Steht der GBP vor neuen Tiefs?

Der GBP hat in den letzten Wochen Boden gut gemacht. Nun kommen wieder politische Faktoren ins Spiel, die den Pound sinken lassen können. Für Trader bieten sich Einstiegsmöglichkeiten.

 

Der GBP wird, wie jede Währung, maßgeblich durch die Geldpolitik der heimischen Zentralbank bestimmt.

Die Bank of England achtet, genau wie die EZB und andere Zentralbanken, auf eine stabile Inflationsrate, die um 2% liegen soll. Schauen wir uns die letzten Inflationsdaten aus Großbritannien an, liegen wir bei Jahresdaten um 2,6%. Damit ist der Zielwert mehr als erreicht und die Bank of England müsste den Leitzins eigentlich anheben, was wiederum für einen starken GBP sprechen würde.

Doch warum hat die BoE diese Chance beim Zinsentscheid in der letzten Woche nicht genutzt?

Zum einen ist die Inflation aufgrund des Sondereffekts „Pound Schwäche“ entsprechend hoch und zum anderen gibt es weiterhin eine hohe Unsicherheit im Brexit-Prozess mit der EU. Viele Analysten und Politiker sehen Premierministerin May nicht in der Lage, einen guten Deal mit der EU zu verhandeln. Des Weiteren gibt es parteiinterne Probleme, die sogar für eine Neuwahl sorgen könnten.

Alles in allem gibt es aktuell viele Unsicherheiten, die den Great Britain Pound belasten.

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Doch welche starke Währung könnte mit dem GBP gehandelt werden?

Die US Investmentbank Morgan Stanley hat bereits betont, dass sie den GBP noch tiefer sieht und hat Ihre Forex Strategie entsprechend ausgerichtet. In einem Video auf Bloomberg erläutert sie die Gründe dafür und sieht im GBPUSD gute Chancen für einen Short. Der USD hat seit den Non Farm Payoll Zahlen vom letzten Freitag Boden gut gemacht.

Dabei muss natürlich die zeitliche Komponente, also der Tradingstil und das Trading Setup berücksichtigt werden. Wenn Investmentbanken Tradevorschläge unterbreiten, handelt es sich in der Regel um Swingtrades für mehrere Wochen und Monate. Daytrading lohnt sich für viele Big Player aufgrund des Handelsvolumens oftmals nicht.

Ein Blick in den 4H-Chart zeigt uns, dass der GBPUSD aktuell an einer Schlüsselzone um 1,3000 verläuft. Wird diese Zone nachhaltig gebrochen, ist Platz nach unten bis zum 61er Retracement der beginnenden Aufwärtsbewegung vom 20.06.17. Dort verläuft auch der EMA200 im Tageschart. Dieses Level könnte z.B. für Teilverkäufe genutzt werden, sofern der Kurs dorthin läuft. Kommt es hier nicht zu einem nachhaltigen Rebound, ist das angesprochene Tief vom 20.06.17 wieder im Fokus.

 

GBP Chart Trading

Quelle: MT4 von Metaquotes

 

Wer eine ähnliche Meinung zum GBPUSD hat und einen geeigneten Zeitpunkt für einen Shorteinstieg sucht, könnte den kommenden Freitag, 11.08.17 abwarten, denn dann werden die US CPI (Inflations-)Daten veröffentlicht. Liegen diese Daten über den Erwartungen, spricht das für einen weiterhin bullischen Dollar und die Talfahrt im GBPUSD könnte beschleunigt werden.

Wichtig ist abschließend, dass Trader im Forexmarkt viele Einflussfaktoren wie Geldpolitik, Politik, Cross-Play, Month-End-Flow u.v.m stets berücksichtigen müssen und dass die Trade-Idee immer zum Tradingstil des Traders passen muss. Nicht umgekehrt.

Viel Erfolg!

Tim

 

 

Tim Grueger

Tim ist sowohl Gruender von tradingfreaks.com als auch Trader. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat bereits fuer mehrere Banken gearbeitet. Tim handelt mit CFDs, FX sowie ETFs und betreut ebenso Depots privater Investoren.

 

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