5 Gründe gegen Binäre Optionen [+Erfahrungen]

Achtung: Binäre Optionen sind ein derivatives Finanzinstrument mit drastischen Folgen für Privatanleger. Hier bekommst du wichtige Informationen und Erfahrungen mit BOs.

Binäre Optionen müssen ein verlockendes Geschäft für die zahlreichen Broker sein, schließlich haben immer mehr Anbieter diese Finanzderivate im Angebot. Doch was genau sind binäre Optionen und warum solltest du besser die Finger davon lassen?

 

Kaum eine Branche ist so erfinderisch wie die Finanzindustrie.

Dabei geht es nicht nur um kreative Produktkonstruktionen wie z.B Asset Backed Securities, die vor allem zwischen Banken gehandelt werden und in der Finanzkrise an Bedeutung gewonnen haben, sondern auch um „innovative“ Produkte für Privatanleger.

Neben dem klassischen Aktien- und Anleihengeschäft haben sich eine Vielzahl an Mischformen entwickelt, deren Emmitenten hauptsächlich Banken sind und deren rechtliche Konstrukte sehr viel Interpretationsspielraum zu lassen.

Noch einigermaßen transparent sind Zertifikate wie Sprint-,Basket-,Discount-, Outperformance-Zertifikate u.v.m.

Interessanter wird es dann schon bei Optionsscheinen bezüglich Kursstellung, variable Anpassung von Spreads oder Spielchen mit der impliziten Vola. Hier sind dem Emmitenten diverse Freiheiten eingeräumt.

Nun existieren seit ein paar Jahren binäre Optionen.

Aus dem Wort „binär“ lässt sich bereits ableiten, welche Richtung die Entwicklung einer solchen Option einnehmen kann – nämlich nur zwei.

Somit sind wir auch schon bei der Erläuterung dieses Konstrukts angekommen.

 

Binäre Optionen sind extrem kurzlaufende Optionen, mit denen man die Möglichkeit hat, in wenigen Minuten auf fallende oder steigende Kurse des zugrundeliegenden Basiswerts zu „wetten“.

Wetten? Ja, wetten. Denn mein erster Gedanke geht in die Richtung einer Wette bei zypriotischen Sportwettenanbietern, wo ich bereits auf kuriose Ereignisse wie, „Welche Mannschaft hat wohl den ersten Einwurf des Spiels“, setzen kann.

Bei binären Optionen geht es nicht um Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen. Es ist ein reines Hop oder Top Geschäft. Entweder mein gewünschtes Ereignis tritt ein, oder nicht.Eine besondere Würze kommt dann noch durch den Faktor „Zeit“ hinzu.

 

Nutze diese Trading Tipps [Mehr dazu]

 

Binäre Optionen sind so ausgestattet, dass das gewünschte Ereignis in einer bestimmten Zeit eintreffen muss, damit meine Strategie aufgeht.

 

Was ist der Unterschied zur klassischen Option?

Beim Kauf einer Option habe ich das Recht aber nicht die Pflicht, zum Ende einer Laufzeit (oder während der gesamten Laufzeit) einen Basiswert zu einem bestimmten Preis zu kaufen oder zu verkaufen.

Bei einer binären Option handelt es sich um ein Derivat, bei dem ich keinen Basiswert liefern muss oder erhalte, sondern wie bei Optionsscheinen, eine Wette mit dem Broker eingehe.

Ein weiterer Unterschied zwischen Optionen und binären Optionen ist die Laufzeit. Klassische Optionen laufen in der Regel über Wochen und Monate, binäre Optionen zwischen 60 Sekunden(!) bis hin zu einem Monat.

Je nach Position (Käufer oder Verkäufer der klassischen Option) habe ich unbegrenzte Gewinnmöglichkeiten, bei binären Optionen eben nicht.

Wie sieht die Gewinnchance bei binären Optionen aus?

Die Gewinnspanne liegt je nach Broker  zwischen 70% und 95 %, was sich zunächst einmal ganz nett anhört. Doch Gewinnchancen alleine sagen noch nichts über die Attraktivität des Geschäftsmodells oder der Strategie aus, denn ich muss diese immer ins Verhältnis zu den möglichen Verlusten setzen.

Beim Handel mit binären Optionen habe ich auf Grund des „Alles-oder-Nichts“-Ansatzes 100% Verlustmöglichkeit, was mir im Derivatesegment nicht befremdlich vorkommt. Allerdings musste ich bei meiner Recherche erstaunt feststellen, dass man nicht bei jedem Broker vorzeitig Positionen verkaufen kann! Also habe ich im Verlustfall immer den kompletten Einsatz verloren.

Also selbst wenn mir der Basiswert ganz klare Zeichen für einen Richtungswechsel gibt, habe ich nicht immer die Möglichkeit, die Position glattzustellen.

Eine noch viel gravierendere Thematik ist für mich jedoch die Strategie-Vorgabe des Brokers. Der Broker bestimmt nämlich, welche Wetten ich eingehen kann. Wenn zum Beispiel der DAX ein schönes Long-Setup bietet, kann es sein, dass der Broker zufällig in diesem Moment keine Wetten auf einen steigenden Dax anbietet.

Spätestens hier sollte jedem Trader klar sein, dass dieses Derivat nichts mit vernünftigem Trading zu tuen hat.

 

Zusammengefasst sprechen also folgende Fakten gegen den Handel mit binären Optionen:

  1. Alles-oder-Nichts-Ansatz
  2. Zeitliche Begrenzung des Ereignisses
  3. Nicht immer vorzeitiger Verkauf möglich
  4. Willkür des Anbieters
  5. Kein positives Chance-Risiko-Verhältnis

Der Vollständigkeit halber möchte ich aber auch ein paar Vorteile erwähnen.

Zum einen ist der Handel mit binären Optionen ohne hohe Kapitaleinsätze möglich. Es gibt Anbieter, bei denen Positionen ab 1,00 USD eröffnet werden können. Da ist die Verlockung für einen Anfänger natürlich groß das System einmal zu testen.

Ein weiterer Vorteil ist die Einfachheit dieser Konstrukte. Es gibt nur zwei Ereignisse, die eintreten können – ähnlich der Schwarz/Rot-Strategie beim Roulette.

 

Fazit:

Der Grund für diesen Artikel war meine persönliche Neugierde resultierend aus der zunehmenden Werbung für binäre Optionen.

Die Recherche hat mir (mal wieder) gezeigt, welche Lücken in unserem Finanzsystem weiterhin bestehen, solange solche dubiosen Plattformen den Kleinanlegern das Geld aus der Tasche ziehen dürfen (wobei, eigentlich ist ja jeder seines Glückes Schmied).

Neben einem negativen Chance-Risiko-Verhältnis bin ich auch bei diesem Finanzinstrument der Willkür des Emmitenten ausgesetzt. Der Traum vom schnellen Geld wird auch mit binären Optionen nicht erfüllt – im Gegenteil.

Wer das Thema Trading professionell bzw. nachhaltig profitabel gestalten möchte, möge sich bitte nicht den Lockrufen binärer Optionen hingeben.

Ich bleibe dabei und sage wiederholt, dass die transparentesten Finanzinstrumente weiterhin CFDs, Futures und (klassische) Optionen sind, wohl wissend, dass alle Derivate Ihre Eigenheiten haben und je nach Strategie und persönlicher Mentalität mehr oder weniger geeignet sind.

Hier bekommst du 56 geniale Trading Tipps um dein Trading zu verbessern [Fortgeschrittene]  
 

Hier findest du einen Artikel über die Funktionsweise von CFDs.

15 thoughts on “5 Gründe gegen Binäre Optionen [+Erfahrungen]”

  • Es wird immer neue Leute geben, die getrieben von Gier das schnelle Geld machen wollen, ohne sich mit der Materie detailliert auseinander zu setzen. Speziell binäre Optionen lassen sich ohne Vorkenntnisse von Charttechnik oder Marktverhalten innerhalb von wenigen Minuten „traden“. Tims Vergleich mit den Fußballwetten trifft es da schon sehr gut!

  • Es macht natürlich keinen Sinn BOs ohne eine Strategie zu traden. Dann sind es wirklich nur Wetten.

    Nachteil der BOs: Durch das schlechte Verhältnis von Chance und Risiko müssen mehr als 60 Prozent der Trades gewonnen werden.
    Das nächste Problem sind die vielen unseriösen Broker (die man eigentlich nur Anbieter nennen kann). Hier sind Firmen, wie BD Swiss (die mit der Schweiz absolut nichts zu tun haben) und andere dubiose Anbieter auf dem Markt. Da wird in TV-Spots damit geworben, dass man Tausende Euro am Tag verdienen kann. Das ist natürlich Quatsch!
    Man sollte sich hier an die großen Broker halten, die auch andere Produkte (wie bspw. CFDs) anbieten und auch ansonsten seriös agieren. Beispiele wären IG, ETX Binary und Nadex (Tochter von IG). Hier gibt es nach meiner Erfahrung keine Problem bei Ein- oder Auszahlung.
    Einen weiteren Vorteil haben BOs gegenüber CFDs jedoch: Es ist immer klar, wie viel ich gewinnen und wie viel ich verlieren kann. Eine Nachschusspflicht besteht nicht.

    • BOs haben sicherlich ihre Nachteile und ohne Zweifel gibt es jede Menge unseriöse Anbieter , die unter dem Strich immer für sich wirtschaften.Allerdings muss ich dem Schreiber Recht geben das ein nicht zu verachtender Vorteil bei Bos besteht: Sie sind einfach gehalten und man weiss vorher wie viel man verliert oder gewinnt ! Und mit einer guten Technik beim richtigen Anbieter lässt sich schon was machen !

  • Ich frage mich immer, ob es denn überhaupt eine profitable Strategie für den Handel mit binären Optionen gibt. Denn meistens sieht man ja nur die 60-Sekunden-Schnell-Geld Strategien die vermutlich nicht funktionieren. Mein Erfahrungen bisher zeigen, dass WENN man damit etwas Geld verdienen möchte, man auf langfristige Kurse setzen muss.

    • Hallo Uwe,

      ich habe noch nie BOs getraded, da mir die Eigenschaften und Bedingungen kein positives Chance-Risiko-Verhältnis offenbaren (siehe Artikel). Es muss für die Broker allerdings sehr profitabel sein, da ich 1x wöchentlich Anfragen für mögliche Kooperationen bekomme. Auch das lässt mich schon vorsichtig werden.

      LG
      Tim

      • Vermutlich ist es auch so dass die meisten Trader ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten überschützen zumal man ja nie so punktgenau in die Zukunft sehen kann. WEr weiß schon ob der DAX heute abend 50 Pkte weiter oben oder unten steht. es ist schon schwer genug, dass man den Trend auf etwa Jahresende 2016 richten kann!

  • Hallo David Hallo lieber Autor, hallo liebe andere Leser! also binary sind gut wenn man weiß dass man die Situation richtig einschätzen muss und seinen Basiswert kennenmus .. und gierig geht auch nicht 🙂 Aber die Liste von David ist auch gut! Super Artikel, LG Werner

  • Hallo Tim Grueger,

    dein Artikel finde ich sehr interessant, da ich leider auch schon die Erfahrung machen musste, bei den binären Optionen zu verlieren! Ich glaube auch, dass da bei ein paar Broker nicht mit rechten Dingen zugeht. Da ich das schon hatte, dass der Trend auf einmal schlagartig kurz vorm Schluss, in die andere Richtung ging als ich gesetzt hatte und das öfter.

    LG Tradingmaus

    • Danke für deine Rückmeldung! Mit deinen Beobachtungen liegst du richtig.. Ich hoffe, du hast ein für dein Trading geeignetes Finanzinstrument gefunden 🙂

      VG
      Tim

  • Hallo, ich denke dass viele Anbieter —unten im Keller— einen Admin sitzen haben — und wenn Sie sehen das genug gesetzt wurde…dann abraeumen. Ich habe es oft beobachtet das dann die Kurse gerade bei Devisen teilweise in der letzten Secunde bums hoch oder eben auch runterschlagen …..als wenn da jemand sitzt und mit einem Stift die Kurse macht…??? Ehrlich ! Aber muss doch letztendlich jeder selber wissen ! Wobei doch beim normalen Trading man immer noch einschreiten kann !!! Ciaooo Thomas

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