Einfache Trading Strategie zum Nachhandeln?


In diesem Beitrag zeige ich dir eine einfache Trading Strategie für den Indexhandel mit CFDs. Du kannst sie anhand von Demokonten zunächst testen.

 

Die Entwicklung einer eigenen Trading Strategie ist elementar wichtig. Dabei musst du darauf achten, dass eine Trading Strategie unbedingt zu dir und deinen Eigenschaften passt.

Nur weil ein anderer Trader ein bestimmtes Setup erfolgreich handelt, heißt das nicht, dass du das auch kannst.
Dieser Artikel richtet sich hauptsächlich an fortgeschrittene Trader, die wissen wie man Unterstützungen und Widerstände in den Chart einzeichnet und deren Bedeutung richtig einordnen können.
Falls du noch ganz am Anfang stehst, solltest du dich mit o.g. „Linien“ zunächst vertraut machen.

Ich hatte bereits den Artikel „Wie du Fibonacci Retracements profitabel anwendest“ vor ein paar Wochen veröffentlicht.

Heute möchte ich den Ansatz nochmal etwas genauer beschreiben und dir so ein Gefühl für die „richtige“ Nutzung vermitteln.

Wie du weißt, konzentriere ich mich hauptsächlich auf den Forex- und den Index-Handel (speziell DAX, Dow, S&P500. FTSE100, CAC und Eurostoxx). Der Forexhandel funktioniert nach anderen Kriterien als der Indexhandel.

Während der Forexhandel von Fundamentaldaten und Nachrichten geprägt ist (was die meisten privaten Trader leider nicht kapieren) wird der Indexhandel durchaus von der Charttechnik beeinflusst.

Diese Märkte handel ich mit CFDs, bei hochkapitalisierten Konten empfehle ich Futures. Der Vorteil von CFDs bzw Futures liegt klar auf der Hand.

Ich habe ein transparentes Produkt und günstige Finanzierungskosten (bei geeigneten Brokern), sofern ich die Positionen über Nacht halte – bei diesem Setup eher ungewöhnlich.

Ich habe kein Problem mit den „Griechen“, also implizite Vola, Delta, Gamma, etc., wie bei Optionsscheinen und somit ein sehr transparentes Derivat.

Schritt-für-Schritt zur Trading Strategie

Besprechen wir nun die Trading Strategie im Detail:

1. Charteinstellung festlegen

Ich wähle in den von mir gewählten Indizes die 10- oder 15-Minuten Charteinstellung, sodass eine Kerze eine Periode von 10 oder 15 Minuten abbildet. Im weiteren Verlauf bleiben wir beim DAX.

Ich warte nun eine akzeptable Range ab, die im DAX intraday mindestens 100 Punkte zwischen Tageshoch- und Tagestiefstkurs betragen soll. Es ergibt sich somit selten ein Trade vor 09:30 Uhr.

Mir ist also eine gesunde Volatilität mit klarer Trendrichtung (intraday) wichtig. Liegt diese klare Richtung nicht vor, passt diese Strategie nicht und es liegt an mir, ob ich mich zu Sinnlos-Trades hinreißen lasse oder die Disziplin aufbringe, stur und konsequent auf eine gute Gelegenheit zu warten.

2. Widerstände und Unterstützungen eintragen

Ich trage mir auf Basis der letzten Tage (gerne auch aus dem 1-Stunden-Chart) bedeutende Unterstützungen und Widerstände ein.

 

Nutze diese Trading Tipps [Mehr dazu]

 

3. Fibonacci Retracements anlegen.

Fibos werden benutzt, um Unterstützungs- und Widerstandslevel nach bedeutenden Auf- oder Abwärtsbewegungen zu bestimmen. Retracements und Extensions bemessen den prozentualen Anteil eines entgegengesetzten Preisschwunges in Relation zur Range des vorangegangenen Preisschwunges.

Wir nutzen Fibonacci Retracements also, genau wie die Widerstände und Unterstützungen zur Bestimmung einer Trendwende im Chart.

 Wichtig zu wissen: Korrigiert wird immer die letzte Bewegung. Des Weiteren konzentrieren wir uns nur auf die 38er und 61er Level. Schmeiße alle anderen Level raus aus der Einstellung (da purer Zufall).

4.Gemeinsame Level suchen

Dort Trades platzieren, wo Unterstützungen (wenn Long Trade geplant) / Widerstände (wenn Short Trade geplant) mit einem Fibonacci Level zusammen finden.

Im unteren Chart ist dies am 38er Fibo der Fall. Die schwarzen Punkte markieren lediglich die Deutlichkeit der Unterstützungslinie (lila).

daxfibo1

 

Wenn der Trade läuft gibt es für mich nun drei Szenarien, die es zu behandeln gilt.

a) Der Kurs beachtet die Fibos und Unterstützungen nicht und setzt somit seine Korrektur fort. Es kommt nicht zu einem Rebound und mein Trade läuft ins Minus. Je nach Riskmanagement muss ein SL platziert werden, um ein weiteres Abrutschen zu verhindern.

Bei meinen Dax Trades gebe ich dem Kurs ca. 10-15 Punkte Spielraum bevor der SL greift. Achte aber nicht nur stur auf diese Punktevorgabe sondern plane deine Stopp-Setzung auch anhand von den zuvor ausgebildeten Kursmustern bzw. deiner Intuition.

b) Der Rebound erfolgt an meiner – oder in der Nähe meiner Tradeeröffnung und mein Trade läuft ein paar Punkte ins Plus. Danach dreht er aber wieder in die zuvor gestartete Korrektur (also gegen meine Trade-Richtung).

c) Der Rebound erfolgt und der Kurs nimmt die Long-Bewegung wieder auf, nicht nur für ein paar Punkte. Dieses Szenario ist der Idealfall.

Mit meinem Setup möchte ich also in den Fällen b) und c) Profit machen, bei a) bin ich chancenlos.

 

daxfibo2

 

Ein kurzer Hinweis:

In diesem Bild sind die Fibos nicht „richtig“ angelegt, da in diesem Fall die 0 an das Top gehört und die 100 an das Ende. Da ich mich aber nur auf die 38,2er und 61,8er konzentriere, spielt es keine Rolle (100-38,2 = 61,8).

Weitere Punkte sind zu beachten:

  • Nach 15:30 bestimmen vor allem die US-Amerikaner den Handel an den Weltmärkten und eine positive Intraday-Korrelation zu DowJones, SP500 und Nasdaq muss berücksichtigt werden. Wenn DAX also an einem Fibolevel angekommen ist, die Amerikaner die Korrektur aber fortsetzen wollen, dann kann sich der DAX diesem Szenario kaum entziehen.
  • Seitwärtsphasen und enge Trendkanäle ohne gesunde Volatilität sind nicht die besten Bedingungen für diese Strategie.
  • Im übergeordneten Chart (1h/4h) können Widerstände auftauchen, die im 10 min-Chart nicht zu sehen sind – also regelmäßig die „Großwetterlage“ beachten,
  • Die Handelsrichtung des übergeordneten Trends zu wählen verbessert noch einmal das Chance-Risiko-Verhältnis.

Das schöne an Fibos ist, dass sie in jeder Zeiteinheit ein sehr zuverlässiges Hilfsmittel für mögliche Wendepunkte darstellen. Kombiniert mit den Unterstützungs- und Widerstandszonen sind sie zwar kein 100%-Instrumentarium, aber die Chancen auf ein positives Gewinn-Verlust-Verhältnis stehen sehr gut.

Dazu muss man sagen, dass ich kein Freund von sturen Regeln bin, wie zum Beispiel: Immer den gleichen Stop-Loss Abstand einhalten oder auf der anderen Seite immer das Take-Profit gleich weit setzen. Auf Dauer hat derjenige den meisten Erfolg, der eine gewisse Ungenauigkeit in dem ansonsten feststehenden Setup zulässt.

Diese Ungenauigkeit nennt sich Erfahrung bzw. Intuition und wird mit zunehmender Verweildauer im Trading immer ausgeprägter und entscheidet nicht selten über den erfolgreichen Ausgang eines Trades.

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Wie ordne ich eine Trading Strategie richtig ein?

Private Trader müssen verstehen, dass eine Trading Strategie alleine nicht für konstante Profite sorgt. Ich habe es oft erlebt, dass ein Trader eine Idee für ein Trading Setup hatte und die Idee sich im Rahmen eines Backtestings als erfolgreich erwies.

Bei Backtests spielt allerdings die Datenqualität eine wichtige Rolle und es kommt sehr schnell zu falschen Annahmen. Selbst wenn der Backtest sauber durchgeführt wurde und das Ergebnis über einen relevanten Zeitraum ein attraktiv aussieht, bin ich leider immer noch nicht am Ziel.

Ich behaupte, dass 50% aller Trader sehr schnell eine (theoretisch) funktionierende Trading Strategie erarbeiten und entwickeln können. Aber nur 5-10% sind in der Lage, sich strikt an das selbst auferlegte Setup zu halten und damit wirklich konstante Profite zu erzielen.

Oft sind es Emotionen wie Gier, Ungeduld oder auch Eifersucht auf einen anderen Trader, die uns zu Fehlern verleiten.

Wir erhöhen die Positionsgröße, wir warten nicht bis das Setup wirklich(!) klar und deutlich auftaucht, wir versetzen unsere Stopps immer wieder nach hinten. Alle diese Fehler führen dann dazu, dass unser Konto stand nicht wächst, sondern schmilzt.

Um eine einfache Trading Strategie erfolgreich umzusetzen, brauchen Trader eine starke mentale Verfassung und eine saubere Vorbereitung. Die Strategie kann sehr einfach und dennoch erfolgreich sein, gemäß der KISS Formel (Keep it simple, stupid).

Mit einem Trading Plan sollten Trader jeden einzelnen Trade dokumentieren und regelmäßige Analysen vornehmen. Wenn du noch keine Idee für einen Trading Plan hast, findest du hier unser kostenloses Muster zum Download.

 

Mithilfe des Trading Plans kannst du neben deiner Strategie auch die Gedanken und das Ergebnis zu den einzelnen Trades dokumentieren. Es ist eine Hilfestellung für mehr Disziplin im Trading.

Du siehst also, dass du als Trader hart arbeiten muss, um nachhaltigen Erfolg zu haben. Natürlich gibt es immer wieder Perioden, in denen die Strategie 5-10 Fehltrades am Stück produziert, aber wenn deine Analyse, das Backtesting und die Erfahrung (z.B. auf Demokonten) dir überwiegend positive Ergebnisse präsentierte, dann brauchst du dir bei ein paar wenigen Fehltrades noch keine Sorgen machen.

 

 

Fazit:

Das schöne an Fibos ist, dass sie in jeder Zeiteinheit ein sehr zuverlässiges Hilfsmittel für mögliche Wendepunkte darstellen. Kombiniert mit den Unterstützungs- und Widerstandszonen sind sie zwar kein 100%-Instrumentarium, aber die Chancen auf ein positives Gewinn-Verlust-Verhältnis stehen sehr gut.

Dazu muss man sagen, dass ich kein Freund von sturen Regeln bin, wie zum Beispiel: Immer den gleichen Stop-Loss Abstand einhalten oder auf der anderen Seite immer das Take-Profit gleich weit setzen. Auf Dauer hat derjenige den meisten Erfolg, der eine gewisse Ungenauigkeit in dem ansonsten feststehenden Setup zulässt.

Diese Ungenauigkeit nennt sich Erfahrung bzw. Intuition und wird mit zunehmender Verweildauer im Trading immer ausgeprägter und entscheidet nicht selten über den erfolgreichen Ausgang eines Trades.

Diese Trading Strategie ist, wie oben beschrieben, hauptsächlich an fortgeschrittene Trader gerichtet, die gute Basiskenntnisse im Trading besitzen, aber noch immer auf der Suche nach einem Setup sind. Ich hoffe dem ein oder anderen damit einen Denkanstoß gegeben zu haben, den er nun für sich persönlich weiterentwickeln kann.

Ebenso ist es wichtig, dass du eine solche Trading Strategie als eine von vielen Strategien behandelst. Würdest du nur diese Strategie anwenden, hättest du in Märkten mit niedriger Volatilität keine Möglichkeit zu traden.

Das wiederum würde zu „Sinnlostrades“ führen!

Es ist also hilfreich, ein Portfolio aus Einzelstrategien zu konstruieren. Dabei solltest du darauf achten, dass diese Trading Strategien zu dir und deinen Charaktereigenschaften passen!

Nur weil jemand eine Strategie erfolgreich handelt, heißt es nämlich nicht, dass du dieses Setup genauso beherrschst.

Denn letztendlich spielt der Faktor „Mensch“ die entscheidende Rolle im Trading.

Trading Tipps

Hier bekommst du 56 geniale Trading Tipps um dein Trading zu verbessern [Fortgeschrittene]  
 

Wenn du dich anstelle des Indextrading eher für eine Forex Trading Strategie interessierst, schaue dir hier diesen Beitrag über das FX Newstrading an.

Viel Erfolg dabei und allseits gute Trades!

 

Tim Grueger

Tim ist sowohl Gruender von tradingfreaks.com als auch Trader. Er ist Bachelor of Science (Finance) und hat bereits fuer mehrere Banken gearbeitet. Tim handelt mit CFDs, FX sowie ETFs und betreut ebenso Depots privater Investoren.

 

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