischen Verlauf an (ein Chart bildet immer die Historie ab).

Anhand von Unterstützungs- und Widerstandszonen der Vergangenheit werden Annahmen für die Zukunft getroffen.

Nun ist es so, dass ein Scalper aufgrund der geringen Punktezahl eher aus den Minutencharts heraus handelt und ein Swingtrader aus den Stundencharts. Der Daytrader befindet sich irgwendwo in der Mitte.

Dennoch sollten Trader niemals nur eine einzige Zeiteinheit beachten, denn dann wird es schwer die relevanten Zonen im Chart zu finden.

Was damit gemeint ist erfährst du im nachfolgenden Abschnitt.

 

So nutze ich die übergeordneten Zeiteinheiten (Stundencharts, Tageschart)

Als Daytrader arbeite ich hauptsächlich mit dem M15-Chart. Hier habe ich nicht den Lärm des M1 und kann kurzfristige Sentimentwechsel dennoch gut erkennen.

Würde ich allerdings nur auf den M15 gucken, sehe ich viele versteckte Hinweise nicht und könnte die Zielzonen für einen Trade gar nicht richtig planen.

Als Beispiel soll ein Trade im EURJPY dienen. Das Sentiment und der Chart zeigen einen Abwärtstrend im EUR und ich möchte den EUR vom aktuellen Kurs aus shorten.

Und wie soll ich hier anhand des M15 einen Zielwert finden, wo ich den Trade im Gewinn verkaufe?

Der isolierte Blick in den M15 hilft mir bei der Zielfindung nicht weiter. Einen Stop Loss kann ich hieraus noch ableiten, da der Kurs sich zuvor in der oberen Hälfte des Bildes bewegte und mir Widerstände präsentiert.

Aber für mein Take Profit ergibt sich ein lustiges Rätselraten…

Was kannst du also tuen, um einen vernünftigen Take Profit zu finden?

Die Lösung heißt „Zeiteinheit wechseln“.

Hier gehe ich nun bewusst vom M15 in den H4, denn dort offenbart sich eine markante Unterstützungszone (linker grüner Kreis), die ich für mein Take Profit wählen könnte.

EUR Stundenchart FXHätte ich auch im H4 noch keinen historischen Unterstützungsbereich gefunden, um mein Ziel für den Trade zu wählen, wäre ich in den Tageschart und in letzter Instanz in den Wochenchart gegangen. Das solltest du generell einmal am Tag machen, denn auch da gibt es immer wieder mal marktrelevante Zonen, die für einen Rebound im Kurs sorgen können.

Als Faustformel solltest du dir ergänzend merken:

„Die höheren Zeiteinheiten liefern dir zuverlässigere Signale als die Minutencharts“.

Das liegt überwiegend daran, dass mehr Marktteilnehmer einen wichtigen Bereich identifizieren konnten und ihre Orders dann entsprechend im Orderbuch platzieren.

Fazit:

Egal ob du Scalper, Daytrader oder Swingtrader bist. Betrachte eine Zeiteinheit nie isoliert sondern immer im Zusammenspiel mit höheren/niedrigeren Zeiteinheiten.

Nur so kannst du deinen Trade optimal ausrichten und möglichst gute Ein- und Ausstiege finden.

Welche Erfahrungen hast du mit Zeiteinheiten gemacht? Nutze gerne die Kommentarfunktion!

Gruß
Tim

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