Wie viel kann man mit Daytrading verdienen?

Welche monetären Möglichkeiten dir Daytrading oder Swingtrading bieten und welche Sichtweisen extrem gefährlich sind erfährst du in diesem Beitrag.

Wir starten mit einer kurzen Erläuterung des Begriffes „Daytrading“.

Daytrading bezeichnet den spekulativen Handel mit Derivaten zwecks Gewinnerzielungsabsicht. Dabei ist die Haltedauer der Positionen von kurzer Dauer.

Der klassische Daytrader schließt seine Positionen zum Ende des Handelstages.

Des Weiteren gibt es weitere Bezeichnungen wie Scalp- und Swingtrading. Der Swingtrader hält Positionen ein paar Stunden oder auch mehrere Tage, der Scalptrader wenige Sekunden oder Minuten.

Jeder kann sich als Daytrader bezeichnen. Das Eröffnen eines Depots bei einem Online Broker und die Überweisung des vorhandenen Startkapitals ist innerhalb von wenigen Minuten erledigt. Man benötigt keine Qualifikationen (Schulbschluss, Ausbildung, etc) oder Sachkundenachweise dafür. Ein Laptop, Internetzugang und ein wenig Startkapital sind vollkommen ausreichend.

Ich kann als Trader bei einem Konzern (z.B. Hedgefonds oder Investmentbank) arbeiten, oder für mich alleine und auf eigene Rechnung.

Dabei habe ich sehr viele Freiheiten, da es keinen Chef gibt, der mir Vorschriften über Limite, Arbeitszeiten oder die Art der zu verwendenden Finanzinstrumente macht.

Eine reale Trading Story:

Um uns der Ausgangsfrage, welche Möglichkeiten Daytrading bietet, anzunähern, möchte ich nun die Trading Geschichte eines Bekannten von mir erzählen.

Martin ist etwas über 30, verheiratet und selbständig in der IT Branche. Er ist ein leidenschaftlicher Börsianer und entdeckt in dem Zuge irgendwann das Daytrading, da er hier schneller reich werden kann. Er eröffnet ein Depot bei einem Broker für CFD Handel und startet mit 5000 EUR.

Nach kurzer Zeit bleiben die Gewinntrades aus und es kommt wie es kommen muss. Das erste Depot wird „geschrottet“. Zum Glück läuft die Selbständigkeit ganz ordentlich und er fasst nach Monaten des Coachings und des Lernens den Entschluss, einen Neustart zu wagen.

Er startet dieses Mal mit 10.000 EUR und schafft es tatsächlich, diesen Wert innerhalb von 4 Jahren auf 500.000 EUR „hochzutraden“.  Er merkt, dass er als Vollzeittrader noch mehr Gewinn erzielen kann und gibt die Selbstständigkeit auf. 2 Monate später geht sein Broker insolvent…

Die Insolvenz des Brokers hat ihn 75% des Kapitals gekostet. Er arbeitet sich mühsam wieder in die Nähe seines persönlichen Allzeithochs, doch es folgt der nächste Tiefschlag: Scheidung!

Wieder verliert er eine Menge seines Kapitals und dennoch lässt er sich nicht unterkriegen. Er hat einen funktionierenden Handelsstil und eiserne Disziplin. Diese Disziplin wurde ihm allerdings ein Stück weit zum Verhängnis, da er 16-18 Stunden pro Tag an den Bildschirmen verbrachte und sein soziales Leben inklusive Beziehung sprichwörtlich auf Eis legte.

Martin hat eine Handelsmethode, die zu ruhigeren Börsenzeiten in den 1990ern von ihm entwickelt wurde und ihm das nötige Kapital brachte, um heute auch turbulentere Zeiten auszuhalten. Er benutzt nämlich keinen StopLoss und auch kein Hedging.

Das kann ich nicht gut heißen und anhand seiner Renditen merkt man auch, dass er ein hohes Risiko gegangen ist.

Heute handelt er durchschnittlich mit 100 CFDs auf Nikkei, DAX, DOW und S&P500. Sein Konto bewegt sich im 7-stelligen Bereich und er hat noch genug Reserven für den Fall eines Crashs oder eine Brokerpleite.  Er erzählte mir einmal, dass er regelmäßig Anrufe seines Brokers bekommt, welcher ihn abwerben möchte. Doch warum sollte er das Angebot annehmen?

Anhand dieses Beispiels möchte ich dir zeigen, dass es möglich ist, mit Daytrading finanzielle Freiheit zu erlangen. Allerdings schaffen es nur ca 5-10% aller Trader, dauerhaft erfolgreich zu sein. Auf keinen Fall kann ich es empfehlen, ohne Absicherung zu traden. Erst Recht nicht bei kleinen Konten.

Daytrading Rendite in der Praxis:

Das Schöne am Trading ist, dass du bei einem funktionierenden Handelssystem deine Positionsgröße jederzeit an deine Kontogröße anpassen kannst. Handelst du zu Beginn noch mit einem 1 CFD, weil dein Depotwert nur 5.000 EUR beträgt, dann kannst du bei Erreichen der 50.000 EUR gut und gerne mit 10 CFDs handeln.

Bei 5 CFDs und 10 Indexpunkten in die richtige Richtung, hast du bereits 50 EUR Ertrag. Sofern dein Tradingsetup nachhaltig funktioniert, wirst du durch das Anpassen der Positionsgrößen und dem Einhalten des Moneymanagements ein exponentielles Wachstum erreichen können.

Ein realistisches Rechenbeispiel:

Zum Zeitpunkt des „Aha-Moments“, in dem du es geschafft hast, ein duplizierbares Setup zu handeln, startest du mit 15.000 EUR und erzielst durchschnittlich eine Nettorendite (nach Steuern)von 4% pro Monat. Das ist ein vernünftig kalkulierter Wert, aber auch nur ein Durchschnitt denn nicht jeder Monat verläuft gleich.

Hier ist das Ergebnis:

Daytrading RenditeQuelle: www.zinsen-berechnen.de

Hier siehst du einmal die macht des exponentiellen Wachstums. Die sukzessive Erhöhung der Positionsgrößen ist hier noch nicht mal zwingend berücksichtigt und bietet weiteren Spielraum.

Doch dieses Szenario ist ein Luxusszenario, denn die größte Hürde wird es immer sein, ein funktionierendes Handelssystem zu erschaffen, dass zu deinem Konto, deinem Finanzinstrument und deiner Persönlichkeit passt. Anders formuliert:

„Die erste Million ist die Schwierigste! Danach wird es beinahe ein Selbstläufer.“ 😉

Es ist nicht nötig 16-18 Stunden pro Tag vor dem Trading-Desk zu verbringen, um erfolgreich zu traden. Dennoch ist Trading einer der härtesten Berufe der Welt, der deine ganze Konzentration erfordert und dich psychisch und physisch immer wieder aufs neue fordern wird!

Fazit:

Um die Ausgangsfrage mit zwei Sätzen zu beantworten: Mit Daytrading kann ich sehr viel mehr Geld verdienen, als mit einem gewöhnlichen Angestelltenjob.

Wenn ich einmal ein funktionierendes Setup geschaffen habe, kann ich meinen Gewinn jährlich potenzieren und so Multimillionär werden.

Doch der Weg zum erfolgreichen Daytrader ist steinig und schwer!
Werde Mitglied im TF Online Kurs und lerne, wie du dein duplizierbares Trading Setup erstellst

Tim Grueger

Tim ist sowohl Gruender von tradingfreaks.com als auch Trader. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat bereits fuer mehrere Banken gearbeitet. Tim handelt mit CFDs, FX sowie ETFs und betreut ebenso Depots privater Investoren.

 

 

Gerne teilen!

1 thought on “Wie viel kann man mit Daytrading verdienen?”

  • Ich finde es beachtenswert, dass du als einer der wenigen mit einer realistischen Zahl (4% pm) kalkulierst!
    Denn alles andere fördert nur Gier..

    LG
    Carlos

Comments are closed.



Disclaimer: Tradingfreaks.com stellt allgemeine Marktansichten zur Verfügung, die nicht Ihre individuellen Investitionsziele, finanziellen Umstände oder Bedürfnisse berücksichtigen. Der Inhalt dieser Website darf nicht als persönliche Anlageberatung verstanden werden. Für die Richtigkeit des Inhalts kann keine Haftung übernommen werden. Deshalb ist auch die Haftung für Vermögensschäden, die aus der Heranziehung der Ausführungen für die eigene Anlageentscheidung möglicherweise resultieren können, kategorisch ausgeschlossen. Durch den Handel und die Spekulation mit Devisen und Derivaten könnten Sie einen Teil oder den kompletten Verlust Ihrer ggfs. hinterlegten Geldeinlagen bei diversen Brokern erleiden und sollten deshalb nicht mit Kapital spekulieren, dessen Verlust Sie sich nicht leisten können. Seien Sie sich aller Risiken bewusst die mit dem Devisen- und Derivatehandel verbunden sind, insbesondere auch der möglichen Nachschusspflicht bei den jeweiligen Brokern. Beachten Sie dazu unseren ausführlichen Risikohinweis.

Bildmaterial von pixybay.de und shutterstock.com