Broker Spread: Heftige Auswirkungen ab 0,5 Punkten

Erfahre, wie mich 12 Monate Trading auf Grund des Broker Spread über 5000 EUR kosteten.

Im CFD Handel spielt der Broker Spread eine entscheidende Rolle. Sowohl für Trader als auch für den Broker.

Warum? Weil darüber entschieden wird, wie viel Geld der Trader pro Trade bezahlen muss und der Broker somit verdient.

Anders als im klassischen Wertpapierhandel bezahlt der CFD Trader keine Ordergebühr im Index- oder Forexhandel. Bei Aktien-CFDs kann es durchaus zu einer Ordergebühr kommen, in der Regel wird diese dann aber nur einmal berechnet (bei Kauf, nicht mehr bei Verkauf).

Abgesehen von möglichen Finanzierungskosten ist der CFD Handel für Trader also sehr günstig, vor allem wenn man keine Positionen über Nacht hält.

Der Broker verdient also hauptsächlich am Spread. Dieser Spread drückt sich durch die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs aus.

 

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In diesem Beispiel ist der Kurs des DAX beim CFD-Broker ETX-Capital zu sehen. Der Spread beträgt zu den Haupthandelszeiten (09:00 – 17:30) einen Punkt und in Vor- und Nachhandel zwei Punkte.

Wie wird der Broker Spread sichtbar?

Wenn du im DAX eine Long-Position eingehen willst, dann wählst du deine Stückzahl (Größe) und klickst auf den blauen Button „Kaufen“. Sofort taucht in deiner P/L-Leiste (Profit/Loss) die eingebuchte Position auf und der dazugehörige, sich ab jetzt dauernd verändernde Buchgewinn (-verlust).

Sobald du also auf Kaufen geklickt hast, ist die Position bei 9745,2 Punkten eingebucht.

Wenn wir uns der Einfachheit halber vorstellen, dass der DAX sich ab Kauf nie wieder bewegen würde, wie würde dein Buchgewinn bzw. deine P/L aussehen?

0 oder -1 Punkt(e)?

Genau, du stehst bei -1 P. Das liegt am Broker Spread, denn sobald du einen (Long) Kauf getätigt hast, interessiert dich ab sofort der Verkaufskurs, denn du musst diese Longposition irgendwann wieder verkaufen, um den Trade zu schließen.

Würde der Broker Spread 2 Punkte zwischen An- und Verkaufskurs starten, würde deine erste sichtbare P/L bei -2 Punkten liegen.

Das heißt der DAX muss sich nach Kauf erstmal um 1 (oder 2) Punkte nach oben bewegen, damit du zumindest bei 0 P. stehst.

 

Was heißt das für den Broker?

Durch den Spread hat er eine sichere Einnahmequelle. Wenn der Spread bei 1 Punkt in dem zugehörigen Basiswert (hier DAX) liegt, dann kassiert er pro eingegangenem Trade immer diesen 1 Punkt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob du den Trade nach 1 Sekunde wieder beendest, oder ein halbes Jahr mit dir „rumschleppst“. Bei längere Haltedauer kommen dann aber noch Finanzierungskosten hinzu, die in der Regel pro Nacht berechnet werden und von der Ausrichtung (Long/Short) abhängig sind.

 

Was heißt das für den Trader?

Hier komme ich jetzt ins Spiel. Eingangs habe ich erwähnt, dass mich ein Jahr Trading mit einem bestimmten Broker Spread über 5000 EUR gekostet haben.

Wie kam es dazu? Ganz einfach. Ich habe vor meiner Zeit als CFD-Trader vornehmlich Aktien und Optionsscheine gehandelt. Solche Finanzinstrumente handelst du über ein klassisches Wertpapierdepot, welches du bei einem gängigen Online Broker wie comdirect, Onvista oder einer klassischen Bank bekommst.

Damals hatte ich bei meinem Broker die Möglichkeit, dort auch neben dem Wertpapierhandel CFDs zu handeln. Ohne die Konditionen mit dem Wettbewerb zu vergleichen, habe ich die Bedingungen so hingenommen. Da ich hauptsächlich die gängigen Indizes wie DAX, DOW, NIKKEI handel, hatte ich keine Ordergebühr mehr (worüber ich mich natürlich freute).

Allerdings war der Spread mit 3 Punkten in DAX und DOW sehr kostspielig. Ich habe in den 12 Monaten 2500 Trades gemacht und für jeden Trade 3 Punkte Spread bezahlt. Meine durchschnittliche Positionsgröße lag bei 1 Stück. Also erzielte ich bei einem DAX Punkt = 1 EUR.

Nun kannst du leicht ausrechnen, dass ich in diesem Jahr 2500 Trades x 3 P. = 7500 Punkte (=7500 EUR) an den Broker gezahlt habe!

Erst nach dem einen Jahr bin ich über einen CFD-Broker-Vergleich darauf gekommen, dass es sich lohnen könnte, die einzelnen CFD Anbieter zu vergleichen.

Als ich merkte, dass es seriöse Broker gibt, die im DAX einen Spread von 1 Punkt anbieten, traf mich fast der Schlag. Hätte ich die 12 Monate bereits bei einem der günstigen Broker gehandelt, hätte ich 5000 EUR gespart!

 

Was kannst du daraus lernen?

Mache dir klar, dass der Broker Spread deine Gewinn- und Verlustrechnung enorm beeinflusst! Speziell Daytrader handeln häufig und viel. Hier kommen schnell ein paar Tausend Trades im Jahr zustande.

Wenn du mehrere Basiswerte handelst, suche dir zu jeder Handelsstrategie den besten Broker. Sofern du Indexhandel betreibst und zusätzlich Forex oder Aktien-CFDs, dann wirst du nicht bei einem Broker die absoluten Top-Konditionen für alle drei Basiswerte finden.

Ähnlich wie in der Versicherungsbranche ist jeder Anbieter in einem Feld besonders günstig und in einem anderen Bereich nur mittelmaß (z.B. HUK Coburg stark in KFZ, aber nur mittelmäßig in Rentenversicherungen). Wer hier nicht vergleicht ist selbst Schuld.

Ebenso macht es aus Gründen der Diversifizierung des eigenen Geldes Sinn, mehrere Broker zu wählen und dabei auf relevante Einlagensicherungen und Zertifizierungen zu achten.

Vergleiche jetzt hier die Konditionen von bewährten Anbietern und spare dadurch einen hohen Betrag.

Der Spruch der Einzelhändler passt doch irgendwie auch im Trading: Im Einkauf liegt der Gewinn.

 

 

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